15 Patienten am Tag: Wernes Arztpraxen sind voll mit Opfern des Eichenprozessionsspinners

rnRaupen-Plage

Im Gespräch mit Ärzten in Werne wird deutlich: Die Plage der Eichenprozessionsspinner ist dieses Jahr wirklich schlimm. Außerdem zeigt sich, wie gefährlich der Kontakt mit der Raupe ist.

von Nawid Nabisada

Werne

, 27.06.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist voll in den Werner Arztpraxen. Nicht, weil gerade eine große Grippewelle in Werne grassiert, sondern weil der Eichenprozessionsspinner für juckende Haut und Ausschläge sorgt.

„So etwa einmal die Woche kam ein Patient wegen der Eichenprozessionsspinner im vergangenen Jahr vorbei. Gestern waren es alleine zehn bis zwölf Patienten“, sagt Hautärztin Dr. Barbara Kempkes. Und es geht nicht nur ihr so.

15 Patienten am Tag: Wernes Arztpraxen sind voll mit Opfern des Eichenprozessionsspinners

Ein Nest mit Eichen-Prozessionsspinnern. Im Moment ist die Gefahr durch die Brennhaare besonder groß. © Bodo Marks/dpa (A)

Hausarzt Dipl.-Med. Thorsten Jakubke zählte am Montag, 24. Juni, mindestens 15 Personen mit Beschwerden „Heute waren auch schon fast wieder 10 Patienten hier“ erklärt er am Dienstag darauf.

Im Vergleich zu den im letzten Jahr sehr unauffälligen Patientenzahlen aufgrund der Raupe, haben in diesem Jahr alle Ärzte in unserer Befragung ein hohes Auftreten der Symptome bei Patienten bestätigt. Teilweise verbreitet sich der Ausschlag über den ganzen Arm, oder das ganze Bein.

Viele Hundehalter unter den Opfern

Die giftige Raupe befindet sich aktuell in ihrer für den Menschen gefährlichsten Phase. Ihre Stacheln werden vom Wind teilweise bis zu 100 Meter weit getragen und verursachen Hautausschläge und brennenden Juckreiz. Im Gespräch mit Wernes Haut- und Hausärzten wird der Ausmaß der diesjährigen Plage deutlich.

Größtenteils sind die Betroffenen Spaziergänger, die etwa mit dem Hund unterwegs waren, viele davon in der Nähe des Stadtwaldes. Menschen aller Altersgruppen sind von dem Ausschlag betroffen.

Arzt Jakubke leidet selbst unter „brennendem, juckendem Schmerz“

Selbst der befragte Arzt Jakubke leidet unter dem nach seiner Bezeichnung „brennenden juckenden Schmerz“. Er weiß von zwei Fällen, bei denen die Betroffenen auch unter Atemnot litten. Jedoch ist das in der Regel nicht der Fall.

Dem Arzt zufolge gab es einen Notfall, welcher zu einem Krankenhausaufenthalt führte. Doch daran soll der Patient eine Mitschuld gehabt haben.

Der Mann aus Werne habe versucht, eine Reihe von Eichenprozessionsspinnern selbst zu entsorgen. Als sein Plan jedoch schief ging, kam der Mann in direkten Kontakt mit den Tieren.

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Bei Fällen von Ausschlägen, die nicht notwendig im Krankenhaus behandelt werden müssen, verschreiben alle Ärzte unserer Befragung Kortison-Salbe beziehungsweise eventuell Antibiotika bei aufgekratzten Wunden.

Ärzte und Behörden empfehlen, den Kontakt mit den kleinen Lebewesen so gut es geht zu vermeiden. Sollte die Entsorgung der Tiere zum Beispiel aus dem eigenen Garten vonnöten sein, wird den Bewohnern empfohlen, die zuständige Behörde (Stadtverwaltung) zu informieren.

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