Der Herbst im Hochsommer – so schlimm wirkt sich die Trockenheit in Werne aus

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Braunes Gras, auf dem braune Blätter liegen – der zweite Trockensommer infolge richtet in der Werner Natur schwere Schäden an. Bäume werfen Laub ab, Birken sterben, Teiche trocknen aus.

Werne

, 12.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob Gartenbesitzer, Garten- und Landschaftsbauer oder offizielle Experten – sie alle registrieren die schlimmen Folgen des zweiten Trockensommers infolge in der Lippestadt. Bäume lassen ihre Blätter fallen, Birken sterben reihenweise, Tümpel, einst voller Fauna und Flora, sind bis auf den Grund ausgetrocknet.

Trockenheit ist „schon sehr extrem“

„In diesem Jahr ist es schon sehr extrem“, sagt Burkhard Klinkhammer (57), Umweltexperte der Stadtverwaltung Werne, auf Anfrage. Im Gespräch fällt mehrfach das Wort katastrophal.

Klinkhammer weiß nicht nur von Bäumen, deren Blätter vertrocknet abgefallen sind. „Buchen zum Beispiel setzt die Trockenheit besonders zu.“ Sie hätten in diesem Jahr vielfach auffallend kleine Blätter angesetzt, „und die fallen dann grün vom Baum“.

Der Herbst im Hochsommer – so schlimm wirkt sich die Trockenheit in Werne aus

Die Birken im Bereich Wesseler Straße, Münsterstraße (B54) sind schwer geschädigt. Fraglich, ob sie den zweiten Trockensommer überleben. © Jörg Heckenkamp

Der Grundwasserspiegel hat sich nach dem vergangenen trockenen Sommer, wenig Regen im Winter und der erneuten Trockenheit nicht richtig erholt. Im Werner Stadtgebiet sei er stellenweise „auf 1,80 Meter gesunken“, sagt Klinkhammer. Konsequenz: Viele Bäume und Sträucher zeigen Trockenschäden. So etwa eine Birkenreihe zwischen Wesseler Straße und Münsterstraße/B54.

Die Birken, eigentlich ein Baum, der sehr genügsam ist, haben viele Blätter verloren. Die, die sich noch halten können, sind braun. „Ob die Birken das überstehen, ist fraglich“, sagt Klinkhammer. Und schon fällt wieder das Wort katastrophal.

Erschreckendes Bild beim Teich am Hagenbuschweg

Ein erschreckendes Bild bietet sich am Ende einer vielfältig bewachsenen Wiese am Hagenbuschweg. Sie diente vor Jahren als ökologische Ausgleichsfläche für ein großes Bauvorhaben an der B54. Am Ende wurde ein Tümpel angelegt. Rund 15 Meter im Durchmesser, etwa 1,50 bis 2 Meter tief.

Der Herbst im Hochsommer – so schlimm wirkt sich die Trockenheit in Werne aus

Dieses Gewässer, 2006 als Kompensationsmaßnahme für den Bebauungsplan Bellingholz-Nord angelegt, hat bis 2018 jedes Jahr Wasser geführt. Das ist ein Bild aus dem Spätfrühling. Und das hier... © Burkhard Klinkhammer

Der Herbst im Hochsommer – so schlimm wirkt sich die Trockenheit in Werne aus

...ist eine Aufnahme aus dem Sommer 2018. Auch in diesem Jahr ist der Teich wieder trocken gefallen. © Burkhard Klinkhammer

Die Wasserfläche, Lebensraum für Pflanzen und Tiere, ist verschwunden. Ein kümmerlicher Rest braunen, schlammigen Wassers steht noch am Grund. Auch 2018 war der Tümpel trocken gefallen, „hat sich dann über den Winter wieder erholt“. Ob ihm das nach dem zweiten Trockensommer infolge noch einmal gelingt, wagt Klinkhammer zu bezweifeln: katastrophal.

Lang andauernder Landregen ist dringend nötig

Auch wenn es in diesen Wochen ab und zu mal einen Schauer gibt – „das reicht längst nicht aus, um den Grundwasserspiegel wieder aufzufüllen“, sagt Klinkhammer. Dazu bedürfe es einer längeren, intensiven Regenperiode. „Am besten ein langer Landregen“, so der Experte.

Doch der ist nicht in Sicht. Die Lage bleibt katastrophal.

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