Bei einer Werner Friseurin können Kunden krebskranken Kindern helfen

rnFriseurbesuch

Normalerweise landen die abgeschnittenen Haare beim Friseur im Müll. Manche Kunden nehmen ihre Zöpfe mit nach Hause. In Judith Nickels Laden können Zöpfe gespendet werden.

Werne

, 25.08.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für viele Personen, ob Mann oder Frau, ist es oft ein besonderes Ereignis, sich lange Haare abschneiden zu lassen. Vor allem beim ersten Mal nehmen viele ihren abgeschnittenen Zopf als „Andenken“ mit. Wer das nicht macht, hat bei einem Friseur in Werne die Möglichkeit, anderen Menschen zu helfen.

Beim Friseur „Cuttingroom by J.N.“ in der Burgstraße können die Kunden ihre Haare nämlich spenden. Daraus werden dann Perücken gemacht, die krebskranken Kindern zugute kommen. „Die Zöpfe kommen in einen Umschlag und werden an eine Firma geschickt, die die Haare dann weiterverarbeitet“, erklärt Inhaberin Judith Nickel (42).

Der Friseur „Cuttingroom by J.N.“ liegt in der Burgstraße. Hier können Kunden ihre Haare spenden.

Der Friseur „Cuttingroom by J.N.“ liegt in der Burgstraße. Hier können Kunden ihre Haare spenden. © Tobias Larisch

Über die Meisterschule, die sie besucht habe, kam der Kontakt zu der Firma. „Ich finde, das ist ein wichtiges Thema, das von der Gemeinschaft gut angenommen wird“, sagt die Friseurin, die seit zwei Jahren ihren eigenen Laden hat. „Die Zöpfe würden sonst zu den anderen Haaren in den Müll kommen.“

Seit dem vergangenen Jahr schickt Nickel regelmäßig Spenden an die Firma. Seit Dezember 2019 habe sie acht Zöpfe, bis jetzt ausschließlich von Frauen, verschickt. Fünf Haarbündel befinden sich noch in ihrem Laden, die noch versendet werden müssten.

Ganze Familie hat gespendet

In regelmäßigen Abständen würden zwar keine Kunden ihre Haare spenden, aber es hätte mal eine Mutter gemacht, die daraufhin auch ihre beiden Töchter mitgebracht habe. „Es hat sich auch schon eine Kundin angemeldet, die noch darauf wartet, bis ihre Haare lang genug sind und dann auch spenden möchte“, sagt die 42-Jährige.

Es gebe sogar Leute, die sich ihre Haare extra wachsen ließen, um sie später zu spenden. Sie frage zwar Kunden auch von sich aus, ob sie das Angebot nutzen würden, aber generell würden nicht viele Friseure auf die Möglichkeit aufmerksam machen. Das Problem sei laut Nickel, dass viele Kunden gar nicht von dem Angebot wüssten.

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„Ich helfe, wo ich kann. Wenn ich was machen kann, dann mache ich das gerne“, sagt die Wernerin. Deswegen gebe sie Haarreste auch gerne an Kunden heraus, die damit Maulwürfe aus ihrem Garten bekommen möchten.

„Maulwürfe mögen den menschlichen Geruch nicht“, erklärt Nickel. „Wenn Haare mit Erde vermischt und in die Maulwurfhügel gelegt werden, sollen sie abhauen.“ Ob das wirklich funktioniere, wisse sie aber nicht.

Wer keinen Garten oder kein Maulwurf-Problem hat und seine Haare für einen guten Zweck spenden möchte, findet im Internet auch verschiedene Angebote, seine Zöpfe direkt an Vereine oder Organisationen zu schicken, etwa unter www.haare-spenden.de.

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