Gen-Mais-Versuch geht weiter

WERNE Mit wehenden Fahnen kam Bundestagsabgeordneter Friedrich Ostendorff, Bündnis 90/ Die Grünen, von der internationalen Grünen Woche aus Berlin zurück. "Wir konnten für die Intitiative Gentechnikfreies Werne große Erfolge erzielen", teilte er bei einem Pressegespräch gemeinsam mit Gen-Mais-Gegner Clemens Overmann mit. Doch offenbar gibt es diese Erfolge nicht, handelt es sich um ein Missverständnis.

von Von Helga Felgenträger

, 29.01.2008, 19:21 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ostendorff bezieht sich dabei auf das Gespräch mit dem  andwirtschaftskammerpräsidenten Johannes Frizen, das er auf der Grünen Woche geführt habe. Der Präsident habe ihm zugesichert, dass sich die Kammer aus der Durchführung des Versuchsfeldes am Alten Zoll zurückziehen werde, so Ostendorff und betonte. Der Initiative sei schon immer ein Dorn im Auge gewesen, dass eine Kontrollbehörde gleichfalls die Durchführung übernehme.

Missverständnis festgesetzt

Doch offensichtlich hat sich hier ein Missverständnis festgesetzt. Das Gespräch habe es mit dieser Aussage nie gegeben, dementierte Bernhard Rüb, Pressesprecher der Landwirtschaftskammer NRW auf Anfrage. Zum einen sei nicht die Kammer, sondern das Umweltamt die Kontroll-Behörde, und zum andern werde man weiterhin die Durchführung mit Aussaat, Aufzucht, Pflanzenschutz und Ernte übernehmen, so Rüb.

Gesetzesänderung betrifft Versuchsfeld nicht

Auch die geplante Änderung zum Gentechnik-Gesetz wird das Versuchsfeld in Werne nicht betreffen. Ostendorff und Overmann sahen in der Neuregelung der Abstandsflächen, 150 Meter Entfernung vom Nachbarfeld, eine Chance auf vorzeitige Beendigung des Versuchs. "Möglicherweise können am Alten Zoll die Abstandsflächen nicht eingehalten werden, so Ostendorff.

Doch laut Firma Monsanto sei das Versuchsfeld von der geplanten Gesetzesänderung nicht betroffen: "Im Fall Werne sei der Genehmigungsbescheid, der vor fünf Jahren erteilt wurde, bindend und hier wurde bereits ein Abstand von 200 Metern vorgeschrieben", so der Pressesprecher Andreas Tierfelder.

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