Spaziergänger Hermann Klas traf am Freitagvormittag im Wald auf eine Gruppe freilaufender Hühner. © privat
Tiere in schlechtem Zustand

Eineinhalb Stunden Hühnerjagd im Unterholz am grünen Winkel Werne

Ein Spaziergänger entdeckte am Freitagvormittag freilaufende Hühner im Wald. Die Freiwillige Feuerwehr nahm sich der krank wirkenden Tiere an. Nicht alle haben die Retter einfangen können.

Hermann Klas hat auf seinem Spaziergang am Freitagvormittag (29.10.) eine ungewöhnliche, wenngleich auch bittere Entdeckung gemacht. In einem Waldgebiet an der Horster Straße in Höhe Grüner Winkel traf er auf eine Gruppe freilaufender Hühner und Hähne. „Die waren in einem miserablen Allgemeinzustand“, sagt Hermann Klas. Die meisten der rund 10 bis 20 Tiere wiesen kahle Stellen im Gefieder auf, einige hätten laut Aussage des Spaziergängers ausgezehrt am Wegesrand gesessen.

Erschöpfte Tiere hatten sich am Wegesrand niedergelassen.
Erschöpfte Tiere hatten sich am Wegesrand niedergelassen. © privat © privat

Spekulationen über Zustand und Auffinde-Situation

Tobias Tenk, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr in Werne, bestätigt diese Beobachtung. „Denen ging es augenscheinlich nicht gut“, so Tenk. Über den Zustand und die Herkunft ließen sich bislang nur Vermutungen anstellen.

„Ich könnte mir vorstellen, dass ein Privathalter die Hühner nicht mehr wollte und sie deshalb ausgesetzt hat“, mutmaßt Tenk. Der schlechte Zustand der Tiere weise außerdem auf eine nicht artgerechte Haltung hin.

Experten betonen immer wieder, dass gegenseitiges Federpicken bei Hennen auf Langeweile und zu wenig Auslauf hinweise. Hermann Klas spekuliert ebenfalls: „Vielleicht stammen die Tiere ursprünglich aus einer Legebatterie.“

Die Freiwillige Feuerwehr Werne fing fünf Tiere ein.
Die Freiwillige Feuerwehr Werne fing fünf Tiere ein. © Freiwillige Feuerwehr Werne © Freiwillige Feuerwehr Werne

Die Freiwillige Feuerwehr, die sich der Tiere annahm, war an diesem Tag wegen einer sogenannten amtlichen Hilfeleistung an der Horster Straße nur zufällig in der Gegend. Dort wurden die Feuerwehrleute auf die ungewöhnliche Situation angesprochen. „Im Anschluss haben wir uns für eineinhalb Stunden auf Hühnerjagd begeben“, berichtet der Pressesprecher.

Den ein oder anderen Helfer mag die Situation auch an die Eiersuche zu Ostern erinnert haben, da einige Hühner hier und da ein Ei zurückgelassen hatten.

Fünf Hühner wurden in „Gewahrsam“ genommen

Die Feuerwehr organisierte im Laufe des Vormittages Transportboxen und Futter. Leider sei es dennoch nicht gelungen, alle Tiere einzufangen: „Wir konnten fünf Hühner in Gewahrsam nehmen, die anderen sind in den Brombeerbüschen verschwunden. Die waren sehr scheu und aufgeschreckt, deshalb mussten wir unsere Hühnerjagd ab einem gewissen Zeitpunkt leider einstellen.“

Die Hühner waren augenscheinlich in einem schlechten Zustand.
Die Hühner waren augenscheinlich in einem schlechten Zustand. © privat © privat

Mittlerweile befinden sich die geretteten Tiere in Obhut einer Tierschützerin, die ebenfalls vor Ort war. Die Feuerwehr streute zusätzlich Futter aus und hofft nun, die übrigen Hühner anlocken und in den kommenden Tagen einfangen zu können. „Wir möchten natürlich nicht, dass sich der Fuchs die Vögel holt oder sie anderweitigen Gefahren ausgesetzt sind“, sagt Tobias Tenk.

Über die Autorin
Volontärin
Gebürtige Sauerländerin. Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft sowie der Germanistik in Frankfurt am Main, es folgte ein Studium der Kulturpoetik in Münster. Parallel als Journalistin für Print und Hörfunk aktiv. Seit Oktober 2021 Volontärin bei Lensing Media.
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Janka Hardenacke

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