Firma aus Werne beliefert Notunterkünfte mit Essen

Versorgung von Flüchtlingen

Diese Firma profitiert davon, dass so viele Flüchtlinge in die Region kommen: Das Lebensmittel-Unternehmen Stroetmann aus Werne beliefert mit der Tochterfirma Quarto bereits 200 Flüchtlinge in Haltern und bald bis zu 300 weitere in Olfen-Vinnum. Der Geschäftsführer erklärt die komplexen Aufgaben - und warum Vollkornbrot aus dem Sortiment geflogen ist.

Werne

, 11.09.2015, 16:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Firma aus Werne beliefert Notunterkünfte mit Essen

Die Firma Stroetmann beliefert Flüchtlingsunterkünfte mit Lebensmitteln.

Wie organisiert sich die Firma?

Frühstück, Mittag- und Abendessen liefert Quarto, eine gerade drei Wochen alte Tochterfirma, an die Notunterkünfte. Die Lebensmittel werden zum Großteil aus Werne angeliefert und im Raum Solingen in einer sogenannten "Cook-and-Chill-Küche" zubereitet, erklärt der Geschäftsführer Jörn-Peter Thöt. Hierbei werden die Speisen zu etwa 80 Prozent gegart. Dann werden sie versiegelt und vor Ort fertig zubereitet. Tiefgekühlt wird nichts.

Wie steht es um die Hygiene bei weiten Wegen und großen Massen?

Jede Portion kommt einzeln in patentierten Schalen verpackt in den Einrichtungen an. Dort werden sie fertiggegart, regeneriert, wie Thöt sagt. Sogenannte Biogon-Gase sorgen dafür, dass alles frisch bleibt. In der Lebensmittelproduktion sei dieser Einsatz normal. Erst beim Servieren wird der Boden der Schale abgezogen, um auch in Turnhallen oder Zeltstädten hohe hygienische Standards einzuhalten. "Viel hochwertiger als in Flugzeugen", so Thöt. Außerdem gibt es Notfallpläne, zum Beispiel bei möglichen Stromausfällen.

Was muss man bei der Wahl der Lebensmittel beachten?

"Schweinefleisch ist völlig ausgeschlossen", sagt Jörn-Peter Thöt. Aus religiösen Gründen essen es die meisten muslimischen Flüchtlinge nicht. Zwei bis drei Gerichte pro Woche sollen "ethnischen Besonderheiten" entsprechen, so der Geschäftsführer. Also soll es dann Essen geben, das die Bewohner aus ihrer Heimat gewohnt sind. Vollkornbrot oder Eintöpfe werden zum Beispiel überhaupt nicht mehr geliefert: Weil die Geflohenen das meist gar nicht kennen oder nicht wissen, was genau darin ist, lassen es viele von vornherein liegen. Stattdessen hat Quarto Fladenbrot ins Sortiment aufgenommen.

Wer bezahlt die Firma?

"Unser Ansprechpartner ist in diesem Fall das Deutsche Rote Kreuz", sagt Thöt. Das DRK betreibt die beiden betreffenden Unterkünfte in Haltern-Sythen und Olfen-Vinnum.

Werden außerhalb von Großunterkünften Flüchtlinge auch beliefert?

In Werne versorgen sich die Bewohner alle selbst mit Kochmöglichkeiten in den Wohnungen, sagt Kordula Mertens von der Stadtverwaltung: "Die Lieferung wird für uns aber auch ein Thema, sobald mal eine größere Gruppe ankommt und wir auf Turnhallen oder andere Einrichtungen zurückgreifen müssen."

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