Coronavirus macht Nordtor-Betreibern nur Wochen nach Eröffnung Strich durch Rechnung

rnNordtor-Kneipe in Werne

Der TFC 99 Werne hatte gerade eine neue Heimat für sein Vereinslokal gefunden, da begann das Coronavirus, sich auszubreiten. Mehr als zwei Monate, sagen Berksoys, gehe es so nicht weiter.

Werne

, 28.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst im Februar hatte die Nordtor-Kneipe an der Bonenstraße wieder ihre Tür geöffnet, nachdem sie zwei turbulente Jahre hinter sich gebracht hatte. Zwei neue Betreiber folgten auf Heike Seroka, die den Laden Anfang 2018 aus gesundheitlichen Gründen nach acht Jahren aufgegeben hatte. Doch der Betrieb kam nicht in Gang, die Betreiber schmissen hin.

Seit einigen Wochen nun leitet die Familie Berksoy die Nordtor-Kneipe. Die Gaststätte ist nicht nur für die normalen Gäste geöffnet, sie ist auch das neue Vereinsheim des TFC 99 Werne. Von 17 bis 70 Jahren sei hier jeder vertreten, sagt Cemal Berksoy, 1. Vorsitzender des TFC Werne und Inhaber der Kneipe. Doch nur Wochen, nachdem die Familie die Kneipe renoviert und geöffnet hatte, machte das Coronavirus den Berksoys einen Strich durch die Rechnung.

Corona-Krise in Werne: Gaststätten bis 20. April geschlossen

Berksoy beschreibt die aktuelle Situation als schlecht. „Mein Telefon steht nicht still. Alle rufen an und fragen, wann die Kneipe wieder eröffnet. Dem Erlass der Stadt Werne nach haben alle Gaststätten, Imbisse, Kneipen, Cafés, Kantinen und Mensen bis einschließlich zum 19. April geschlossen zu bleiben. Wie es danach weitergeht, ist aktuell unklar.

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Das Team der Nordtor-Kneipe hatte am 17. März seine Türen geschlossen. Seit Anfang März seien wegen der Nachrichten über die Ausbreitung des Virus immer weniger Gäste gekommen. Aus gesundheitlichen Gründen habe man dann entschieden, zu schließen, sagt Berskoy.

Zwei Monate, sagt Berksoy, seien das Maximum, wenn er darüber nachdenkt, wie lange die Gaststätte überleben kann, solange die behördliche Schließungsanordnung andauert, damit sich das Coronavirus nicht so schnell weiterverbreitet. Und aus seinen Reserven könne er das Überleben der Kneipe nicht stemmen.

Nordtor-Betreiber zu Corona-Situation: „Werden kriseln“

Um die Kosten ein wenig zu senken, hat der Betreiber die verderblichen Lebensmittel entsorgt, das Kühlhaus heruntergefahren und die Zapfanlage noch einmal gereinigt. „Jetzt steht alles still“, sagt Berksoy. Aber: „Das Gewerbe läuft. Die laufenden Kosten und die Pacht müssen ja bezahlt werden. Da werden wir auch ein bisschen kriseln.“

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Auch, ob die Nordtor-Kneipe ein Anrecht auf finanzielle Unterstützung, wie sie jetzt durch die Bundesregierung bereitgestellt werde, habe, sei derzeit noch unklar. Zumal die Kneipe vom Verein ehrenamtlich betrieben werde und es keine Angestellten gebe.

Cemal Berksoys Vater hatte den TFC 99 Werne 1999 gegründet. Als Fußballverein für die vielen türkischen Familien, die in Werne leben. Auch wenn der Verein mittlerweile keinen aktiven Fußball mehr betreibt: das Vereinsheim bleibt. Und das ist auch der Vorteil, den Berksoy sieht: Anders als bei seien Vorgängern sei die Kneipe ja Vereinsheim und Lokal für normale Gäste. Somit stehe auch der ganze Verein hinter der Kneipe.

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