Freispruch in Prozess um Werner Familienstreit

Gerichtsprozess

Im Prozess um einen Familienstreit wurde das Verfahren gegen die Angeklagte eingestellt, ihre Tochter wurde freigesprochen. Die Frau hatte nach einer verbalen Auseinandersetzung mit einer anderen Familie ein minderjähriges Mädchen geschlagen. Für eine Verurteilung reichte das jedoch nicht aus.

WERNE

17.12.2015, 17:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vor dem Amtsgericht Lünen musste am Donnerstag zunächst eine Verwechselung ausgeräumt werden. Neben der Angeklagten saß ihre 17-jährige Tochter, die an der fraglichen Tat jedoch nicht beteiligt war. In der Sache ging es um einen Streit zwischen der eigentlichen Angeklagten, einer Mutter von vier Kindern, und einer anderen Familie aus Werne.

Angeklagte nimmt einen Freund ihres Sohnes auf

Ein Freund ihres Sohnes (14) war von seinem Vater vor die Tür gesetzt worden, hatte sie um Hilfe gebeten und schlief deshalb in der Wohnung der Angeklagten. Den Vorfall hatte sie der Polizei gemeldet. Am 15. April suchte sie telefonischen Kontakt zu dem Vater, den Anruf nahm aber dessen Tochter (17) entgegen. Die verbat sich die Einmischung in das Familienleben.

Angeklagte schlägt minderjähriges Mädchen

Daraufhin wollte die Angeklagte die Sache vor Ort klären. Vor der Wohnungstür eskaliert die zunächst verbale Auseinandersetzung. Die Angeklagte schlägt die 17-jährige Schwester des Jungen und tritt ihr vor das Knie. Außerdem schlägt sie die Lebensgefährtin des Vaters.

Laut Protokoll der Polizei sei die Angeklagte aggressiv gewesen, habe die Beamten beschimpft. Auch die Erklärung der Beamten, die Sache läge bereits dem Jugendamt vor, beruhigte sie nicht. Mehrmals mussten die Beamten den Platzverweis aussprechen, bevor sich die Angeklagte vom Ort des Geschehens entfernte.

Redet sich in Rage

Im Gerichtssaal wird deutlich, dass die Frau dazu neigt, sich in Rage zu reden. Vor der Befragung des ersten Zeugen ermahnt der Richter sie, den Zeugen nicht ins Wort zu fallen.

Letztendlich sahen Staatsanwalt und Richter kein Interesse der Öffentlichkeit an einer Strafverfolgung und stellten das Verfahren gegen die Angeklagte ein. Ihre fälschlicherweise angeklagte 17-jährige Tochter wurde freigesprochen. 

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