Filmstar Armin Rohde besuchte die Werner Sekundarschule

Porträt von Marga Spiegel enthüllt

Die Marga-Spiegel-Sekundarschule hatte am Mittwochabend prominenten Besuch. Schauspieler Armin Rohde war zu Gast. Gemeinsam mit dem Schulleiter enthüllte er im Eingangsbereich ein Porträt von Marga Spiegel. Obwohl er nicht viel Zeit hatte, stellte er sich den Fragen der Schüler und verabschiedete sich mit einem Versprechen.

Werne

23.11.2017, 11:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zeit für ein Selfie mit den Zehntklässlern hatte Armin Rohde noch.

Zeit für ein Selfie mit den Zehntklässlern hatte Armin Rohde noch. © Christin Mols

Als er dann endlich da war, sprang Armin Rohde auf die Bühne, riss das Mikrofon an sich und fragte das Publikum nach einer Zigarette. Sehnlichst hatte Hubertus Steiner, Leiter der Marga-Spiegel-Sekundarschule, am Mittwochabend auf den Schauspieler gewartet.

Er hatte ihn für die Enthüllung des Porträts von Marga Spiegel im Schuleingang eingeladen, denn Rohde hatte in der Verfilmung ihres Lebens, die 2009 in die Kinos kam, deren Mann Siegmund gespielt. Die jüdische FamilieSpiegel überlebte die Judenverfolgung in der Nazi-Zeit dank der Hilfe von Bauernfamilien im Münsterland.

Marga fand mit ihrer Tochter Zuflucht auf dem Hof Aschoff in Herbern. Siegmund hielt sich zunächst beim Milchhändler Bernhard Sickmann in Werne versteckt, der ihn später nach Nordkirchen brachte. Auch er entging der Deportation.

Armin Rohde beantwortete die Fragen der Zehntklässler, die sie für den Filmstar vorbereitet hatten.

Armin Rohde beantwortete die Fragen der Zehntklässler, die sie für den Filmstar vorbereitet hatten. © Christin Mols

„Ich bin ein großer Fan von Rohde“, sagte Schulleiter Steiner über den Filmstar, den er bisher nur aus dem Fernsehen kannte, „ich schätze an ihm, dass er so eine große Fresse hat und gegen Hasstiraden eintritt.“

Trotz der Eile bekamen alle Schüler eine Antwort.

Trotz der Eile bekamen alle Schüler eine Antwort. © Christin Mols

Rohde hatte auf dem Weg nach Werne – wie fürs Ruhrgebiet „typisch“ – im Stau gestanden und war wegen einer anschließenden Lesung in Lünen in Eile, nahm sich aber dennoch Zeit für die Fragen der Schüler. 13 Zehntklässler hatten sich auf ein Interview mit dem Filmstar vorbereitet. Ob der Film, der von der Judenverfolgung in der Nazi-Zeit handelt, seine Sicht verändert hätte, fragte ein Schüler.

„Ich war gezwungen, mich mit meiner Familiengeschichte auseinanderzusetzen. Ich bin der Enkel eines Massenmörders“, antwortete Rohde. Seine Sicht hätte der Film aber nicht verändert. Wichtig sei es auch heute, gegen Fremdenfeindlichkeit einzustehen. „Früher waren es die Juden, heute sind es die Ausländer. Wir dürfen nicht zuschauen.

Das Marga-Spiegel-Porträt, das Rohde im Anschluss enthüllte, ist nur der erste Schritt für die Gestaltung des Schuleingangsbereichs. Um das Bild herum soll künftig auch der Menschen gedacht werden, die Marga Spiegel und ihrer Familie Zuflucht boten. Auf einer gemalten Landkarte sollen in die Höfe der Familien im Umland markiert werden.

Gemeinsam mit Schulleiter Hubertus Steiner enthüllte Armin Rohde das Bild von Marga Spiegel.

Gemeinsam mit Schulleiter Hubertus Steiner enthüllte Armin Rohde das Bild von Marga Spiegel. © Christin Mols

Bevor Armin Rohde in den Wagen Richtung Lünen sprang, versprach er den Schülern wiederzukommen, um die Themen zu vertiefen. Schulleiter Steiner zeigte sich nach dem Besuch tief beeindruckt, auch bei den Schülern kam Rohde gut an. „Der war total sympathisch und authentisch, finde ich“, so Schulsprecher Joshua Moussa, der dem Filmstar zum Abschied einen guten Whisky und Blumen überreicht hatte.

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