Unser Restaurant-Check führte uns dieses Mal in die Gaststätte Haus Galgenbach. Den schönen Blick auf die Lippe konnten wir leider nicht genießen.

Werne

, 29.06.2018, 05:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

„Da gibt es den schönsten Blick auf die Lippe“, hatte mir eine Kollegin im Vorfeld gesagt. Den schönsten Blick auf die Lippe wollten meine Begleitung und ich dann auch genießen an unserem Abend im Haus Galgenbach. Schade – daraus wurde leider nichts.

Und dafür brauchten wir zwei Anläufe. Denn als wir uns an einem Sonntagabend zum ersten Mal auf den Weg an die Lünener Straße machten, verriet uns ein weißer Zettel im Fenster, dass die Gaststätte bis zum 17. Juni geschlossen bleibt. Ein kleiner Hinweis auf der Homepage wäre schön gewesen, das hätte uns den Weg aus Dortmund erspart.

360-Grad-Panorama: Der Haupt-Speiseraum in hellen Tönen

Beim zweiten Versuch, dieses Mal unter der Woche, hatten wir mehr Glück. Haus Galgenbach hatte geöffnet, nur im angrenzenden Biergarten durften wir an diesem Dienstagabend wieder nicht Platz nehmen. „Im Biergarten heute nicht“, sagte uns Inhaber Zlatko Mrzijak, als wir gerade durchs weiße Tor marschieren wollten. Also suchten wir uns ein ruhiges Plätzchen im Restaurantbereich.

Seit 2002 führt die Familie Mrzijak die Gaststätte „Haus Galgenbach“ an der Lünener Straße 191 zwischen Werne und Lünen, mit Unterbrechung zwischen Januar 2016 und Januar 2017. Aus Erzählungen weiß ich: Die Stammgäste von Zlatko und Minka Mrzijak schätzen ihre freundliche und höfliche Art. Zwei, mit denen man nach dem Pflaumenschnaps zur Rechnung noch ein nettes Pläuschchen halten kann.

Das Essen im Haus Galgenbach

Für uns war es der erste Besuch im Haus Galgenbach, ganz unvoreingenommen freuten wir uns auf das Essen – 300 Gramm Rumpsteak für meine Begleitung und eine Forelle „Müllerin“ für mich. Zu jedem Hauptgang gibt es einen Salatteller von der Salatbar, den wir uns aber nicht zum Hauptgang, sondern als Vorspeise füllten.

Forelle "Müllerin" mit Petersilienkartoffeln: Das zarte Fleisch ließ sich gut von den Gräten lösen.

Forelle "Müllerin" mit Petersilienkartoffeln: Das zarte Fleisch ließ sich gut von den Gräten lösen. © Vanessa Trinkwald

Die Auswahl – darunter grüner Salat, Möhren- und Krautsalat, Oliven und Mais – war an diesem Abend überschaubar, aber trotzdem in Ordnung. Allein der Möhrensalat hat mir wegen seines Beigeschmacks nicht gefallen. Was genau es war, konnten wir beide nicht ausmachen, er schmeckte etwas abgestanden.

Zum Salat gab’s den Gruß aus der Küche. Kleine Brötchen (ähnlich wie Pizzabrötchen) mit einem (wahrscheinlich nicht selbst gemachten) Frühlingsquark. Zusammen mit den Möhren war der fade Quark ein Minuspunkt.

300 Gramm Rumpsteak mit Brokkoli anstelle einer Folienkartoffel: "Für das Steak hätte ich auch mehr bezahlt", sagte meine Begleitung.

300 Gramm Rumpsteak mit Brokkoli anstelle einer Folienkartoffel: "Für das Steak hätte ich auch mehr bezahlt", sagte meine Begleitung. © Vanessa Trinkwald

Wie gewünscht, kam das Steak medium auf den Tisch. Wie gewünscht, mit Brokkoli anstelle einer Folienkartoffel. Meine Begleitung – ein absoluter Steak-Fan und mittlerweile auch Kobe-Rind-erfahren – war mehr als zufrieden. Das Fleisch war zart und gut gewürzt. Ihr Fazit: „Ich hätte für das Steak auch mehr bezahlt.“

Ähnlich erging es mir mit meiner Forelle „Müllerin“. Das zarte Fleisch ließ sich mit dem Fischmesser ohne Probleme von den Gräten lösen. Die Haut war knusprig und für meinen Geschmack schön salzig. Ein Extrateller wurde zum Fisch serviert. Allein den Petersilienkartoffeln hätte etwas mehr Petersilie gut getan.

Die Getränke

Standard-Getränke. Für mich gab’s einen leckeren Sherry nach dem Fisch und einen kleinen Extra-Schnaps zur Rechnung. Meine Begleitung, die keinen Alkohol trinkt, gab sich mit einer Cola zufrieden. Ganz wichtig: „Das ist echte Cola, keine Pepsi!“

Die Preise

Sind völlig im Rahmen. Für 300 Gramm Rumpsteak bezahlten wir 21 Euro, für die Forelle nur 14 Euro. Suppen zur Vorspeise kosten 4,50 Euro, die Fischgerichte bleiben alle unter 20 Euro. Das teuerste Gericht ist das Filetsteak (300 Gramm) für 26 Euro. Die Schnitzelgerichte liegen bei rund 11 Euro.

