Entkerntes Fachwerkhaus Burgstraße 13 ist einsturzgefährdet

Westmauer gesperrt

Das Fachwerkhaus Burgstraße 13 ist einsturzgefährdet. Die Stadt hat sicherheitshalber die Gasse hinter dem Gebäude, die Westmauer, gesperrt. Der Eigentümer soll einen Statiker einschalten.

Werne

, 04.04.2019, 18:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Entkerntes Fachwerkhaus Burgstraße 13 ist einsturzgefährdet

Die Stadt die Baustelle an der Westmauer vorübergehend gesperrt. Das Haus an der Burgstraße 13 soll einsturzgefährdet sein. © Mario Bartlewski

Die Stadtverwaltung hat am Donnerstagmorgen, 4. April, gemeinsam mit dem Denkmalamt die Baustelle Burgstraße 13 besichtigt. Dabei kamen die Experten zu der Einschätzung, dass das stark entkernte Fachwerkhaus einsturzgefährdet ist.

In einer Pressemitteilung der Stadt heißt es: „Nachdem der Bauherr vor einigen Wochen bereits die Stützen der südlichen Wand (zur Burgstraße 11 hin) entfernt hat, sind in den letzten Tagen auch wesentliche Teile der Rückwand zur Westmauer hin beseitigt worden. Nach unserer Einschätzung ist das Gebäude jetzt einsturzgefährdet. Somit besteht dringender Handlungsbedarf.“

Entkerntes Fachwerkhaus Burgstraße 13 ist einsturzgefährdet

Die Stadt bemängelt nicht-denkmalgerechte Arbeiten in dem entkernten Fachwerkhaus. © Mario Bartlewski

Erste Maßnahme zur Sicherung: Der Bauhof sperrte am Donnerstagnachmittag, 4. April, die Rückseite des Gebäudes, also ein Stück der Gasse Westmauer. Anwohner müssen deshalb Einschränkungen hinnehmen.

Die Wegnahme der Stützen an Süd- und Rückseite habe zur Instabilität beigetragen, sagt Planungsdezernent Ralf Bülte auf Anfrage: „Die Entkernung ist nicht denkmalgerecht erfolgt.“ Er habe die Nachbarin in der Burgstraße 11 (Friseurgeschäft) über die heikle Lage informiert. Bülte: „Sie soll auf ungewöhnliche Geräusche achten und uns sofort informieren.“

Eigentümer hat zugesagt, einen Statiker zu holen

Die Verwaltung habe sich mit dem Eigentümer in Verbindung gesetzt. Der habe zugesagt, einen Statiker zu beauftragen, der die Baustelle möglichst schnell inspizieren soll. „Wir werden da Montag nachhaken, ob etwas passiert ist“, sagt Ralf Bülte. Er kann seinen Ärger über die langwierige und offenbar nicht sachgerechte Sanierung kaum verbergen.

Das sah vor fast zwei Jahren ganz anders aus. Im April 2017 kündigte der Investor Ilir Krasniqi aus Lünen die denkmalgerechte Sanierung des heruntergekommenen Fachwerkhauses und den Einbau von drei Wohnungen an. Denkmalpflegerin Dr. Bettina Heine-Hippler meinte damals.: „Die Öffentlichkeit braucht solche Investoren wie Herrn Krasniqi, die aus eigenem Antrieb ein Denkmal erhalten wollen.“

Sanierung dümpelt seit Monaten vor sich hin

Doch von dem anfänglichen Schwung der Sanierung ist kaum etwas geblieben. Seit Monaten dümpelt das Projekt vor sich hin, Arbeiter sind so gut wie nie in der Burgstraße 13 zu sehen.

Von uns angesprochen auf die aktuelle Entwicklung versichert Ilir Krasniqi, dass am Freitagmittag ein Statiker sich die Baustelle ansehen werde. „Was wir bisher dort gemacht haben, ist nicht gefährlich“, widerspricht er der Einschätzung von Stadt und Denkmalexperten.

Eigentümer: Spezialarbeiten brauchen Zeit

Die Verzögerungen erklärt er mit den Besonderheiten einer solchen Umwandlung: „Das sind Spezialarbeiten, die dauern ihre Zeit.“ Er habe weiterhin Spaß an dem Projekt „und es wird auf jeden Fall fertig“.

Daran scheint die Stadt nicht mehr so recht zu glauben. Dezernent Ralf Bülte: „Wir haben viel Geduld gehabt, aber sehen keine Fortschritte. Vielleicht passiert jetzt etwas, wo Druck reinkommt.“

Kommentar von RN-Redaktionsleiter Jörg Heckenkamp: Das entkernte Fachwerkhaus wird nicht so schnell in sich zusammenbrechen. Wenn es so wackelig wäre, hätte die Stadt noch ganz andere Maßnahmen ergreifen müssen. Das jetzige Vorgehen hat zwei Stoßrichtungen. Einmal, auch versicherungsrechtlich, für den Fall des Falles gewappnet zu sein. Wenn etwa ein starker Sturm doch die Standfestigkeit gefährden sollte. Zweitens: Druck auf den Inhaber auszuüben. Der hatte sich vor zwei Jahren im Beisein zahlreicher öffentlicher Vertreter für sein Engagement um den Erhalt eines Denkmales feiern lassen. Heute ist die einstige Feststimmung einer Ernüchterung gewichen. Die Baustelle liegt mehr oder weniger brach. Die Stadt ist verärgert. Jetzt ärgert sie zurück.
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