Erst Sturm, dann Corona: Diakon Reckmanns Einführung fällt zweimal aus

rnEvangelische Kirche

Im Februar vereitelte Sturm Sabine die Amtseinführung von Michael Reckmann. Auch der Ersatztermin fiel aus: Corona-Krise. Dennoch wurde der Diakon herzlich in der Gemeinde aufgenommen.

Werne

, 17.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Diakon Michael Reckmann (53) hat gewaltiges Pech: Schon zum zweiten Mal musste seine offizielle Amtseinführung ausfallen. Im Februar trat er den Dienst in der evangelischen Kirchengemeinde an. In einem Einführungsgottesdienst sollte er geweiht und offiziell in die Gemeinde aufgenommen werden. Doch aufgrund von Sturm Sabine wurde die Feier abgeblasen. „Ohne Segnung arbeiten zu müssen, ist natürlich nicht so optimal“, kommentierte Reckmann die geplatzte Einführungsfeier im Februar.

An die Arbeit machte sich der Diakon dennoch. In seinem Büro in der Wichernstraße hatte er sich gerade richtig eingelebt, da rollte die Corona-Krise auf Werne zu und verbannte ihn ins Homeoffice. Der geplante Ausweichtermin für die Amtseinführung im April fiel deshalb ebenfalls aus. Dennoch fühlt sich der gebürtige Hammer in Werne bereits pudelwohl.

Enger Kontakt trotz Homeoffice

„Ich wurde total herzlich mit offenen Armen aufgenommen. Alle haben sich gefreut, dass ich da bin. Auch der Kontakt zur katholischen Kirche ist gut und ich habe bereits die ersten Projekte mit den Jugendlichen gestartet“, berichtet der Diakon. Er ist als Gemeindepädagoge vorrangig für die Jugendarbeit und Online-Angebote zuständig.

Direkt nach dem ersten Treffen mit den Jugendlichen wurden Treffen dieser Art aufgrund der Corona-Lage verboten. Nun hält Reckmann über Whatsapp, Instagram und Co. Kontakt zu seiner Gemeinde. Nebenbei bastelt er an einer neuen Homepage für die evangelische Kirche in Werne, zu deren Wirkungskreis auch Herbern gehört.

Eigene Homepage für die evangelische Jugend in Werne

Reckmann ist es wichtig, die Jugendlichen aktiv mitwirken zu lassen. Jeder solle seine eigenen Stärken in die Gemeinde einbringen. So arbeiten die Jugendlichen nun beispielsweise an einer eigenen Website, https://www.konfi-on-line.de/. Die Jugendarbeit mache dem Diakon trotz aller aktuellen Hindernisse richtig Spaß. Er habe die Werner Jugendlichen schon jetzt ins Herz geschlossen. „Der kleinstädtische Charakter von Werne sorgt dafür, dass sich gefühlt alle untereinander kennen und sich gegenseitig unter die Arme greifen“, findet Reckmann.

Die evangelische Kirche hat über Ostern vier Gottesdienste live übertragen. Reckmann freut sich sehr über die Resonanz: „Jeder dieser Gottesdienste wurde mindestens 200 Mal geklickt. Ausgehend davon, dass auch Familien gemeinsam den Stream geschaut haben, rechne ich mit 500 Zuschauern. Die wären in dieser Formation wohl nicht in die Kirche gekommen.“ Möglich sei es, dass auch künftig größere Gottesdienste live übertragen werden. Auch auf die kleinen Kurzimpuls-Texte, die die Kirche täglich auf ihrer Homepage postet, gäbe es viele Rückmeldungen.

„Die Gemeinde geht uns nicht flöten“

Er habe auch von Fällen gehört, wo die Gemeindemitglieder die Texte ausgedruckt und den Leuten ohne Computer mitgebracht haben. „Die Gemeinde geht uns nicht flöten. Auch wenn wir uns gerade nicht treffen können, sind wir gut vernetzt“, so der Diakon. Auch ältere Gemeindemitglieder würden nun die Möglichkeiten von Instagram und Co. entdecken.

Wann Reckmanns Einführungsgottesdienst nun tatsächlich stattfinden kann, ist noch unklar. Sicher sei aber, dass die Kirche bis dahin geöffnet sein muss, denn „am Bildschirm kann man niemanden begrüßen und in seinen Kreis aufnehmen.“, findet Reckmann.

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Auch Pfarrerin Carolyne Knoll sollte ursprünglich gemeinsam mit dem Diakon am 5. April offiziell in die Kirche eingeführt werden. Aktuell tüftelt das Pfarrteam, wie Veranstaltungen und Gottesdienste in der Zukunft unter Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen stattfinden können. „So einen Gottesdienst ins Leere zu sprechen ist einfach nicht dasselbe“, meint Reckmann.

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