Die Lippebrücke zwischen Bergkamen und Werne ist gesperrt, das Verkehrschaos bleibt aus

rnBauarbeiten am Wochenende

Was genau mit der ersten Vollsperrung der Lippebrücke auf sie zukommt, wussten nicht einmal die Beteiligten selbst. Doch wer sich Sorgen vor einem Verkehrschaos machte, kann aufatmen.

Bergkamen, Werne

, 12.01.2020, 14:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Offensichtlich hat es sich nicht bei allen Leuten herumgesprochen, dass die direkte Verbindung zwischen Bergkamen und Werne an diesem Wochenende gesperrt ist: Am Samstagmorgen verirrt sich ein Fußgänger in den abgeriegelten Bereich der Baustelle auf der Lippebrücke. „Er war ziemlich betrunken“, berichtet Detlef Alfes, der Oberbauleiter der Heinrich Walter Bau GmbH aus Borken. Seine Leute leiten den Verirrten auf den Fuß- und Radweg neben der Brücke, der die ganze Zeit über frei bleibt.

Abrissarbeiten an der Lippebrücke mitten in der Nacht

Zu diesem Zeitpunkt haben sie bereits einen Großteil ihres Abriss-Werkes getan. Pünktlich am Freitagabend um 18 Uhr stellen die Arbeiter die Sperrschilder auf, gegen 19.30 Uhr beginnt der Abbruch.

Die Lippebrücke zwischen Bergkamen und Werne ist gesperrt, das Verkehrschaos bleibt aus

Die Bauarbeiter haben den ehemaligen Radweg an der Ostseite der Lippebrücke abgerissen © Heinrich Walter Bau GmbH

Am Samstagvormittag ist von dem seit langem gesperrten Radweg an der Ostseite der Brücke schon nichts mehr zu sehen. Damit der Autoverkehr aber weiter sicher über den Fluss fahren kann, haben die Bauarbeiter noch einiges zu tun: Sie müssen neue Leitplanken installieren und neue Markierungen aufbringen. Die Lippe-Querung bleibt bis zum frühen Montagmorgen dicht.

Die Lippebrücke zwischen Bergkamen und Werne ist gesperrt, das Verkehrschaos bleibt aus

Die eigentlichen Abrissarbeiten an der Lippebrücke waren schon am Samstag erledigt. © Heinrich Walter Bau GmbH

Die Autofahrer müssen so lange zwar einen ziemlichen Umweg fahren, aber zu allzu großen Verkehrsproblemen kommt es nicht. Von langen Staus bemerken Alfes und seine Leute jedenfalls nichts. Das wäre sicherlich anders gewesen, wenn Straßen NRW seinen ursprünglichen Plan verfolgt und die Brücke zwei Wochen lang halbseitig gesperrt hätte. „Dann hätte sich der Verkehr weit zurückgestaut“, gibt Projektleiter Markus Feller von Straßen NRW mit Blick auf die Jockenhöfer-Kreuzung auf der Bergkamener Seite zu.

Die Bauarbeiter sind rund um die Uhr im Einsatz

Verschieben ließ sich der Teilabbruch aber auch nicht. Der Platz am Lippeufer wird benötigt, weil dort der Brückenneubau direkt an Ort und Stelle entstehen soll. Also blieb nur die Vollsperrung. Für die Heinrich Walter Bau bedeutet das einen Rund-um-die-Uhr-Einsatz am Wochenende.

Die Lippebrücke zwischen Bergkamen und Werne ist gesperrt, das Verkehrschaos bleibt aus

Die Vollsperrung vollzog sich ohne große Probleme © Heinrich Walter Bau GmbH

„Aber das sind wir gewohnt, wir arbeiten auch oft für die Bahn“, sagt Alfes. 20 Mitarbeiter stehen für den Einsatz an der Lippe bereit. Sie wechseln sich in acht Stunden-Schichten ab, sodass immer zehn Leute auf der Baustelle sind.

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Auch Straßen NRW hat sich gründlich auf die Sperrung vorbereitet. Und zwar nicht nur, um den direkten Anwohner den nächtlichen Abbruch-Lärm anzukündigen. „Man muss die Bürger mitnehmen“, sagt Feller. Auch mit der VKU waren Absprachen nötig, denn die Busse können nicht durch die Baustelle fahren. Nun müssen die Fahrgäste auf der einen Seite aussteigen, die Lippe zu Fuß überqueren und auf der anderen Seite in bereit stehende Pendelbusse einsteigen. Das scheint ebenfalls zu funktionieren: „Die Leute sind eigentlich alle freundlich und gelassen“, berichtet Alfes.

Der Rettungsdienst darf durch die Baustelle

Bestimmte Fahrzeuge dürfen aber doch über die Brücke: Die des Rettungsdienstes. Wenn ein Rettungswagen sich auf den Weg zwischen Bergkamen und Werne auf macht, wird Alfes über die Alarmierungskette verständigt. Seine Leute räumen dann den Weg frei und geleiten das Fahrzeug durch die Baustelle. Das habe bereits in der ersten Sperrnacht reibungslos funktioniert, sagt der Bauleiter.

Die Lippebrücke zwischen Bergkamen und Werne ist gesperrt, das Verkehrschaos bleibt aus

Die Brücke für Radfahrer und Fußgänger neben der Brücke blieb frei. © Heinrich Walter Bau GmbH

Ende Mai, wenn die zweite Vollsperrung an einem Wochenende ansteht, wird das schwieriger. Dann werde die Brücke zumindest zeitweilig vollständig dicht sein, kündigt Feller an. Aber auch dafür werde sich eine Lösung finden lassen: „Man muss eben vorher mit allen Beteiligten sprechen.“

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