Die Orgel der Kirche St. Christophorus ist in Gefahr

4500 Pfeifen

Wenn sich nicht schnell etwas tut, sind die Tage der Orgel in der Werner Kirche St. Christophorus bald gezählt. Die rund 4500 Pfeifen drohen zu verstopfen. Um das abzuwenden, müsste die Kirche erneut viel Geld in die Hand nehmen. Wir erklären, was der Hintergrund ist - und was Kerzen damit zu tun haben.

WERNE

, 05.08.2015, 16:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Orgel der Kirche St. Christophorus ist in Gefahr

Auf dem Orgeldeckel sammeln sich Schmutz und Staub. Für die Pfeifen kann das gravierende Folgen haben.

Noch ist nichts zu hören. „Noch“, betont Dr. Hans-Joachim Wensing. Für den leitenden Kirchenmusiker der katholischen Kirchengemeinde ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis sich das ändert. Der stolzen Orgel in der Kirche St. Christophorus droht die Puste auszugehen. Denn von der Decke rieseln Putz, Schmutz und Sand in die rund 4500 Pfeifen.

Das Bistum ist nicht begeistert

„Wir habe das Bistum schon informiert“, sagt Pfarrdechant Jürgen Schäfer. Die Verantwortlichen seien zwar nicht gerade begeistert gewesen, dass sich nach der teuren, immer noch nicht ganz abgeschlossenen Sanierung des Pfarrheims am Kirchhof ein paar Meter weiter in der Kirche die nächste größere Investition für Werne abzeichne. „Aber das haben wir uns ja nicht ausgesucht.“

„Staub ist der Feind des guten Tons“

Wie teuer es kommen wird, den Schaden zu beheben, kann Kirchenmusiker Wensing noch nicht sagen. Wohl aber, was seiner Meinung nach getan werden müsste: „Die Orgel steht auf vier Etagen“, erklärt er: zwei links und zwei rechts vom bunten Fenster oben auf der Orgelbühne. Mindestens die beiden betroffenen Etagen, auf die der Putz besonders brösele, müssten leer geräumt werden, so Wensing. Schließlich müssen die Handwerker Platz haben, die Schäden an Wänden und Decke möglichst dauerhaft zu beheben.

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Sand im Orgelgetriebe: Instrument ist in Gefahr

Wenn sich nicht schnell etwas tut, sind die Tage der Orgel in der Werner Kirche St. Christophorus bald gezählt. Die rund 4500 Pfeifen leiden unter dem schlechten Zustand der Decke und der Wände in der Kirche und drohen zu verstopfen.
05.08.2015
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Dr. Hans-Joachim Wensing an der Orgel. Die Gesamtverantwortung für die Kirchenmusik in der Christophorusgemeinde liegt bei ihm - und damit auch für die Orgel.© Foto: Sylvia vom Hofe
Alles nur Schau: Diese Orgelpfeifen, die links und rechts auf der Orgelbühne zu sehen sind, sind nur Dekoration. Dahinter befinden sich die rund 4500 echten Pfeifen.© Foto: Sylvia vom Hofe
Ein Blick auf die Orgelpfeifen. Hier hat der Staub freie Bahn.
So schmal ist das Trittbrett im Innern des Instruments zwischen den zu beiden Seiten aufgereihten Orgelpfeifen.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Zugang zum Innenleben der Orgel.© Foto: Sylvia vom Hofe
Mühsam: der Aufstieg in die Orgel. Knapp zwei Meter müssen über die Holzleiter überwunden werden.
Die Orgel der Kirche St. Christophorus von unten: Im Jahr 2018 wird sie 100 Jahre alt.© Foto: Sylvia vom Hofe
Wie gut, dass diese Orgelpfeife einen Deckel hat. Der hat verhindert. dass Staub und Schmutz, die von der Decke fallen, in das Instrument gelangt sind. © Foto: Sylvia vom Hofe
Staub auf dem Deckel lässt erahnen, wieviel Staub in den Pfeifen liegt, die nicht gedeckelt sihnd.© Foto: Sylvia vom Hofe
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„Ideal wäre es aber, von vorne herein alle vier Etagen auszuräumen“, so Wensing. Schließlich würden Reparaturarbeiten dort nur für noch mehr Staub sorgen. Und der ist der Feind des guten Tons.

Wensing erklärt den Hintergrund: Die natürliche Feuchtigkeit in der Luft führe dazu, dass der Staub mit Ruß und Kerzenbrand verklumpe und verhärte. „Im schlimmsten Fall lassen sich dann die Pfeifen nicht mehr reinigen. Sie müssten komplett ersetzt werden.“

„Je schneller, desto besser“

So weit will er es nicht kommen lassen. „Je schneller wir jetzt die Orgel abbauen und reinigen, desto besser.“ Nach 20 Jahren stehe ohnehin eine turnusmäßige Reinigung wieder an. Die habe aber nur Sinn, wenn es nicht mehr von der Decke riesele, ergänzt Schäfer. Am 13. August will er das auch den Vertretern des Bistums Münster während eines Ortstermins in Werne so erläutern.

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