Damit sich Frauen auf Sim-Jü sicherer fühlen: Monika Eichmanns, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Werne, kündigt an, dass es wieder das Hilfsangebot „Luisa ist hier“ auf der Kirmes gibt. © Andrea Wellerdiek
Sim-Jü in Werne

Damit sich Frauen auf Sim-Jü sicherer fühlen: Angebot „Luisa ist hier“ angekündigt

Sexuelle Belästigung, Bedrohung oder Grenzüberschreitung: Wenn Frauen und Mädchen in eine unangenehme Situation auf Sim-Jü in Werne kommen, können sie sich mit nur einer Frage Hilfe holen.

Mit der 3G-Regel soll die Sim-Jü-Kirmes in Werne vor Neuinfektionen mit dem Coronavirus schützen. Sicherer für weibliche Besucher soll das Volksfest mit einem besonderen Hilfsangebot werden, das es bereits bei der letzten Sim-Jü 2019 gab. Der Veranstalter, die Stadt Werne, kündigte nun die Aktion „Luisa ist hier“ an. Sie richtet sich an Frauen und Mädchen, die in eine unangenehme Situation gelangt sind.

Mit der kurzen Frage „Ist Luisa hier?“ können sie um schnelle und einfache Hilfe bitten. Wenn sich jemand bedroht oder belästigt fühlt, kann man sich auf der Kirmes an die Schausteller wenden. „Die Frauen können sich an Ausschankbetrieben oder bei den Karussells an das Personal wenden, indem sie die Frage stellen: ‚Ist Luisa hier?‘. Dann bekommen sie eine Unterstützung, ohne sich erklären zu müssen“, stellt Monika Eichmanns, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Werne, das Hilfsangebot vor.

Schausteller auf Sim-Jü tragen Hilfsangebot mit

Gemeinsam mit Verantwortlichen des Frauenforums im Kreis Unna werde sie vor dem Beginn der Kirmes am Samstag (23. Oktober) die Schausteller darauf aufmerksam machen, dass es dieses Angebot in diesem Jahr wieder gibt. „Wir legen Flyer an den Ausschankbetrieben aus. Und wir informieren die Schausteller, damit sie adäquat darauf reagieren können“, erklärt Eichmanns. Auch die Gastronomen, die laut der Gleichstellungsbeauftragten 2019 in diesem Zusammenhang geschult worden sind, tragen die Aktion mit. „Es soll dazu beitragen, dass junge Frauen sich sicherer fühlen auf der Kirmes“, erklärt Eichmanns.

Das Hilfsangebot, mit dem Frauen diskret und unmittelbar Hilfe bekommen können, ist von der Beratungsstelle Frauen-Notruf Münster 2016 ins Leben gerufen worden. Mittlerweile ist es in vielen Städten in der Party-Szene bekannt. Wer sich hier an das Theken-Personal mit der Frage wendet, bekommt Unterstützung, um aus der Situation heraus zu kommen. Die Betroffene entscheidet dann selbst, wie diese Hilfe aussehen kann – ob sie zum Beispiel ein Taxi oder eine Freundin anrufen will.

„Es ist wichtig, dass wir das auf Sim-Jü anbieten und auf diese Weise Öffentlichkeit schaffen. Wir müssen das thematisieren“, betont Bürgermeister Lothar Christ im Vorfeld der Sim-Jü-Kirmes. Ob und wie das Hilfsangebot „Luisa ist hier“ bei der vergangenen Kirmes 2019 angenommen wurde, ist unbekannt. Darüber gibt es grundsätzlich keine Statistik oder Erhebung, erklärt Monika Eichmanns.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek