Finanzkrise gefährdet Gewerbeansiedlung im Nordlippepark

WERNE Eigentlich sollte die frohe Botschaft bereits Anfang Dezember verkündet werden. Die Neuansiedlung eines bedeutenden Unternehmens im Gewerbegebiet Nordlippepark. Die Finanzmarktkrise hat die für Werne so wichtige Ansiedlung aber in akute Gefahr gebracht.

von Von Rudolf Zicke

, 30.01.2009, 07:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf dem rund 40 000 Quadratmeter Gelände zwischen dem  Waldstück und der Firma Bast (links) möchte sich ein Unternehmen ansiedeln.

Auf dem rund 40 000 Quadratmeter Gelände zwischen dem Waldstück und der Firma Bast (links) möchte sich ein Unternehmen ansiedeln.

Doch die Größe der Fläche, auf der das Unternehmen in zwei Abschnitten bauen möchte, lässt die Dimension ahnen: Rund 40 000 Quadratmeter zwischen dem an der B 54 gelegenen Wäldchen und der Firma Bast KG. Damit wäre der Nordlippepark nahezu „ausgebucht“. Dr. Dannebom möchte (noch) nicht von einem Scheitern der Pläne sprechen, allerdings sei die Umsetzung durch die Finanzmarktkrise „in weite Ferne gerückt“.

Dabei, erläutert der WFG-Chef, läge die Problematik keineswegs bei dem Unternehmen selbst, sondern eher beim Investor, der das Grundstück erwerben und bebauen wollte, um es anschließend zu verpachten. Diesem Investor bereite die Finanzkrise Schwierigkeiten. Doch selbst wenn die Ansiedlung im Nordlippepark scheitern sollte, ist das Unternehmen für die Lippestadt noch nicht verloren. Dannebom hält es für möglich, dass sich die Firma einen Standort „im Bestand“ suche, also eine bereits vorhandene Gewerbe-Immobilie nutze, von denen in Werne bekanntlich auch einige existieren.

Dies hätte im Übrigen den Vorteil, dass die Ansiedlung kurzfristiger als bei einem Neubau erfolgen könnte. Die Finanzkrise trifft, das machte Dr. Dannebom genauso wie tags zuvor schon Wirtschaftsförderin Carolin Brautlecht deutlich, beileibe nicht nur Werne. „Keine Bank traut der anderen, kaum eine Bank gibt Unternehmen zurzeit Kredite“, schildert Dannebom die Problematik, und die betreffe die ganze Region. „Seit Dezember ist ein nennenswerter Einbruch in der Nachfrage bei Logistik und anderen Gewerbeansiedlungen zu verzeichnen“, so Dannebom. Und: „Um die Anzahl der konkreten Ansiedlungs-Fälle im gesamten Kreis Unna aufzuzählen, reichen die Finger meiner beiden Hände vollkommen aus.“

Für Werne liege derzeit – der „Wackelkandidat“ einmal ausgenommen – keine einzige aktuelle Anfrage nach Gewerbeflächen vor. Allerdings hofft der Wirtschaftsförderer auf Besserung. Es gebe eine Reihe gut gehender Betriebe, die Investitionen verschoben, aber nicht aufgegeben hätten.

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