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Das Schicksal von Juden in Werne lebt in einer VHS-Schau auf

Die Volkshochschule Werne zeigt eine kleine Schau über das „Jüdische Leben in Deutschland“. Die scheint wenig von lokalem Interesse zu sein. Wenn es nicht eine ganz besondere Schautafel gäbe.
VHS-Leiter Michael Hahn an einer der Schautafeln. Die Ausstellung „Jüdisches Leben in Deutschland“ ist bis Mitte März zu den üblichen Öffnungszeiten der VHS zu sehen.
VHS-Leiter Michael Hahn an einer der Schautafeln. Die Ausstellung „Jüdisches Leben in Deutschland“ ist bis Mitte März zu den üblichen Öffnungszeiten der VHS zu sehen. © Jörg Heckenkamp

Im vergangenen Jahr war das Gedenkjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Ein Teil des Gedenkens bildete die Ausstellung über „Jüdisches Leben in Deutschland“. Sie ist zwar durch die Vorstellung einzelner Lebensläufe interessant gemacht. Wäre aber generell wenig von lokalem Interesse. Wenn es nicht eine Ergänzung aus Werne gäbe.

Denn der Förderverein des Stadtmuseums rundet die kleine Schau mit einer eigenen Info-Tafel ab. Auf der sind einige Fotos und Dokumente abgebildet, hinter denen spannende Geschichte aus dem jüdischen Leben in Werne stecken. Zur Eröffnung der Schau am Montag, 31. Januar 2022, ließ Heidelore Fertig-Möller einige dieser Geschichten zum Leben erwachen.

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VHS-Ausstellung jüdisches Leben

So etwa das Schicksal der Familie Heimann, die in dem Haus Steinstraße 33 („Das existiert heute noch.“) eine (koschere) Fleischerei betrieben hat. „Den letzten Familienmitgliedern gelang es, mit dem letzten Schiff im Februar 1940 von Amsterdam aus in die USA auszuwandern.“

Schicksal der jüdischen Familie Heimann aus Werne

Eines der Werner Fotos zeige den Ururenkel von Hermann Heimann, wie er im Jahre 1983 in den USA seine Bar Mizwa (Feier der Religionsmündigkeit, ähnlich Kommunion oder Konfirmation) begeht: „Mit dem Gebetschal seines Ururgroßvaters und mit der Thora-Rolle, die die Familie Heimann aus Werne gerettet und der jüdischen Gemeinde in New York übergeben hat“.

Auch zu anderen Ausstellungsstücken, wie etwa der Abschrift des ältesten jüdischen Grabsteins auf dem Friedhof in Werne oder eine Zeichnung des Inneren der ehemaligen Werner Synagoge in der Gasse bei Fränzer‘s, weiß Fertig-Möller interessante Hintergründe zu berichten. Wer die Ausstellung (als Gruppe) inklusive einer Führung besuchen will, sollte mit der Volkshochschule (VHS) Werne einen Termin absprechen.

VHS-Fachbereichsleiterin Dr. Andrea Martin wies beim Eröffnungstermin darauf hin, dass die Schau wegen der Corona-Pandemie ins Jahr 2022 verlängert worden ist. „Sie ist bei uns ab sofort für sechs Wochen zu sehen.“ Also bis Mitte März. Und zwar im ersten Obergeschoss des Alten Amtsgerichtes an der Bahnhofstraße. Schulklassen und Gruppen bittet VHS-Leiter Michael Hahn „um eine vorherige Anmeldung“.

Das Besondere an dieser Schau sei, dass sie einen Zeitraum von 1700 Jahre jüdisches Leben nicht nur Anhand von historischen Entwicklungen und Persönlichkeiten deutlich mache. „Sondern mit der Vorstellung von Biografien zum Teil junger Juden“, so Dr. Martin, „gelingt auch ein Hinweis auf die Zukunft des Judentums in Deutschland“.

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