Die Halle in Stockum wird für Flüchtlinge freigehalten

Flüchtlingsunterkunft

Aufgrund der entspannten Flüchtlingssituation hat die Landesregierung angekündigt, die als Notunterkunft genutzten Sporthallen in NRW frühzeitig wieder für den Schul- und Vereinssport freizugeben. Die Kardinal-von-Galen-Halle am Werthweg in Werne ist davon aber nicht betroffen. Wir erklären die Hintergründe.

STOCKUM

, 31.03.2016, 19:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Kardinal-von-Galen-Turnhalle wird weiterhin als Aufenthalts- und Speiseraum für die in den benachbarten Zelten untergebrachten Flüchtlinge dienen.

Die Kardinal-von-Galen-Turnhalle wird weiterhin als Aufenthalts- und Speiseraum für die in den benachbarten Zelten untergebrachten Flüchtlinge dienen.

Derzeit leben in der für 200 Menschen ausgelegten Unterkunft lediglich 38 Personen. Warum wird die Halle nicht freigegeben?

Laut Benjamin Hahn, Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg, steht das Land in Verhandlung mit den Kommunen, um abzuwägen, an welchen Standorten eine frühzeitige Schließung der Notunterkünfte sinnvoll ist. Dabei spielt unter anderem die Anrechnung auf die Zuweisungsquote eine Rolle. Schließt das Land eine Unterkunft, so müssen die Kommunen in Eigenregie für die Unterbringung weiterer Flüchtlinge sorgen.

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Lässt sich abschätzen, wie sich die Flüchtlingszahlen entwickeln?

Nicht wirklich. Zwar werde sich laut Hahn in den nächsten Wochen wohl kaum etwas an der Situation ändern, doch sei nicht absehbar, ob dies langfristig so bleibt. Um eine chaotische Situation wie im vergangenen Herbst zu vermeiden, sei eine Weiterführung der Notunterkünfte daher durchaus sinnvoll.

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Wäre es nicht möglich, die Halle jetzt für die Sportler und bei Bedarf wieder für die Flüchtlingsunterbringung zu nutzen?

So ein Hin und Her will das Land vermeiden. Ziel ist, die Hallen dauerhaft den Sportlern zur Verfügung zu stellen.

Wie gehen die Sportvereine mit der derzeitigen Situation um?

Sie sind schon frühzeitig auf andere Hallen ausgewichen. Ohne Auswirkungen blieb das nicht. So beklagte zum Beispiel der SV Stockum bereits im November vermehrte Austritte wegen verlorener oder geänderter Trainingszeiten. Wie Tobias Zimmer, Vorsitzender der Tischtennisabteilung, auf Anfrage erklärte, habe sich die Situation zwar stabilisiert, doch gebe es nach wie vor Probleme, etwa die späten Trainingszeiten im Jugendbereich.

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Was passiert, wenn während der Nutzung als Notunterkunft Schäden entstanden sind?

In diesem Fall übernimmt das Land die Sanierungskosten. Drei bis vier Wochen bevor die Halle an die Kommune übergeben wird, sollen die Einrichtungen leer gezogen sein, sodass eine Begehung stattfinden kann, bei der Schäden aufgenommen werden.

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