Nach dem Ärger um in einer Mülltonne gefundene Briefe hat die Deutsche Post nun Konsequenzen gezogen. Der veranwortliche Bote sei bereits ermittelt, hieß es am Freitagvormittag.

Werne

, 03.08.2018, 15:22 Uhr / Lesedauer: 1 min

Insgesamt 21 Briefe für Anwohner der Straßen Thünen, Holtkamp, Abdinghof und St. Johannes waren am Donnerstag, 2. August, nicht in den dafür vorgesehenen Briefkästen gelandet – sondern in einer Mülltonne im Garten von Anwohner Mathias Tengowski. Der zuständige Postbote hatte sie dort kurzerhand entsorgt, nachdem er sie zuvor laut Zeugenaussagen aus einem Postablagekasten genommen hatte.

Den Vorfall bestätigte am Freitag auch Rainer Ernzer, Presseprecher der Deutschen Post, auf Anfrage unserer Redaktion: „Wir wissen jetzt auch, wer es war. Dieser Bote wird von uns nicht mehr eingesetzt.“ Über das Motiv des Täters konnte Ernzer keine Auskunft geben. Da gegen den Postboten eine Anzeige vorliegt, ermittelt nun die Polizei. Dort werde die Post die sichergestellten Briefe auch am Freitag noch abholen und sie an die Empfänger leiten.

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Keine Diebstahlserie

In Städten wie Dortmund und Witten hatten kürzlich Fälle für Aufsehen gesorgt, bei denen sich Kriminelle mehrfach Zugang zu Verteilerkästen der Post verschafft hatten. Die Kästen fungieren als Sammelstellen für Sendungen, die Boten holen die Briefe dort für gewöhnlich gebündelt ab und stellen sie dann den Empfängern zu. Die Kriminellen nutzten einen Generalschlüssel, um die Kästen zu öffnen und durchsuchten daraufhin die Post gezielt nach von Bankinstituten neu verschickten EC-Karten. Bei einem Treffer kehrten sie zwei Tage später erneut zurück zum Ablagekasten, um den separat verschickten Brief mit der PIN abzufangen.

Mit solch krimineller Energie hat der Vorfall in Werne laut Ernzer allerdings nichts zu tun: „Das können wir hier definitiv ausschließen.“ Dass ein Postbote sich seiner Briefe auf solch ungewöhnliche und dreiste Art entledige, sei in der Vergangenheit durchaus schon mal vorgekommen: „Aber wenn man bedenkt, wie viele Briefe wir über das Jahr zustellen, dann sind das absolute Einzelfälle.“

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