Die verdeckt aufgenommen Bilder zeigen Firmenchef Marko Mecke (blaues Sakko) an seiner Viehsammelstelle. In dem Stall ist eine völlig abgemagerte Kuh. © Soko Tierschutz
Meinung

„Herr Mecke, wie können Sie noch in den Spiegel schauen?“

Im Tierquälerei-Skandal beteuerte Marko Mecke, von allem nichts gewusst zu haben. Video-Aufnahmen belegen das Gegenteil. Wie kann er sich danach noch im Spiegel anschauen, fragt unser Kommentator.

Als Marko Mecke von Recherchen rund um Tierquälereien in seiner Viehsammelstelle erfuhr, ging er in die Offensive. Nein, er versuchte nicht, die entsetzlichen Zustände zu beenden. Im Gegenteil, er engagierte teure Medien-Anwälte, die alles unter dem Deckel halten sollten. Sie sollten dafür sorgen, dass der Name Mecke außen vor blieb. Marko Mecke hatte Angst um sein florierendes Geschäft. Vielleicht auch um seinen bis dahin guten Ruf.

Typischer Impuls ertappter Sünder

Es ist der typische Impuls ertappter Sünder: tarnen, täuschen, mit Klagen drohen. Und den schockierten Unwissenden spielen. Marko Mecke tat das gleich zweifach. Obwohl er meiner Meinung nach ganz genau wusste, was in der Viehsammelstelle vor sich ging. Er wusste sicherlich weiterhin, dass illegal Fleisch kranker, verendeter Tiere in den menschlichen Verzehr gelangte. Verkauft in seinem Laden an der Lippestraße.

Ich verstehe nicht, wie man sich morgens noch im Spiegel anschauen kann, wenn man mit fast weinerlichen Worten den Unschuldigen spielt, dabei doch genau im Bilde ist über die schrecklichen Vorgänge. Kann Geldgier, kann Status-Geilheit so weit gehen, sein Gewissen zu verkaufen? Anscheinend schon.

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Redaktion Werne
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Jörg Heckenkamp