Ex-Möbelhaus jetzt offiziell Sitz der AG Flüchtlinge

Schlüsselübergabe

Das ehemalige Möbelhaus Reuter-Tönies auf der Ecke Burgstraße/Münsterstraße im Werner Zentrum ist seit Samstag offiziell Sitz der Arbeitsgemeinschaft Flüchtlinge mit ihren rund 130 Mitgliedern. Sozialdezernent Frank Gründgen übergab symbolisch den Schlüssel. Allerdings lässt sich damit nur ein kleiner Teil der Räume aufschließen.

WERNE

, 28.02.2016, 12:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ex-Möbelhaus jetzt offiziell Sitz der AG Flüchtlinge

Gruppenbild im Eingangsbereich.

Die Stadt hatte das ehemalige Möbelhaus mit drei Gebäudeteilen – einer rund 100 Jahre alt, der zweite 60 und der dritte 40  - Ende vergangenen Jahres gekauft. Den Großteil des Gebäudekomplexes hat sie umbauen lassen zu Wohnungen: Platz für 80 Flüchtlinge. Im ältesten Gebäudeteil befinden sich die Räume für die Arbeitsgemeinschaft.

Rechts vom gläsernen Haupteingang ein Büro, links ein Besprechungszimmer und dazwischen ein Flur mit Regalen voller Infobroschüren. Dahinter ist eigentlich Schluss. Dennoch war am Samstag die Verbindungtür geöffnet. Sie führt in einen großen Raum mit bodentiefem Fenster zum Flüsschen Horne: ideal für einen offenen Treffpunkt mit Internet-Café, wie es sich die Arbeitsgemeinschaft schon lange wünscht. „Wir müssen das aber erst noch abstimmen mit den beiden neuen Sozialarbeitern, die hoffentlich im Sommer kommen“, so Steiger.

Die Stadt hat beim Land die Förderung der beiden Stellen beantragt. Der eine Sozialarbeiter werde die ehrenamtliche Hilfe koordinieren, bestätigte Dezernent Gründgen. „Der andere soll sich schwerpunktmäßig um die Flüchtlinge im Innenstadtquartier kümmern.“ Allein 250 der derzeit 520 in Werne lebenden Asylbewerber wohnten schließlich im Umkreis von rund 500 Metern vom ehemaligen Möbelhaus. „Sobald die beiden neuen Kräfte da sind, werden wir uns bestimmt einigen, wie wir diesen großen Raum nutzen“, zeigte sich Steiger zuversichtlich. Er hofft, dass sich die beiden Sozialarbeiter einen gemeinsamen Arbeitsraum, der rechts abgeht, teilen können.

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Flüchtlingshelfer erhalten Schlüssel für Ex-Möbelhaus

Eine neue Nutzung für das ehemalige Möbelhaus Reuter-Tönies in Wernes Zentrum: Die Arbeitsgemeinschaft Flüchtlinge hat mehrere Räume bezogen. Außerdem entstehen dort Wohnungen. Hier Fotos der offiziellen Schlüsselübergabe.
28.02.2016
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Auch ein Flüchtling aus Eritrea war unter den Gästen: Berihus Mebrauton.© Foto: Sylvia vom Hofe
Gruppenbild im Eingangsbereich.© Foto: Sylvia vom Hofe
Hier sind Flüchtlinge willkommen.© Foto: Sylvia vom Hofe
Spielerisch Deutsch lernen. Das ist hier auch möglich.© Foto: Sylvia vom Hofe
Viele Gäste drängten sich in den Räumen.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Große Raum mit Blick zur Horne.© Foto: Sylvia vom Hofe
Sozialdezernent Frank Gründken spricht zu den Gästen.© Foto: Sylvia vom Hofe
Frank Gründgen hat den ehrenamtlichen Helfern Nervennahrung mitgebracht.© Foto: Sylvia vom Hofe
Informationsmaterial liegt hier aus.© Foto: Sylvia vom Hofe
Informationsmaterial liegt hier aus.© Foto: Sylvia vom Hofe
Müssen auch Flüchtlinge lernen: das Prinzip der Mülltrennung.© Foto: Sylvia vom Hofe
Aktuelle Informationen erhalten Flüchtlinge in den neuen Räumen.© Foto: Sylvia vom Hofe
Das neue Büro.© Foto: Sylvia vom Hofe
Viel los war am Samstag im ehemaligen Möbelhaus Reuter.© Foto: Sylvia vom Hofe
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Zentrale Lage, helle Räume - Vereinsvertreter sind begeistert

Zahlreiche Aktive schauten sich am Samstag das neue Domizil der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer an. Ulla Rinnen, die Schatzmeisterin des Vereins, freute sich besonders über das Büro rechts. Bislang hatte sie die Arbeit von zuhause aus erledigen müssen. Die ehrenamtlichen Sprachlehrer wie Edeltraud Herwig schätzen vor allem das Zimmer gegenüber mit der Tischgruppe und den zahlreichen Sitzgelegenheiten: Da lasse sich auch ´mal Nachhilfeunterricht anbieten.

Oder Gespräche bei Problemen. In den Flüchtlingsunterkünften sei es dafür oft zu laut. Auch Berihu Mebrauton  gefiel die neue Anlaufstelle. Der 22-jährige Mann aus Eritrea war ebenfalls  zur Einweihung gekommen. Die Lage des Hauses sei zentral, die Räume seien schön hell. „Das gefällt mit.“

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Wann die Flüchtlinge einziehen, steht noch nicht genau fest

Ab Montag wird die Tür zum ehemaligen Möbelhaus für Flüchtlinge regelmäßig offen stehen: wann genau, ist noch nicht geklärt. „Darüber werden wir in den Arbeitsgruppen noch sprechen“, sagte der Vereinsvorsitzende Dr. Hermann Steiger. Er gehe aber von mindestens zwei- bis dreimal in der Woche aus.

Wann die ersten Flüchtlinge in die zu Wohnungen umgestalteten Räume im hinteren Bereich ziehen werden, steht ebenfalls noch nicht genau fest. Zurzeit erhält die Stadt keine neuen Zuweisungen. Noch rechnet ihnen das Land die 200 Flüchtlinge an, die in der zur Notunterkunft umfunktionierten Sporthalle in Stockum untergebracht sind. Das könnte sich aber im Laufe des Monats März ändern.

Nutzungs- oder Energiekosten für die neuen Räumlichkeiten im Reuter-Gebäude waren bislang im Gespräch ziwschen Stadt und Arbeitskreis kein Thema. „Wir sind ja dankbar, dass die Arbeitsgruppe Flüchtlinge uns so großartig unterstützt“, so Frank Gründgen. 

 

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