Faustschlag beim Fußballspiel: Gefängnisstrafe für Zuschauer aus Werne

rnGewalt beim Fußball

Beim Fußballspiel der Türkisch-Islamischen Union Rünthe gegen den SuS Kaiserau streckte ein Werner Zuschauer einen Spieler mit einem Faustschlag nieder. Jetzt muss er dafür ins Gefängnis.

Werne

, 28.02.2019, 16:35 Uhr / Lesedauer: 1 min

Lange Zeit lieferten sich die TIU Rünthe und der SuS Kaiserau am 8. Oktober 2017 einen heißen, aber fairen Kampf. Doch als in der 80. Minute die Stimmung kippte, rückte ein 32-jähriger Mann aus Werne in den Mittelpunkt, der als Zuschauer vor Ort war.

Der Bruder des 32-Jährigen holte einen Gegenspieler rüde von den Beinen und wurde daraufhin von dem Gefoulten umgeschubst. Es kam zur Rudelbildung. Als die Situation fast schon bereinigt schien, sprang plötzlich der Werner über die Bande, rannte auf das Getümmel zu und schlug einem Spieler der gegnerischen Mannschaft ins Gesicht.

Angeklagter vorher schon zu Bewährungsstrafe verurteilt

Dass es sich bei dem Opfer gar nicht um denjenigen handelte, der gerade seinen Bruder umgeschubst hatte, erfuhr der 32-Jährige erst im Prozess am Donnerstag, 28. Februar. „Dafür möchte er sich entschuldigen, er hat sich geirrt“, sagte sein Verteidiger Lars Brögeler.

Das Problem des Werner Angeklagten: Er wurde zuletzt schon zweimal hintereinander zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Deshalb sagten die Dortmunder Berufungsrichter jetzt: Rote Karte, der Mann muss in Haft.

Angeklagter: „Sie zerstören meine Existenz“

Nachdem Richter Meinhard Northoff das Urteil verkündet hatte, brachen bei dem Angeklagten fast alle Dämme. Wütend redete er dazwischen und warf dem Kammervorsitzenden vor: „Sie zerstören meine ganze Existenz.“

Neben der für den Faustschlag verhängten Haftstrafe von sechs Monaten droht dem Werner nun auch noch der Widerruf der früheren fünfmonatigen Bewährungsstrafe.

1500 Euro Schmerzensgeld für das Opfer

Um einer Haftstrafe zu entgehen, hatte der Rechtsanwalt seinem Mandanten zuletzt noch dazu geraten, 1500 Euro Schmerzensgeld an das Opfer des Faustschlages zu zahlen. Gereicht hat dies letztendlich aber auch nicht.

„Wer unter laufender Bewährung steht und es einfach nicht kapiert, der muss damit rechnen, dass er jetzt ins Gefängnis muss“, sagte Richter Northoff. Und: „Wir haben überhaupt keinen Anhaltspunkt dafür, sagen zu können, dass der Angeklagte eine erneute Bewährungschance ergreifen und nutzen würde.“

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