Hat tatsächlich ein Mann im Dampfbad des Solebads onaniert?

rnSolebad

Gerade erst hat sich das Solebad an einer Aktion gegen sexuelle Belästigung beteiligt. Und nun kommen schon die ersten anrüchigen Beschuldigungen. Der Badleiter appelliert an die Besucher.

Werne

, 31.07.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das war für Tina Schütrumpf alles andere als ein entspannter Dampfbadbesuch. Denn als sie es sich vor gut zwei Wochen dort bequem gemacht hatte, hörte sie plötzlich Töne, die von deutlich mehr als bloß tiefer Entspannung zeugten.

„Ich habe mir gedacht: Was geht denn jetzt ab?! Hier gehen schließlich auch Familien rein“, sagt sie. Schütrumpf ist sich absolut sicher: Der gute Herr, der hier herumstöhnte, tat das nicht bloß wegen des Klimas.

„Der Fall ist uns nicht bekannt. Aber da gibt es natürlich eine absolute Null-Toleranz-Grenze.“
Badleiter Jürgen Thöne

„Er hat dort onaniert. Das haben mehrere Besucher mitbekommen - auch wenn man wegen des Dampfes nicht viel gesehen hat. Von einem kam dann sogar noch der Spruch: ‚Lass den doch eben abspritzen.‘“ Sie selbst habe das Dampfbad daraufhin verlassen. Allerdings ohne einen Mitarbeiter des Solebads über den Vorfall zu informieren.

Das tat in diesem Fall laut Angaben von Badleiter Jürgen Thöne anscheinend niemand: „Uns ist davon nichts bekannt. Aber wenn das wirklich so war, dann haben wir da natürlich eine absolute Null-Toleranz-Grenze“, so Thöne auf Anfrage unserer Redaktion. Er appelliert an die Badbesucher, solche Dinge unverzüglich dem Personal zu melden - auch wenn es ihnen vielleicht selbst etwas unangenehm sei oder sie unsicher sind.

Personal kontrolliert in allen Bereichen

„Wenn wir es nicht wissen, dann können wir nichts machen. Wenn jemand, der so etwas mitbekommt, auf einen unserer Mitarbeiter zugeht, dann handeln wir sofort“, so Thöne.

Grundsätzlich kontrollierten die Badmitarbeiter auch selbstständig in den verschiedenen Bereichen und machen die Besucher auf ein Fehlverhalten aufmerksam - zum Beispiel, dass man in der Textilsauna auch wirklich Handtücher tragen muss: „In der Badordnung, die aushängt und für jeden zu sehen ist, sind diese Dinge außerdem auch streng geregelt.“

Noch kein vergleichbarer Fall

Ein Fall wie im Dampfbad sei bislang aber noch nicht vorgekommen. Bei einem solchen Fehlverhalten, wie es die Wernerin im Gespräch mit unserer Redaktion schildert, seien die Konsequenzen laut Thöne klar: sofortiges Hausverbot und eine Anzeige.

Dass Beschwerden die Badverantwortlichen erst mit Verzögerung erreichen, kommt laut Thöne „durchaus schon mal vor. Zum Beispiel per E-Mail.“ Aber zum einen sei bislang noch kein vergleichbarer Fall geschildert worden. Und zum anderen gingen solche Beschwerdeschreiben mit einem grundsätzlichen Problem einher.

„Die Personen, über die sich die Leute dann beschweren, sind ja dann schon weg“, so Thöne. Sie im Nachhinein mit ihrem Fehlverhalten zu konfrontieren, sei dann natürlich schwierig.

Thema sexuelle Belästigung auf dem Schirm

Solche Themen habe das Solebad allerdings durchaus auf dem Schirm. Nicht ohne Grund beteilige man sich an der „Luisa“-Aktion gegen sexuelle Belästigung. Sie richtet sich vor allem an Frauen und Mädchen.

Wenn die sich im Bad belästigt fühlen, genügt eine ganz simple Frage, um die Aufmerksamkeit des Personals zu bekommen: „Ist Luisa hier?“

Sobald ein Bad-Besucher einem Angestellten diese Frage stellt, weiß dieser, dass etwas nicht stimmt und die Betroffene Hilfe benötigt.

„Luisa“ soll helfen

Ohne nach der genauen Ursache zu fragen, soll der Badmitarbeiter sie dann in eine sichere Umgebung bringen - um dann in Ruhe zu klären, was genau passiert ist.

Vorgekommen ist das im Solebad bislang jedoch noch nicht. Man wolle prophylaktische Hilfe bieten, erklärten die Badverantwortlichen kürzlich bei der Vorstellung des NRW-weiten Projekts, das in Werne zuvor bereits an zwei anderen Standorten - in der Nachtschicht und im Stilvoll am Rathaus - aufgegriffen wurde.

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