Falsche Anzeigen und kuriose Durchsagen sorgen für Ärger bei der Eurobahn

rnRB50-Linie

Der Zug fällt aus, obwohl er fährt: Falsche Fahrgastinformationen sorgen derzeit in der Eurobahn (RB50) für Irritationen. Oben drauf kommt eine falsche Durchsage. Nun ist klar, wie das passieren kann.

Werne, Ascheberg, Capelle, Lünen

, 12.11.2020, 16:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zug fällt aus - das haben Kunden der RB50-Linie der Eurobahn nun in der App der Deutschen Bahn gelesen. Verärgert haben sie sich Alternativen gesucht. Das brauchten sie aber gar nicht. Denn der Zug ist gefahren! Wie kann das sein? Derzeit kämpfen die Verantwortlichen der Eurobahn mit fehlerhaften Fahrgastinformationen. Das heißt, die Fahrpläne und Abfahrten, die auf den Anzeigen an den Bahnsteigen oder in der DB-App zu sehen sind, stimmen nicht mit der Realität überein.

Fehlerhafte Informationen seit Anfang November

Das Problem ist auf eine Umstellung der Software zurückzuführen, wie Nicole Pizzuti, Unternehmenssprecherin von Keolis, dem Eurobahn-Betreiber, erklärt. Die neue Technik ist seit dem 1. November im Einsatz. Seitdem gibt es auch die fehlerhaften Fahrgastinformationen.

Laut Pizzuti müssen zwei Software-Programme zusammengefügt werden. Bei der Schnittstelle zu dem externen Anbieter sei es zu Problemen gekommen. Mittlerweile habe man aber 70 Prozent der Fahrplandaten wieder richtig hergestellt. „Bei den anderen 30 Prozent ist der Software-Hersteller noch auf Fehlersuche. Es ist komplizierter als gedacht und dauert deshalb auch länger, als uns lieb ist“, so Pizzuti weiter.

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Nach den monatelangen Bauarbeiten sei man nach der Freigabe der Strecke mit den Halten in Ascheberg, Capelle, Werne und Lünen im Oktober wieder mit Einschränkungen auf der RB50 gestartet. Wegen Gleisarbeiten oder verspäteten Fernverkehrszügen, die wieder auf der eingleisigen Strecke zwischen Münster und Dortmund Vorrang haben, habe es Verspätungen und Zug-Ausfälle gegeben.

„Das ist ärgerlich. Es sind aber Dinge, die wir selbst nicht verschuldet haben. Bei den nun fehlerhaften Fahrgastinformationen ist das anders. Da sind wir in der Verantwortung. Den Schuh müssen wir uns anziehen“, sagt Pizzuti. Sie rät Kunden, sich ausschließlich auf der Internetseite der Eurobahn zu informieren. Dort werde die aktuelle Verkehrslage ohne Fehlinformationen wiedergegeben.

Alte Durchsage sorgt bei Eurobahn-Kunden für Irritationen

Diese gab es allerdings nun bei einer Durchsage am Dienstagmorgen (10. November) am Bahnhof in Münster. „Liebe Kunden, die Strecke zwischen Münster und Dortmund ist ab dem 6. Januar bis August aufgrund von Bauarbeiten gesperrt“, schallte es aus den Lautsprechern. Die Fahrgäste reagierten geschockt.

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90 Sekunden später dann die Entwarnung. Der Lokführer klärte auf, dass sich niemand Sorgen machen müsse. „Die Strecke wird natürlich nicht wieder gesperrt“, sagt er, „das ist ein alte automatische Durchsage gewesen. Ich bitte um Entschuldigung.“ Dem kann Unternehmenssprecherin Nicole Pizzuti nur beipflichten: „Da hat der Triebwerksführer wohl aus Versehen einen falschen Knopf gedrückt. Das war ein Fehler, der passieren kann. Aber die alte Ansage hätte man auch löschen müssen“.

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