Dinkelkornbrand aus Werne gewinnt Wettbewerb

Brennerei Ehringhausen

Ausdrucksstark und wuchtig, cremig, körperreich, weich und fruchtig: Es sind starke Attribute, die die Brennerei Ehringhausen zur Charakterisierung ihres Dinkelkornbrandes "Kleiner Lord Nr. 2" findet. Das Produkt hat jetzt beim Internationalen Spirituosen Wettbewerb (ISW) eine besondere Auszeichnung bekommen.

WERNE

, 17.08.2017, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dinkelkornbrand aus Werne gewinnt Wettbewerb

Die Geschwister Georg und Theres Glitz-Ehringhausen aus Werne sind Kornbrenner - und das ziemlich erfolgreich. Für den "Kleinen Lord Nr. 2" gab es jetzt beim Internationalen Spirituosen Wettbewerb die Auszeichnung in der Kategorie "Klare Spirituose des Jahres national".

Die klare Spirituose des Jahres 2017 auf nationaler Ebene kommt aus Werne – so das Urteil der Expertenjury. Eine Nachricht, die die Geschwister Georg (34) und Theres Glitz-Ehringhausen (37), die die Brennerei betreiben, natürlich mit viel Freude aufgenommen haben, wie sie im Gespräch mit unserer Redaktion verraten.

Zumal: Die beiden haben die Brennerei erst 2012 von ihren Eltern übernommen, 2013 die ersten Flaschen abgefüllt und in diesem Jahr zum allerersten Mal am Wettbewerb teilgenommen. Die Medaille „Großes Gold“ gab es dabei für den "Kleinen Lord Nr. 2". Mehr geht fast nicht – außer eben, es kommt noch eine Auszeichnung wie die zum jahresbesten Klaren dazu.

Das Image von Korn aufpolieren

Das Image von Korn, so sagen es die beiden, ist nicht das allerbeste. „Es denken alle, der ist günstig und kratzt im Hals“, sagt Theres Glitz-Ehringhausen und lacht. „Wir wollen das Image wieder dahin bringen, wo es mal war“, so ihr Bruder. Der Korn aus ihrer Brennerei gleiche eher Whiskey, sagt er.

Wichtig ist den beiden, dass sie nur mit Getreide aus ökologischem Anbau arbeiten, das aus der Region kommt. Weizen nutzen sie zwar auch – aber gerade beim jetzt preisgekrönten Brand haben sie Dinkel und Gerstenmalz verwendet. Außerdem wird der Kornbrand drei Jahre lang in speziellen Eichenholzfässern gelagert. Eine Technik, die nicht neu ist, sagt Georg Glitz-Ehringhausen. „Vor 100 Jahren haben das alle Kornbrenner so gemacht.“

Familienunternehmen seit 1962

So weit reicht die Kornbrenntradition auf dem Hof Ehringhausen zwar noch nicht zurück – aber bis 1962 schon. Da haben die Großeltern von Georg und Theres die Brennerei gegründet. Die Familientradition ist den Enkeln der Kornbrenner von damals wichtig. Beispiel dafür ist auch der Name „Der kleine Lord“. Der geht nämlich zurück auf den Ururgroßvater von Georg und Theres zurück, der als erster Bauer in Ehringhausen Dinkel anbaute und sich – daher der Spitzname – gerne in Schale schmiss.

Eine Flasche (500 ml) des nach ihm benannten Brandes kostet 45 Euro. Es gibt ihn auf dem Hof, Ehringhauser Weg 2, im Fach- oder Onlinehandel. 14 Produkte – darunter neben Korn auch Gin, Geist und Liköre – gehören zum Sortiment der Brennerei. Der Preisträger ist ein limitiertes Angebot – im Juli 2012 destilliert und im August 2015 in Flaschen gefüllt. Die Philosophie ist eben: „Charakter braucht Zeit.“

Das ist der Internationale Spirituosen Wettbewerb (ISW)
Er ist international, also hat der Spirituosen-Wettbewerbe auch einen englischen Titel: „International Spirits Award“ heißt der Wettbewerb, bei dem die Brennerei jetzt so gut abgeschnitten hat.
Ausgetragen wird er von dem in Süddeutschland sitzenden Meiniger Verlag, der 1903 in Neustadt an der Weinstraße gegründet wurde und unter anderem die Fachzeitschrift „Das Weinblatt“ herausbringt.
Der Wettbewerb hat 2017 zum 14. Mal stattgefunden.
900 Spirituosen standen dabei auf dem Prüfstand.
Die Jury besteht aus 60 Experten.
Die Medaille „Großes Gold“ wurde dabei nur 16-mal vergeben – einmal nach Werne an die Brennerei Ehringhausen.
Mit vier weiteren Medaillen wurden die Schnäpse der Brennerei ausgezeichnet: Es gab zweimal Gold und zweimal Silber.

 

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