Corona-Situation in Werner Schulen: Zusatzbus, OGS und Mensaessen

rnCorona-Krise in Werne

Das Schulamt hat im Schulausschuss Mitte September ein erneutes Zwischenfazit in Sachen Corona an den Werner Schulen gezogen. Die Pandemie stellt an vielen Ecken eine Herausforderung für die Schulen dar.

Werne

, 20.09.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Bei der letzten Sitzung des Schulausschusses haben die Schulen und Jugenddezernent Alexander Ruhe einen Blick auf die zurückliegende Corona-Zeit in den Werner Schulen geworfen. Das Fazit: „Die Hygienekonzepte haben gehalten“, sagt Ruhe.

Die letzten zwei Wochen vor den Sommerferien waren alle Schüler wieder zurück in ihre Klassenverbände gelassen worden. Ruhe: „Da gab es auch Positivfälle.“ Doch dank des „sehr professionellen“ Umgangs damit, einer guten Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und allen betreffenden Stellen habe alles gut funktioniert. „Wir haben eine relative Ruhe in der Elternschaft erlebt“, so der Jugenddezernent. Und man sei weiterhin guter Dinge, dass man im Falle eines Ausbruchs einen Lockdown auf eine Klasse beschränken könne und dies keine Auswirkungen auf die gesamte Schule habe.

Der einzige Risikofaktor: die wechselnde Lehrerschaft

Der einzige Risikofaktor: die Lehrerschaften. „Es wird immer schwierig, wenn es Lehrkräfte gibt, die in mehreren Klassen sind“, so Ruhe. Die Schüler der einzelnen Klassen dürfen sich nur im Klassenverbund auf dem Schulgelände aufhalten und kommen deshalb nicht mit anderen Klassen in Verbindung.

Eine Änderung, die das Schulamt vorgenommen hat: Nun fährt ein zusätzlicher Bus zwischen Herbern und Werne. Diese Anregung war aus der Elternschaft ans Schulamt herangetragen worden. Denn an den besonders heißen Tagen des Jahres hatten offenbar zu viele Schüler nach der sechsten Stunde einen Bus genutzt, um nach Hause zu kommen, so Ruhe. Hier habe man gemeinsam mit dem RVM eine Lösung gefunden, die sich auch für das Unternehmen rechne. Nach der ersten Schulwoche nach den Ferien war der Zusatzbus dann im Einsatz.

„Wir haben die Frage nach den Kosten hinten angestellt, wollen uns das Geld aber jetzt wiederholen“, so Ruhe. Das Land NRW hatte den Schulen des Landes im Sommer 1000 zusätzliche Busse zur Verfügung gestellt, damit die Schüler sich auf mehr Busse verteilen und so den Mindestabstand zueinander einhalten können. Landesweit wurde das Angebot bisher allerdings nur zögerlich genutzt.

Ein weiterer „Corona“-Aspekt in den Schulen: die Mensa. Ein „nicht einfaches“ Thema, sagt Ruhe, weil der Raum nicht auf Abstandregelungen ausgelegt sei. Vielmehr behelfe man sich nun, indem den Schülern ihr Essen verpackt ausgegeben wird, sodass sie ihr Essen außerhalb der Mensa zu sich nehmen können. Man beobachte diese Lösung, so Ruhe, aber im Moment könnten die Schulen mit dieser Lösung arbeiten.

Auch das Thema „Tag der offenen Tür“, der an vielen Schulen im November stattfinde, sei ein nicht unproblematisches, so der Jugenddezernent. Hier brauche es klare Regelungen zur Umsetzung der Tage. Derzeit seien die Schulen dabei, entsprechende Konzepte zu erarbeiten, die dann durch das Schulamt bewertet werden.

Probleme bei OGS- und Übermittagsbetreuungs-Angeboten

Aber auch an einer weiteren Stelle macht sich die Corona-Pandemie bemerkbar: in der Nutzung der Übermittagsbetreuungs- und OGS-Angebote an den Schulen. „Dadurch, dass nicht wenige Eltern im Home Office sind, wollen viele ihre Kinder jetzt eher Zuhause lassen“, so Ruhe. Andere wichen auf die Übermittagsbetreuungsangebote aus - woraus sich zwei Probleme ergeben.

Zum einen wissen die Träger der Übermittagsbetreuungsangebote nie genau, wie viele Kinder jeweils anwesend sind und müssen wegen der Abstandbestimmungen im Zweifel mehr Personal vorhalten, als am jeweiligen Tag gebraucht würde. Und: Das Land zahlt pro Schule pauschal 7500 Euro. „Da kriegen Sie keinen Cent mehr vom Land.“ Teilweise habe es Zuwächse von bis zu 20 Kindern in einer Übermittagsbetreuung gegeben - zu viele, sagt Ruhe. Und zu wenig für die Träger. Und den Zugang zur Übermittagsbetreuung begrenzen wolle man eigentlich auch nicht.

Zum anderen bestehe eine Anwesenheitspflicht im Offenen Ganztag. 954 Euro pro Schüler zahlt das Land dafür im Jahr. Die fallen für die Eltern beim Wechsel in die Übermittagsbetreuung weg. Im November wolle das Schulamt Zahlen vorstellen, anhand derer fundiertere Aussagen über die Situation gemacht werden könnten, so Ruhe. Im Zweifel werde die Stadt ausschließlich für das laufende Schuljahr eine finanzielle Unterstützung bedingt durch die Corona-Pandemie leisten, so Ruhe.

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