Deutsche Bahn will die „Tropfsteinhöhle Werne“ trockenlegen

rnBahnhof Werne

Spaziergängern und Radfahrern, die gerne verbotenerweise durch den Werner Bahntunnel fahren, werden es bemerkt haben - es tut sich was in der wenig einladenden Unterführung.

Werne

, 30.06.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Bahntunnel ist sei Jahrzehnten Dauer-Ärgernis. Zwei Faktoren sorgen dafür, dass von Aufenthaltsqualität an diesem Ort keine Rede sein kann: Vandalismus durch unbelehrbare Sprayer sowie Feuchtigkeit, die durch die Decke kommt. Gegen Letzteres geht die Deutsche Bahn nun vor.

Spaziergänger und die Radfahrer, die trotz Verbotes gerne an dieser Stelle den Bahndamm unterqueren, ist schon seit einiger Zeit ein eingehaustes Gerüst aufgefallen. Das steht mal an dieser, mal an jener Stelle in der Unterführung. „Die Arbeiter dichten mithilfe dieses Gerüstes nach und nach die Stellen der Decke ab, an denen die Feuchtigkeit durchkommt“, sagt ein Bahnsprecher auf Anfrage der Redaktion.

Nach der Unterführung ist die Treppe hoch zum Bahnsteig an der Reihe.

Nach der Unterführung ist die Treppe hoch zum Bahnsteig an der Reihe. © Jörg Heckenkamp

Stammnutzer können sich erinnern, dass der Bahntunnel wie eine Tropfsteinhöhle wirkte. Durch die Feuchtigkeit wuchsen von oben die Kalkablagerungen. Die Bahn hofft, durch diese Maßnahmen die Feuchtigkeit stoppen zu können. Der Sprecher: „Wir gehen davon aus, dass die Arbeiten zur Abdichtung der Decke in der 27. Kalenderwoche beendet sind.“ Also bis 3. Juli.

Dann wird das Gerüst abgebaut. Aber Baulärm und -dreck werden noch weiter den Bereich der Unterführung bestimmen. Denn wie berichtet plant die Bahn noch eine weitere Maßnahme am Werner Bahnhof: die Renovierung der Treppe von der Unterführung hoch zu den Bahngleisen.

Nach der Unterführung saniert die Bahn die Treppe zu den Gleisen

Die Stufen der Treppenanlage sind an einigen Stellen ausgebrochen und notdürftig repariert. Insgesamt macht das Bauwerk einen altmodischen und maroden Eindruck. „Wir werden eine komplette neue Treppenanlage bauen, inklusive neuem Handlauf“, sagt der Bahnsprecher. Insgesamt fließen über die „Qualitätsoffensive Nahverkehr Westfalen-Lippe“ 250.000 Euro in die Bahnstation Werne.

Die Arbeiten sollen sich der Sanierung der Unterführung anschließen und sind vermutlich Ende August beendet. Mit dem geplanten Einbau neuer Leuchten soll sich dann der Bahnhof Werne (das eigentliche alte Bahnhofsgebäude nutzt die Polizei) in ganz neuem Glanz den Fahrgästen und den Passanten präsentieren.

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Bahn und Arbeiter haben im Moment leichtes Spiel. Denn durch die Sanierung der Bahnstrecke zwischen Davensberg und Lünen findet in Werne bis nach den Herbstferien im Oktober kein Zugverkehr statt. Die Treppenanlage kann daher ohne Rücksicht auf etwaige Fahrgäste ausgetauscht werden.

Und die Arbeiten in der Unterführung sind so angelegt, dass Passanten immer noch den Baustellenbereich passieren können. Und natürlich die Radfahrer, die verbotenerweise....

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