„Wir sind Werne - sei loyal, kauf lokal“: Fotografin ruft zur Solidarität auf

Solidaritätsaktion

Die Werner Fotografin Susanne Kästner (52) startet ein großes Fotoprojekt: Sie möchte die Gesichter hinter den Werner Unternehmen fotografieren. Die Bilder sollen die ganze Stadt schmücken.

Werne

, 02.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Fotografin Susanne Kästner plant ein großes Fotoprojekt: Werner Unternehmer können sich kostenlos für die Solidaritätsaktion fotografieren lassen. Auf dem aktuellen Entwurf ist sie als Platzhalter zu sehen - die Fotografin rechnet mit 100 verschiedenen Gesichtern auf dem Plakat.

Die Fotografin Susanne Kästner plant ein großes Fotoprojekt: Werner Unternehmer können sich kostenlos für die Solidaritätsaktion fotografieren lassen. Auf dem aktuellen Entwurf ist sie als Platzhalter zu sehen - die Fotografin rechnet mit 100 verschiedenen Gesichtern auf dem Plakat. © Susanne Kästner

Im Zuge der Corona-Krise kommen viele Werner Betriebe ins Straucheln. „Die Situation in Werne ist katastrophal“, findet die Fotografin Susanne Kästner. Deshalb suchte sie eine Möglichkeit, um die lokale Wirtschaft zu unterstützen. In einem großen Fotoprojekt möchte sie Werner Unternehmer und Persönlichkeiten ablichten und der Stadt somit ein Gesicht geben.

Die Fotos sollen einerseits in den Geschäften ausgehängt werden, aber auch als Collage auf den großen städtischen Plakatwänden prangen. „Ich bin Werne. Du bist Werne. Wir sind Werne. Sei loyal, kauf lokal“ soll auf den Plakaten stehen. Umsäumt wird der Appell von den Gesichtern der Menschen, die Werne zu dem machen, was es ist.

Solidarität zeigen, damit Werne seinen Charme behält

„Ich finde es wichtig, dass man sich nicht nur über die Leerstände in der Stadt ärgert, sondern sich über das freut, was wir haben“, findet die Fotografin. „Jetzt ist Solidarität gefragt, damit Werne gut durch die Krise kommt und auch seinen Charme behält“, fügt sie hinzu.

Bürgermeister Lothar Christ zeigte sich begeistert von der Idee und stellte promt die drei städtischen Plakatwände (an der Münsterstraße, an der Lünener Straße und an der Penningrode) zur Verfügung, auf denen üblicherweise Veranstaltungen angekündigt werden. Auch Rewe bot Werbeflächen und Banner an.

Geschäftsleute freuen sich über die Aktion

Die Resonanz auf den Aufruf der Fotografin ist durchweg positiv: „Als ich die Tür heute früh aufschloss, klingelte schon das Telefon. Am Apparat war Hubertus Waterhues von Bücher Beckmann, der mir ganz euphorisch sagte, dass er die Aktion super findet und er sofort dabei sei“, berichtet die Fotografin. Über 20 Unternehmer meldeten sich bereits am ersten Tag nach dem Aufruf bei Kästner, um einen Fototermin zu vereinbaren.

„Ich rechne mit etwa 100 Terminen. Sofern ich es zeitlich schaffe, fotografiere ich alle, die Interesse haben - egal, was für ein Unternehmen sie führen“, so die Wernerin. Die Fotos für die Solidaritätskampagne macht sie kostenlos. Los geht es am Montag (4. Mai). Bis zum 15. Mai möchte sie so viele Unternehmer wie möglich vor die Linse bekommen. Damit es sich nicht im Studio drubbelt, liegen 30 Minuten zwischen den Einzelterminen.

Susanne Kästners Fotostudio ist nach Terminabsprache geöffnet.

Susanne Kästners Fotostudio ist nach Terminabsprache geöffnet. © Kästner

Fotostudios gehören zum Handwerk und mussten daher zu keinem Zeitpunkt der Krise schließen. Aktuell bietet Kästner nur Shootings nach Terminvereinbarung an.

Neben ihrem großen Projekt ist sie weiterhin für Fototermine aller Art verfügbar. Interessierte melden sich bei ihr unter Tel. 02389 535129.

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