Tierquäler-Skandal

Der Mecke-Skandal in Werne: Die letzten 10 Tage im Überblick

Wer glaubte, die Aufregung um brutale Tierquälereien würde sich schnell legen, sieht sich getäuscht. Allein die vergangenen 10 Tage waren voller Dramatik. Höhepunkt: die Schließung von Schlachterei und Geschäften.
Eine Kuh hat offenbar Schmerzen, kann sich nicht aufrichten. © Soko Tierschutz

Volle vier Wochen beschäftigt der Mecke-Skandal bereits Werne und die Region. Das Interesse an den Vorgängen, das Entsetzen und die Empörung sind nicht abgeklungen. Bereits in zwei Zusammenfassungen haben wir über die ersten Wochen des Skandals einen Überblick gegeben. Hier nun der dritte Querschnitt:

Es war – ausgerechnet – Freitag, der 13. August, der zu einem schwarzen Tag für das Mecke-Imperium wurde. Freitragmorgen ging das Gerücht um, Inhaber Marko Mecke würde seine Verkaufsfilialen in Lünen und in Werne schließen. Für Lünen bekamen wir eine Bestätigung, für Werne, trotz ausführlicher Recherche, nicht. Doch alles deute darauf hin, und so haben wir über das Gerücht berichtet.

„Berufsverbot“ für Marko Mecke

Während es über das Wochenende (14. und 15. August) hieß, Mecke habe selbst seine Filiale in Werne geschlossen, stellte sich am Montagmorgen, 16. August, heraus: Das Veterinäramt des Kreises Unna hat noch am späten Freitagnachmittag Schließungsverfügungen für die Filialen sowie den Schlachtbetrieb an der Lippestraße (für Lebensmittel) ausgestellt. Die Mecke-Schlachterei für Tierfutter am Froningholz blieb von der Schließungsverfügung ausgenommen. Allerdings verhängte die Behörde auch ein Umgangsverbot mit Tieren für Mecke und Mitarbeiter, sodass faktisch der komplette Betrieb zum Stillstand kam.

Die Soko Tierschutz, die den Skandal aufgedeckt hat, veranstaltete am Mittwochabend ein Bürgergespräch, das 100 Zuhörerinnen und Zuhörer anlockte. Die Gäste zeigten sich schockiert und entsetzt über bekanntes und neues Filmmaterial der entsetzlichen Tierquälereien. Anschließend zogen die Zuschauer zu einer Mahnwache vor das geschlossene Fleischerei-Geschäft.

Firmenchef wusste offenbar Bescheid

Eine neue Wendung dann am Freitag, 20. August, Videomaterial der Soko Tierschutz zeigt, das Firmenchef Marko Mecke offensichtlich über die Qualen, die Tiere in seiner Viehsammelstelle erleiden mussten, informiert war. Mehrere verschiedene Aufnahmen zeigen Mecke unter anderem vor einer halbverhungerten Kuh. Er hat zwei Mal schriftlich beteuert, nichts von den Tierquälereien gewusst zu haben, er selbst sei „schockiert“.

Schockiert sind nach wie vor viele Werner. Und das Thema ist noch längst nicht zu Ende. Und es gibt weitere, schlimme und kaum zu fassende Details, die wir gerade recherchieren. Wir berichten weiter.

Hier die beiden ersten Zusammenfassungen und dann die aktuellsten Artikel:

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