Michael Peters, Inhaber des Geschäfts Ueter, verkauft weiterhin Pyrotechnik und Leuchtmunition zu Silvester. Das ist nicht nur erlaubt, sondern auch nichts Verwerfliches, wie er auf die harsche Kritik erklärt. © Jörg Heckenkamp
Feuerwerk an Silvester

Feuerwerks-Verkauf bei Ueter in Werne: Kritik sei nicht nachvollziehbar

Wie jedes Jahr wird im Laden Ueter in Werne Pyrotechnik und Signalmunition als Feuerwerk zu Silvester angeboten. Das sorgt für harsche Kritik. Diese Artikel sind erlaubt und gar sicherer als herkömmliches Feuerwerk.

Eigentlich wollte Michael Peters nur für das Werbung machen, was er sowieso schon seit 30 Jahren anbietet: Pyrotechnik, Signalmunition und Luftraketen, die man mit einer Schreckschusswaffe zu Silvester gen Himmel schießen kann. Doch nachdem der Inhaber des Traditionsgeschäfts Ueter in der Werner Innenstadt auf seine Artikel und seinen ab Mittwoch (16. Dezember) startenden Liefer-Service im Sozialen Netzwerk Facebook aufmerksam machen wollte, hagelte es harsche, teilweise unsägliche Kritik.

„Einen Werner Einzelhändler, der so unverantwortlich wirbt, sollte man dauerhaft boykottieren“, ist da beispielsweise zu lesen. Dass das Thema Feuerwerk ein brisantes ist, ist in diesem Jahr an weiteren Kommentaren zu spüren. Damit hätte Michael Peters nicht gerechnet. „Das war nicht meine Absicht“, sagt der 60-Jährige.

Nichts Verwerfliches oder Verbotenes

Denn für ihn ist klar: Er macht nichts Verwerfliches und schon gar nicht etwas Illegales. Das Zünden von Feuerwerk ist in diesem Jahr nicht verboten. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat aber appelliert, darauf zu verzichten, um bei möglichen Verletzungen nicht in die schon ausgelasteten Krankenhäuser zu fahren. Auch der Verkauf von Signalmunition, wie sie Michael Peters anbietet, ist nicht verboten. Man muss nämlich deutlich unterscheiden zwischen einem klassischen Feuerwerk, das man anzündet und der Signalmunition, die es schon seit gut 30 Jahren bei Ueter gibt.

Video

Silvester-Geschäft beim Traditionsgeschäft Ueter

Die sogenannte Leuchtspurmunition wird mit einer Schreckschusswaffe in den Himmel geschossen. „Die Verletzungsgefahr ist deshalb geringer, als wenn man das Feuerwerk anzündet. Wenn man sachgemäß damit umgeht, ist es sicherer als eine Rakete, die zum Beispiel in eine Flasche gestellt wird und die umfallen kann“, erklärt Michael Peters.

Hohe Umsatzeinbußen bei Ueter in Werne

Zum anderen ist der Verkauf dieser Raketen das ganze Jahr über erlaubt, beim klassischen, entzündbaren Feuerwerk ist dies erst immer ab dem 28. Dezember erlaubt und in diesem Jahr gänzlich verboten. Im Geschäft Ueter, das vor allem durch seine Schützenbekleidung bekannt ist, gibt es deshalb auch schon länger die Schreckschusswaffen und die dazugehörige Leuchtmunition im Schaufenster zu sehen.

Vor Weihnachten, so Michael Peters, spätestens aber nach den Feiertagen, zieht das Silvestergeschäft mit der Leuchtmunition an. „Zum Endspurt ist es schon relevant und das Geschäft schlechthin“, sagt Michael Peters. In diesem schwierigen Jahr, in dem er aufgrund der ausgefallenen Schützenfeste und Oktoberfeste rund 60 Prozent Umsatzeinbüßen verzeichnet, möchte er ungern auf den Verkauf von Raketen und Schreckschusswaffen verzichten.

Schon länger sind die Artikel zu Silvester im Schaufenster von Ueter an der Bonenstraße zu sehen.
Schon länger sind die Artikel zu Silvester im Schaufenster von Ueter an der Bonenstraße zu sehen. © Andrea Wellerdiek © Andrea Wellerdiek

Doch wenn auch diese Form des Feuerwerks noch verboten werden sollte, werde er auch reagieren. „Ich setze mich nicht über das Gesetz. Wenn es verboten werden sollte, bin ich der Erste, der mit dem Verkauf aufhört“, erklärt der Einzelhändler. Doch solange es möglich ist, werde er auch einen kostenlosen Liefer-Service für seine Silvesterwaren in Werne anbieten.

Vor allem viele Stammkunden würden bei ihm Feuerwerk kaufen. In diesem Jahr sei es aber deutlich weniger gewesen als in den Jahren zuvor. Auch in diesem Geschäftsbereich rechnet er mit einem Umsatzrückgang von 40 bis 50 Prozent. Zuletzt habe er aber deutliche Zuwächse im Verkauf der Schreckschusswaffen verzeichnet.

Waffe als Selbstschutz

Die Nachfrage habe sich nach Vorfällen wie in der Silvesternacht 2015 in Köln erhöht. „Die Waffen werden vor allem zum Selbstschutz vor Übergriffen gekauft“, erklärt Michael Peters. Mit diesen Waffen könne man Pfefferpatronen oder eben Leuchtmunition abfeuern.

Eine Rakete auf diese Weise auf dem eigenen Grundstück abzuschießen, ist also erlaubt – auch in diesem Corona-Jahr. In der Öffentlichkeit darf man die Waffe, die es für maximal 200 Euro bei Ueter gibt, nur mit sich tragen, wenn man einen kleinen Waffenschein besitzt, so Peters weiter. Voraussetzung für den Kauf einer solchen Schreckschusswaffe und der passenden Leuchtmunition: Man muss mindestens 18 Jahre alt sein.

Michael Peters bietet seit 30 Jahren im Geschäft Ueter in Werne Pyrotechnik, Leuchtspurmunition und Schreckschusswaffen an. Das ist in diesem Jahr auch nicht anders. Seinen Liefer-Service nutzen nun nicht nur Stammkunden, erzählt der 60-Jährige.
Michael Peters bietet seit 30 Jahren im Geschäft Ueter in Werne Pyrotechnik, Leuchtspurmunition und Schreckschusswaffen an. Das ist in diesem Jahr auch nicht anders. Seinen Liefer-Service nutzen nun nicht nur Stammkunden, erzählt der 60-Jährige. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp
Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
Zur Autorenseite
Andrea Wellerdiek