Stimme aus der AFG-Elternschaft: Lehren aus dem ersten Lockdown gezogen

rnDigitalisierung

Der digitale Unterricht im März hat nicht nur Schulen und Lehrer überrumpelt, sondern auch die Eltern. So sieht ein Elternschaftsvertreter des Anne-Frank-Gymnasiums in Werne die letzten Monate.

Werne

, 16.11.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schulschließungen und Online-Unterricht: Der Anfang der Pandemie warf nicht nur für Schüler und Lehrer große Fragen auf, sondern stellte auch Eltern vor ungekannte Herausforderungen.

Holger Lipke sitzt in der Elternschaft des Anne-Frank-Gymnasiums und hat zwei Kinder auf der Schule, die in Werne als Vorreiter in Sachen Digitalisierung gilt. So hat er die die vergangenen Monate erlebt.

Ausstattung top

„Es gab gute und schlechte Sachen. Die Schule war nicht richtig vorbereitet. Die Lernmittel waren zwar da. Einige Stunden wurden versucht, als Zoom-Meeting abzuhalten, da haben aber nicht alle dran teilgenommen, teils gab es technische Hürden“, erzählt Lipke.

Dies hätte dazu geführt, dass digitaler Unterricht im März eigentlich nicht stattgefunden hat. Mit einem Onlinetool wurde ein digitaler Stundenplan aufgestellt. Dieser hat die Aufgaben verteilt. „Die fertigen Aufgaben wurden nicht besprochen. Es gab kein Feedback“, erklärt der Familienvater.

Lehren gezogen

„Im Prinzip sind die nötigen Werkzeuge fürs digitale Lernen da. Jetzt ist die Schule viel besser vorbereitet. Man hat aus dem Anfang der Pandemie gelernt“, sagt Lipke. Das Anne-Frank-Gymnasium sei mit den iPads bestens ausgerüstet im Vergleich zu anderen Schulen.

Schwierigkeiten sieht das Mitglied der Elternschaft beim Einrichten der Software beziehungsweise Apps: „Die Schule braucht Lehrer, die das können. Das ist eine logistische Meisterleistung. Da kann man soviel Geld reinpulvern, wie man will. Es wird nicht klappen“.

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Im Ganzen sehr zufrieden

Wegen eines Stromausfalls beim Verteilerkasten seien Lehrer teilweise nicht erreichbar gewesen. Mit der digitalen Ausstattung ist der Familienvater zufrieden. Es gebe digitale Tafeln, die mit dem iPad angesteuert werden. Beides sei überall in der Schule vorhanden. Die W-Lan-Infrastruktur mache ebenfalls keine Probleme. „Ich bin im Ganzen sehr zufrieden“, sagt Lipke.

Ungleichheit bei den Voraussetzungen im digitalen Lernen sei kein Thema in der Elternschaft des Anne-Frank-Gymnasiums: „Wenn man das Geld nicht hat, werden die iPads gesponsert.“

Streitpunkt Datenschutz

Ein Punkt, den Holger Lipke nicht verstehen kann, ist die Diskussion um die Sicherheit von Zoom-Meetings. „Die Zoom-Meetings sind verpönt aus datenschutzrechtlichen Gründen, es sei nicht sicher genug. Diese Scheindiskussion finde ich vorgeschoben. Die Frage sollte doch sein 'Wie kriege ich beim Lockdown Onlineunterricht hin?' und nicht 'Wo steht der Server?'. Das finde ich nicht zielführend“, erklärt der Familienvater abschließend.

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