Die Händler in Werne sind genervt von dem Hin und Her der Öffnungszeiten rund um Corona. Oder sie nehmen es mit Galgenhumor. © Jörg Heckenkamp
Einzelhandel in Werne

Fünf Lockdown-Tage über Ostern? „Das ist reine Panikmache“

Im Laufe des Tages kristallisierte sich heraus, dass die NRW-Notbremse am Montag, 29. März, greift. Außerdem soll der Gründonnerstag wie ein Feiertag gelten - Reaktionen dazu aus Werne.

Mancher Fachhändler in Werne begegnet dem Wirrwarr um die Corona-Schließungsverfügungen mit Galgenhumor. Auf der Steinstraße ist ein Plakat zu sehen mit der Aufschrift: „Hereinspaziert – solange es noch geht!“ So wie es jetzt aussieht, geht es nicht mehr lange.

Nach drei Tagen mit Inzidenzwerten jenseits der 100er Marke müsste die sogenannte Notbremse in NRW eigentlich am Donnerstag, 25. März, greifen. Doch höchstwahrscheinlich müssen die Läden, die derzeit zumindest mit Termin Kunden empfangen können, erst ab Montag, 29. März, das Rad zurückdrehen.

„Es macht sich unter Händlern Enttäuschung breit“

Wie denn die Stimmung unter den Werner Kaufleuten bei diesem Hin und Her ist, wollten wir von Hubertus Waterhues, Sprecher der Innenstadtkaufleute in der Aktionsgemeinschaft Wir für Werne, wissen: „Grundsätzlich ist die Stimmung, ‚Das tut weh‘. Es macht sich Enttäuschung breit.“ Allerdings könne er das nur unter allen Vorbehalten sagen, denn es gebe noch „keine Beschlüsse, wo ein Siegel darunter ist.“

Hubertus Waterhues von Bücher Beckmann hält die Entscheidung, ab Gründonnerstag für fünf Tage alles herunterzufahren, für „desaströs“.
Hubertus Waterhues von Bücher Beckmann hält die Entscheidung, ab Gründonnerstag für fünf Tage alles herunterzufahren, für „desaströs“. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Noch nicht besiegelt, aber von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Dienstag, 23. März, angekündigt, ist die Regelung über Ostern. Demnach soll es fünf Ruhetage hintereinander geben, in denen das öffentliche Leben komplett heruntergefahren wird. Also von einschließlich Gründonnerstag, 1. April, bis einschließlich Ostermontag, 5. April. Lediglich am Samstag, 3. April, sollen reine Lebensmittelgeschäfte öffnen dürfen.

Der Kommentar des Werner Einzelhandels-Sprechers ist eindeutig: „Ich finde, dass Entscheidungen dieser Art desaströs sind, Was soll das bringen, das ist reine Panikmache. Wir könne den langen Total-Lockdown machen, bis zu einer Inzidenz von sowieso. Aber ein einzelner Tag? Das bringt doch gar nichts.“

Waterhues befürchtet den gegenteiligen Effekt

Im Gegenteil, vermutet Waterhues. Durch diese Maßnahmen könnten die Ansteckungszahlen sogar noch steigen. „Die Leute sollen dann fünf Tage in ihrem privaten Umfeld sein? Der Haupt-Infektionstreiber ist aber das private Umfeld.“ Über die Osterfeiertage werde man sich privat treffen, „da wird es schwierig, die Corona-Regeln einzuhalten.“ Natürlich werde man sich als Händler einem solchen Erlass fügen, „aber sehr, sehr zähneknirschend“, sagt Hubertus Waterhues. „Ich glaube, das ist eine kontraproduktive Entscheidung.“

Er könne nur mantramäßig wiederholen: „Wir haben als stationäre Einzelhandel alles getan, um sicher zu sein, mit allem was geht. Wirklich alle mir in Werne bekannten Fachhändler haben das mit Bravour gemacht.“

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Jörg Heckenkamp

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