Elektronik oder Bierhefe? Das hilft wirklich gegen fiese Insektenstiche

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Für manche Menschen sind Insektenstiche in jedem Sommer lästig. Immer häufiger entzünden sich die Stiche, wie Experten sagen. Sie verraten, was wirklich gegen Juckreiz und Allergien hilft.

Werne

, 19.08.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Menschen zieht es ans Wasser: Einen Spaziergang am Kanal entlang oder ein Platz im Biergarten direkt in Flussnähe sind in den Sommermonaten beliebt. Doch am Wasser sind natürlich auch viele Insekten unterwegs. Wer von den kleinen Tieren gestochen wird, kann mit verschiedenen Präparaten und neuen Techniken für Linderung sorgen.

Extreme Fälle häufen sich

„Man erkennt, dass sich die Stiche immer öfter entzünden. Manche Kunden kommen mit richtig geschwollenen Stellen zu uns“, erklärt Julia Matlachowsky, Leiterin der Apotheken am Solebad und am Steinhaus. In besonders schlimmen Fällen müssen Antibiotika ran. Auch das Team von der Christophorus-Apotheke schickt die Kunden bei akuten und extremen Fällen direkt zum Arzt, wie Inhaberin Ursula Brinkmann-Trötsch erklärt. Sie berichtet auch von „stark infizierten Stichen, bei denen sich der Einstichkanal entzündet“.

Elektronik oder Bierhefe? Das hilft wirklich gegen fiese Insektenstiche

Kühl-Gels, Salben (teilweise mit Kortison), Tabletten oder der elektronische Stichheiler: Es gibt viele verschiedene Heilmittel gegen Insektenstiche. © Andrea Wellerdiek

Stichheiler ist zu empfehlen

Bevor es aber zu einer Entzündung kommt, kann eine recht neue Technik für sofortige Abhilfe sorgen. Ein elektronischer Stichheiler sei ein probates Mittel gegen Insektenstiche, so Matlachowsky.

Der Stift „Bite Away“ arbeitet mit Licht, das auf die gestochene Hautfläche für einige Sekunden gehalten wird. Mit der entstehenden Hitze wird das Gift denaturiert, also unwirksam gemacht.

„Am besten nimmt man den Stift immer mit. Wenn man ihn direkt nach einem Stich einsetzt, dann lindert er sofort den Juckreiz. Das funktioniert sehr gut“, sagt Matlachowsky, die den Stift ihren Kunden empfiehlt. Kostenpunkt: knapp 30 Euro.

„Juckreiz wird sofort gelindert“

Der Stift, der laut Herstellerangaben bei Stichen und Bissen von Mücken, Wespen, Bienen, Hornissen oder Bremsen hilft, ist auch für Kinder geeignet. Mit zwei Stufen wird die Lichttherapie unterschiedlich lange auf der Haut angewendet. Auch Ursula Brinkmann-Trötsch befürwortet den Einsatz des Stichheilers.

„Er wirkt wirklich sehr gut. Der Juckreiz wird sofort gelindert. Ich habe es selbst ausprobiert, bevor wir es in unser Sortiment aufgenommen haben“, sagt die Expertin. In diesem Jahr hat sie den Stift erstmals auf Lager. Im vergangenen Jahr gab es ihn nur auf Kundenbestellung.

Elektronik oder Bierhefe? Das hilft wirklich gegen fiese Insektenstiche

Ursula Brinkmann-Trötsch, Inhaberin der Christophorus-Apotheke, verkauft häufig den Stichheiler „Bite Away“. © Andrea Wellerdiek

Armbänder mit Unwetter-Geräuschen

Auch Armbänder, die durch einen bestimmten Geruch oder gar durch imitierte Unwetter-Geräusche Insekten vertreiben sollen, sind mittlerweile auf dem Markt. Von letzterem hat Julia Matlachowsky noch nicht gehört. Armbänder mit unbeliebten Gerüchen für Insekten (für rund 8 Euro) verkauft sie in Werne nur selten.

In der Christophorus-Apotheke gibt es auch Armbänder mit ätherischen Ölen. Durch die Körperwärme werden diese aktiviert. Diese Bänder seien zwar auch für Kinder ab zwei Jahren geeignet, so Brinkmann-Trötsch. Allerdings würden diese Bänder nicht gegen Bremsenstiche helfen und seien in der Anwendung nicht unbedingt immer praktikabel.

„Wenn es sehr warm ist, kann sich das Mittel verflüssigen. Das ist dann suboptimal“, kritisiert die Expertin. Somit verkauft ihr Team seltener diese Anti-Mücken-Bänder.

Elektronik oder Bierhefe? Das hilft wirklich gegen fiese Insektenstiche

Wenn man schon gestochen wurde, helfen Kühl-Gels oder Salben, erklärt Julia Matlachowsky, Leiterin der Apotheken am Steinhaus und am Solebad. © Andrea Wellerdiek

Hausmittel und Abwehrsprays

Häufiger gehen in diesem Sommer hingegen Salben (teilweise auch mit Kortison), Kühlgels gegen Juckreiz oder antiallergische Präparate über die Ladentheke. Aber auch einfache Hausmittel, wie etwa Bierhefe-Präparate oder essigsaure Tonerde als Umschläge, könnten laut der Expertin helfen.

Um sich vorbeugend vor Stichen zu schützen, werden gern Abwehrsprays aus chemischen oder pflanzlichen Stoffen genutzt, erklären die beiden Apothekerinnen weiter.

Es kann auch helfen, helle, lange Kleidung zu tragen. Wirksam sind auch Vitamintabletten. Denn wer generell über einen guten Vitamin-B6-Status verfügt, wird weniger gestochen, erklärt Matlachowsky.

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