Sonntagsöffnung für Friseure erlaubt - wenn denn genug Kunden kämen

rnFriseure in Werne

Friseure dürfen laut des aktuellen Erlasses der Regierung weiterhin geöffnet bleiben - sogar an Sonntagen. Die Friseure sehen das skeptisch und blicken in eine ungewisse Zukunft.

Werne

, 20.03.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Strahlender Sonnenschein hüllt die Werner Innenstadt in goldenes Licht. Doch die Idylle ist nur äußerlich: Hinter den Fassaden herrscht Verunsicherung. Geschäfte bleiben geschlossen. Die Wirtschaft pausiert. Aufgrund der Entwicklung des Coronavirus kann ein Großteil der Gewerke nicht mehr seiner Arbeit nachgehen.

„Die Schule hat zu. Wenn ich schon Zuhause bleiben muss, will ich wenigstens eine gescheite Frisur haben um mich wohlzufühlen“, so der Kunde.

„Die Schule hat zu. Wenn ich schon zu Hause bleiben muss, will ich wenigstens eine gescheite Frisur haben, um mich wohlzufühlen“, so der Kunde. © Sylva Witzig

Geöffnet bleiben dürfen unter anderem Apotheken, Lebensmittelgeschäfte und Friseursalons. Diesen lebensnotwendigen Betrieben ist es laut des aktuellen Erlasses der Bundesregierung erlaubt, nach eigenem Ermessen sogar sonntags zu öffnen. Bei den Friseuren sieht es jedoch nicht allzu rosig aus. An Sonntagsöffnungszeiten ist bei den meisten Salons nicht einmal zu denken.

Immer mehr Kunden sagen ihre Termine ab

„Uns geht es schlecht. Wir hoffen sehr, dass es bald bergauf geht“, erzählt Friseurin Eva Mandel von Evas Haarstudio am Neutor auf unsere Nachfrage. „Wir hoffen, dass wir weiterhin geöffnet bleiben dürfen. Wir bleiben so lange für unsere Kunden da, wie wir können.“ Die, so berichtet sie, kämen nur noch sporadisch in den Salon.

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Immer mehr Kunden würden aus Angst vor der Infektion ihre Termine absagen. Und immer wieder kämen Anrufe, ob der Salon geöffnet bliebe. „Wir schließen ab kommender Woche dienstags. Es rentiert sich einfach nicht. Alles Weitere können wir nur abwarten“, berichtet uns die Friseurin mit sorgenvoller Stimme.

„Am Sonntag öffnen? Besser nicht“

Etwas optimistischer ist Yüksel Bacak vom Friseursalon Charizma. „Ich habe genug Desinfektionsmittel hier. Die Kunden können gerne weiterhin kommen“, sagt er. Stammkunden kämen noch immer in seinen Laden, doch es sei in der letzten Zeit etwas ruhiger geworden. Sechs Tage in der Woche habe er geöffnet.

Im Friseursalon Charizma wird weiter frisiert - von Sonntagsöffnungen hält der Inhaber aber nichts.

Im Friseursalon Charizma wird weiter frisiert - von Sonntagsöffnungen hält der Inhaber aber nichts. © Sylva Witzig

Sonntagsöffnungszeiten seien deshalb kein Thema für ihn - dafür seien keinesfalls genug Kunden da und einen freien Tag brauche er weiterhin. Wie es in Zukunft bei ihm und in der Branche weitergehen wird, dazu könne er noch keine Prognose abgeben.

Dienstleister sind skeptisch und verunsichert

Statements wie diese zu bekommen ist in der heutigen Zeit schwierig. Denn unter den Geschäftsleuten und Dienstleistern herrschen Skepsis und Unsicherheit: „Dazu möchte ich nichts sagen. Ich weiß ja selber nicht, wie es weitergehen soll. Was bringt es mir, Ihnen das zu beantworten? Wer will das wissen?“ So oder ähnlich lauteten einige Antworten auf unsere Anfragen. Unsere Antwort lautet: „Unsere Leser wollen das wissen.“

Und wahrscheinlich wollen das doch auch die Kunden der einzelnen Frisöre wissen.

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