Helga Jahncke schließt ihr Floristikgeschäft: „Auch bei manchen Kunden sind Tränen geflossen“

rnEinzelhandel in Werne

Nach fast 30 Jahren hat Helga Jahncke (63) ihr Floristikgeschäft am Roggenmarkt an Heiligabend für immer geschlossen. Nun räumt sie das Lokal aus. Und das Geschäft läuft überraschend weiter.

Werne

, 27.12.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Heiligabend war Feierabend. Eigentlich. Helga Jahncke (63) hat ihr Floristikgeschäft am Roggenmarkt am 24. Dezember das letzte Mal für ihre Kunden geöffnet. Am Nachmittag schloss sie für immer die Tür in ihrem Ladenlokal.

Hier hatte Jahncke seit fast 30 Jahren Blumen und Geschenkartikel verkauft. Weil die Konkurrenz des Online-Handels und der großen Kaufhäuser in den vergangenen drei Jahren zu stark wurde, entschloss Jahncke sich für die Schließung. Sie tat es schweren Herzens.

„Es geht schon an die Nerven, wenn man jeden Tag mit dem Gedanken ins Bett geht, wie viel Geld man in der Kasse hat“, erklärte Jahncke zu ihrem Abschied, der sehr emotional wurde.

Lampen, Geschirr und einige Dekorationsartikel gibt es noch im Floristikgeschäft. Auch nach den Weihnachtstagen und dem offiziellen letzten Öffnungstag kommen einige Kunden ins Geschäft, um noch einmal durch die Angebote zu stöbern.

Lampen, Geschirr und einige Dekorationsartikel gibt es noch im Floristikgeschäft. Auch nach den Weihnachtstagen und dem offiziellen letzten Öffnungstag kommen einige Kunden ins Geschäft, um noch einmal durch die Angebote zu stöbern. © Andrea Wellerdiek

An Heiligabend hat Helga Jahncke viel zu tun

Viele Stammkunden haben sie in den vergangenen Wochen in ihrem Ladenlokal besucht, haben ihr viel Glück für die Zukunft gewünscht. Auch an Heiligabend, am letzten Öffnungstag des Floristikgeschäfts, bekam Helga Jahncke viel Besuch.

Noch nie zuvor habe sie so viel zu tun gehabt an einem Heiligabend, erzählt die 63-Jährige. „Natürlich habe ich einige Tränen verdrückt. Auch bei manchen Kunden sind Tränen geflossen. Das war schon sehr bewegend und rührend“, erzählt Helga Jahncke.

Bewegender Abschied im Floristikgeschäft Jahncke

Viele Kunden hätten noch einmal die Gelegenheit genutzt, sich persönlich zu verabschieden. Manche machten gleichzeitig noch ein Schnäppchen oder kauften ein Weihnachtsgeschenk auf den letzten Drücker.

Helga Jahncke selbst hat sich selbst nur eine kleine Auszeit an Weihnachten gegönnt. Seit dem 2. Weihnachtstag räumt sie das Geschäft am Roggenmarkt aus. Zwischen den letzten Ladenhütern, die noch auf einigen Regalen und Tischen stehen, sind gefüllte Umzugskartons zu sehen.

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Bis zum 31. Dezember muss das Lokal geräumt werden. Bis dahin geht der Verkauf doch irgendwie weiter. Auch nach dem offiziellen letzten Öffnungstag des Floristikgeschäfts an Heiligabend kommen einige Kunden in das Lokal.

„Darf ich noch einmal schauen?“, fragt eine ältere Frau am Freitagmorgen, als sie zaghaft die Ladentür öffnet. „Na klar, kommen Sie gerne herein“, sagt Helga Jahncke.

Am 31. Dezember ist Schluss. Dann schließt Helga Jahncke ihr Geschäft endgültig ab.

Am 31. Dezember ist Schluss. Dann schließt Helga Jahncke ihr Geschäft endgültig ab. © Andrea Wellerdiek

Seit dem Herbst bietet sie die letzten Waren im Schlussverkauf an. Einzelteile hat sie sogar mit einem Preisnachlass bis zu 70 Prozent verkauft. „Es hilft ja nichts. So viel wie möglich muss raus“, sagt Jahncke. Sie ist zufrieden mit dem Verkauf der letzten Wochen, auch das Inventar ist nahezu verkauft.

Umso weniger muss die 63-Jährige nun einpacken, bevor sie zum Jahresende für immer die Tür in ihrem Florisitikgeschäft abschließt. Mit dem neuen Jahr fängt für sie dann ein ganz neuer Lebensabschnitt an. Sie beginnt als Hauswirtschafterin.

Viele Artikel muss Helga Jahncke nicht mehr einpacken. Die meisten Waren konnte die 63-Jährige im Schlussverkauf los werden.

Viele Artikel muss Helga Jahncke nicht mehr einpacken. Die meisten Waren konnte die 63-Jährige im Schlussverkauf los werden. © Andrea Wellerdiek

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