Die Caritas Werne ist ins Kapuzinerkloster gezogen

Kooperation von Bürgern und Mönchen

Die Caritas in Werne ist mit ihrer Sozialstation in die Räume des Kapuzinerklosters eingezogen. Wie es vor Ort aussieht, haben wir uns bei der Einsegnung angesehen. Im Video haben wir zudem mit den Verantwortlichen über die ungewöhnliche Zusammenarbeit gesprochen.

WERNE

, 06.04.2016, 19:31 Uhr / Lesedauer: 1 min

Aus einer Klosterzelle ist ein Spielzimmer für Kinder geworden, deren Eltern die sozialpädagogische Familienhilfe im Obergeschoss besuchen. Aus einem Bügelzimmer im Erdgeschoss ein Büro für die Einsatzkräfte der ambulanten Pflege, die sich zurzeit um 50 alte Menschen in der Lippe-Stadt kümmert.

„Die Stadt freut sich“

Auch andere Zimmer, die im barocken Klostergebäude, in dem zurzeit drei Patres leben, leer standen, haben seit September eine neue Nutzung: „Ein zukunftsweisender Schritt, über den sich die Stadt Werne sehr freut“ sagte Gudrun Holtrup, stellvertretende Bürgermeisterin, während des Gottesdienstes in der benachbarten Klosterkirche. „Denn seit jeher gibt es einen engen Zusammenhalt zwischen Bürgern und Kloster.“

Besondere Anreise aus München 

„Wir können unsere Leute nicht so einfach auf dem Arbeitsmarkt einwerben“, sagte der Chef der deutschen Kapuziner, Pater Marinus Parzinger mit Blick auf die rückläufige Zahl an Ordensmännern – auch in Werne. Der Provinzial, wie Pater Marinus‘ Titel lautet, war eigens aus München angereist, um der Feier beizuwohnen, „obwohl ich noch heute wieder zurück muss, weil ich morgen nach Indien fliege“. So bedeutsam sei die neue Zusammenarbeit. „Hier ist neues Leben eingezogen, das gut zu der Arbeit von uns Kapuzinern passt. Denn auch wir wollen den Menschen beistehen.“

Dass sich die Besucher – vor allem Familien, die das Jugendamt an die Erziehungshilfe vermittelt hat – wohlfühlen, sagte beim Rundgang Sozialpädagoge Anatoli Leis. Wer ins alte Kloster komme, werde sofort etwas ruhiger.

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