Gedenken an verstorbene Zwangsarbeiter am Volkstrauertag

WERNE Geschichte hinterlässt Spuren: Und sich dieser zu erinnern und sie zu vergegenwärtigen, fällt nicht immer leicht. Spuren haben auch die 103 verstorbenen sowjetischen Zwangsarbeiter hinterlassen, die mit anderen Zwangsarbeiter auf dem russsichen Friedhof am Südring bestattet sind. Am Volkstrauertag galt auch ihnen das Gedenken.

von Von Michael Lunemann

, 16.11.2008, 15:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der stellvertretende Bürgermeister Benedikt Striepens (l.) und Heidelore Fertig-Möller (r.) erinnerten an die Zwangsarbeiter während der NS-Zeit in Werne.

Der stellvertretende Bürgermeister Benedikt Striepens (l.) und Heidelore Fertig-Möller (r.) erinnerten an die Zwangsarbeiter während der NS-Zeit in Werne.

Als „bloßes Menschenmaterial“ dienten sie für Produktionszwecke in der Industrie oder in der Landwirtschaft: Seit 1942 auch Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene auf der Zeche in Werne. „Ende 1943 standen 1579 heimischen Arbeitern 2331 Ausländer, davon allein 1660 russische Kriegsgefangene gegenüber“, machte Museumsleiterin Heidelore Fertig-Möller das Ausmaß deutlich. Und diese 103 „Opfer der Zwangsarbeit“ sind auch nur bekannt, weil Mitgefangene für sie Gräber anlegten und diese mit einem Holzkreuz versahen, auf das sie die Namen und die Daten der Toten einritzten, weiß Fertig-Möller.

Der stellvertretende Bürgermeister Benedikt Striepens schlug hier den Bogen in die Gegenwart und erinnerte an die vielen Kinder, die weltweit verschleppt und zur Zwangsarbeit gezwungen würden. „Sich der Vergangenheit zu erinnern, ohne ihre Bedeutung für unsere Gegenwart zu ergründen, macht wenig Sinn“, meint Striepens

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