Die Tiertafel Werne bietet Futter und Versorgung

Verein gegründet

Das eigene Haustier nicht mehr versorgen können - für Tierhalter, die in finanziellen Nöten sind, ist das schrecklich. Nun haben sich engagierte Tierschützer zusammen gefunden und die Tiertafel Werne gegründet, die sich in solchen Fällen um Futter und Versorgung kümmert. Wir stellen das neue Projekt vor - und haben ein Pro & Contra verfasst.

WERNE

von Sabrina Nierhoff

, 24.07.2017 / Lesedauer: 3 min
Die Tiertafel Werne bietet Futter und Versorgung

Stefanie Weinrich (v.l.), Swen Kottlenga und Juliane Westerwelle von der Tiertafel Werne.

Das Projekt „Tiertafel Werne“ kommt immer mehr ins Rollen. Der Verein ist gegründet und auch mit der weiteren Planung rund um das Herzensprojekt von Stefanie Weinrich geht es voran. Für Mittwochabend hatte der neugegründete Verein alle Interessierte zu einem Info-Abend in den Grünen Winkel eingeladen. Viele Tierfreunde kamen, um sich über das neue Projekt zu informieren und weitere Ideen auszutauschen.

Durch Arbeitslosigkeit, Krankheit oder den Renteneintritt geraten viele Menschen in eine finanzielle Notsituation. Dann reicht es oft nicht mehr für die ausreichende Versorgung des treuen Begleiters. Den bedürftigen Hunden, Katzen und Kleintieren soll aber ab sofort geholfen werden. Die Lösung: eine Tiertafel. Die Idee kam Stefanie Weinrich.

Jeder ist willkommen, den Verein zu unterstützen

Jedes der Mitglieder ist auf ein Gebiet spezialisiert – der Grundstein für ein Rund-um-Paket für bedürftige Tierhalter und ihre Vierbeiner ist gesetzt. Jetzt geht es darum, viele Mitglieder für den Verein zu gewinnen, denn nur so kann der Verein langfristig Bestand haben. Egal, ob aktiv oder passiv – jeder ist willkommen, den Verein zu unterstützen.

Auch an den Umweltschutz wird bei dem Projekt gedacht. So gibt es für das Trockenfutter Pfandeimer, die zu jedem Ausgabetermin erneut mitgebracht werden sollen. Der Ausgabetermin soll im letzten Monatsdrittel stattfinden, der genaue Ort steht noch nicht fest.

Mehr Informationen zu dem Verein
Der Verein setzt sich aus Stefanie Weinrich als 1. Vorsitzende und Swen Kottlenga, 2. Vorsitzender, zusammen. Schriftführerin des Vereins ist Juliane Westerwelle. Fabian Cramer ist Schatzmeister und Gerhard Wiesmeth kümmert sich um die Verwaltung. Sonja Elberfeld ist ab sofort für die Koordination der Spenden zuständig und Melina Elberfeld, tiermedizinische Angestellte, steht an den Ausgabeterminen zur Futtermittelberatung zur Verfügung. Kassenprüfer wird Markus Bittner sein. Für die Instandsetzung ist Thorsten Drees zuständig.
Futter und Sachspenden nimmt die Werbeagentur 4umedia, Kamenener Straße 6, Tel. (02389) 9905030, an.
Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der Tiertafel Werne:

Bevor die Tiere also schweren Herzens von ihren Besitzern abgegeben werden müssen, weil es finanziell nicht mehr möglich ist, kommt die Tiertafel zum Einsatz.

Zum Hintergrund: Tierliebhaberin Weinrich hatte eine Facebook-Gruppe gegründet. "Es gibt so viel Bedarf in Werne. Das stelle ich immer wieder fest“, so Weinrich. Mitte Juli waren es dann schon 150 Mitglieder. 

 

 

Unsere Redakteure Vanessa Trinkwald (Pro) und Jörg Heckenkamp (Contra) kommentieren das Thema:

 

Pro: Gute Idee!

Erst der Mensch – so denkt der Mensch. Und das ist auch ok. Trotzdem muss es Leute geben, die sich ganz uneigennützig für das Wohl der Tiere einsetzen.

Oft können Halter für diese Misere selber nichts, aber ein Haustier verwahrlosen zu lassen, geht nicht. Die Idee einer Tiertafel in Werne ist toll. Denn wenn wir uns um die Tiere kümmern, kommt das auch ihren Haltern zugute. Tiere können den Menschen Hoffnung geben – und die können wir doch alle gebrauchen.

 

Contra: Ein Fehlsignal!

Essen für Tiere sammeln – kann man was dagegen haben? Ich meine, eine Tiertafel setzt ein falsches Signal. Sie lenkt ab von dem bedeutenderen Problem, dass Menschen oft nicht genug (gesundes) Essen zur Verfügung haben; dass Menschen kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben; dass der Renteneintritt sie arm macht.

Hier würde ich mir mehr Initiative und Engagement wünschen, um Menschen zu helfen. Das hilft letztlich auch ihren Tieren.

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