Die Atmosphäre

Als junge Menschen – da müssen wir ehrlich sein – hätten wir lieber im Biergarten Platz genommen. Die Räume sind freundlich und farblich gut abgestimmt, erinnern mich aber ein wenig an die große Familienfeier, auf die ich am Wochenende keine Lust habe. Trotzdem haben wir uns wohlgefühlt. Da das Restaurant an diesem Abend nicht sehr gut besucht war, freuten wir uns über die Musik im Hintergrund.

Neben einer Bar im rustikalen Stil verfügt das Restaurant über zwei Bereiche, von denen wir den (zur Tür reinkommend) rechten auf jeden Fall bevorzugen würden. Dass noch die Abendsonne durch das Milchglas schien, hat den Platz im Biergarten zwar nicht komplett wettgemacht, war aber ein schöner Nebeneffekt.

360-Grad-Panorama: Der Biergarten vom Gasthaus Galgenbach

Der Service

Den leistet Zlatko Mrzijak derzeit selbst – und zwar höflich und kompetent. Hier legt man noch Wert auf guten Service. Beim Fleisch (wichtig) fragte er vorab nach der Garstufe.

Die Toiletten (auch immer wichtig) waren sehr sauber. Ein absoluter Pluspunkt.

Kinderfreundlichkeit

Drei Kindergerichte stehen auf der Speisekarte von Haus Galgenbach. Es gibt zwei Kinderstühle für die ganz kleinen Gäste und, wenn das Wetter mitspielt, eine Spielwiese mit Spielgeräten.

Barrierefreiheit

Wer das Restaurant erreichen will, muss die Stufen nehmen. Der Biergarten ist barrierefrei.

Mein Fazit

Ehrliches und gutes Essen (bis auf die Mängel beim Salat und beim Gruß aus der Küche). Das Ambiente ist nett, dürfte auf jüngere Leute aber etwas gediegen wirken. Wir würden wiederkommen, dann aber gerne im Biergarten Platz nehmen und den Blick ins Grüne genießen.

Anfahrt/Parken

Mit dem Auto oder dem Fahrrad. Viel Platz zum Parken und eine Bushaltestelle direkt vor der Tür.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Restaurant-Check: Das Haus Galgenbach

11.07.2018
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Die Lage zwischen Lünen und Werne ist klassischer Standort einer ehemaligen Ausflugs-Gaststätte.© Jörg Heckenkamp
Hell und freundlich, aber auch sehr klassisch präsentiert sich der große Speisesaal für bis zu 40 Gäste.© Jörg Heckenkamp
Pluspunkt: echte Blumen als Deko auf jedem Tisch.© Jörg Heckenkamp
Absoluter Pluspunkt der Gastronomie an der Lünener Straße: der Biergarten mit herrlichem Blick Richtung Lippe.© Jörg Heckenkamp
Absoluter Pluspunkt der Gastronomie an der Lünener Straße: der Biergarten mit herrlichem Blick Richtung Lippe.© Jörg Heckenkamp
An den Biergarten schließt sich ein Spielbereich für die kleinen Gäste an.© Jörg Heckenkamp
Im Sommer steuern zahlreiche Radfahrer das Gasthaus Galgenbach als Zwischenstopp an.© Jörg Heckenkamp
Blick in den Haupt-Speisesaal.© Jörg Heckenkamp
Blick in den zweiten, kleineren Gastraum.© Jörg Heckenkamp
Wer das Gasthaus Galgenbach betritt, steht zunächst im rustikalen Bereich mit der Theke.© Jörg Heckenkamp
Chefin Minka Mrzijak hinter dem rustikalen Tresen.© Jörg Heckenkamp
Überall zu sehen: Chefin Minka Mrzijak liebt Blumen.© Jörg Heckenkamp
Wer das Gasthaus Galgenbach betritt, steht zunächst im rustikalen Bereich mit der Theke.© Jörg Heckenkamp
Das Gasthaus Galgenbach liegt ziemlich genau zwischen Werne und Lünen.© Jörg Heckenkamp
Pluspunkt: echte Blumen als Deko auf jedem Tisch.© Jörg Heckenkamp

Was sagt das Netz zum Haus Galgenbach?

Auf Tripadvisor rangiert Haus Galgenbach auf Platz 15 von 23 Restaurants in Werne. 10 Bewertungen geben im Schnitt 3,5 von 5 Punkten.

31 Google-Rezensionen geben 4,2 von insgesamt 5 Punkten.

Restaurant-Infos

Haus Galgenbach, Lünener Straße 191, 59368 Werne, Restaurant, Biergarten und Partysaal, Tel. (02389) 3122; Öffnungszeiten: Montag Ruhetag, Dienstag bis Freitag von 17 bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag von 11.30 bis 14.30 und von 17 bis 22 Uhr.

Den Mittagstisch unter der Woche hat die Familie Mrzijak bis auf Weiteres eingestellt. Sie sucht derzeit nach einer weiteren Servicekraft.

Wie funktioniert der Restaurant-Check? Wir gehen ohne Vorankündigung in die jeweiligen Restaurants – als ganz normale Gäste. Wir sind keine Gastro-Experten, sondern einfach Menschen, die gerne an schönen Orten essen. Wir beschreiben die Läden so, wie wir über sie auch mit Freunden und Bekannten sprechen würden. Mit ihren Schwächen, mit ihren Stärken. Ehrlich. Nach dem Besuch vereinbaren wir einen Fototermin.
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