Hochzeit im Livestream: Hat es sich in Werne nun schon ausgeturtelt?

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Die Live-Übertragung aus dem Trauzimmer: In Pandemie-Zeiten keine schlechte Idee, findet die Werner Politik. Die Stadt hat sich nun schlau gemacht, inwiefern sich das Ganze umsetzen lassen würde.

Werne

, 12.05.2021, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Trauungen will die Werner Politik per Livestream im Internet übertragen lassen. Doch die Stadtverwaltung hat dabei Bauchschmerzen.

Trauungen will die Werner Politik per Livestream im Internet übertragen lassen. Doch die Stadtverwaltung hat dabei Bauchschmerzen. © Unsplash

Impfung hin oder her: Volle Trauzimmer sind in Zeiten der Corona-Pandemie nur schwer bis überhaupt nicht vorstellbar. Das hatte die SPD in Werne dazu veranlasst, die Verwaltung damit zu beauftragen, zu prüfen, ob man die standesamtlichen Trauungen nicht per Video-Livestream übertragen könnte. Freilich nur, wenn das Brautpaar dies möchte. Städte wie Münster und Düsseldorf machten dies schließlich auch, hieß es im März in der Sitzung des Ausschusses für Soziales, öffentliche Ordnung, Integration und Inklusion.

Inzwischen hat die Werner Stadtverwaltung die Sache geprüft, bei besagten Städten nachgefragt - und ist zu einem ernüchternden Fazit gekommen. Die Hochzeit im Livestream bereitet der Stadt nämlich ziemliche Bauchschmerzen. „Aufgrund der erheblichen datenschutzrechtlichen Bedenken kann verwaltungsseitig nur von einer Durchführung eines Live-Streaming-Angebotes von Trauungen durch die Stadt Werne abgeraten werden“, heißt es in einer Verwaltungsvorlage. Eine Übertragung von Standbildern ohne Ton sei möglich, „sollte aber auch nur in einem Trauzimmer angeboten werden“.

Münster als Vorbild: Ohne Ton - und ohne Livestream

Denn ganz so berauschend und unproblematisch, wie man es sich vorstellt, scheint die ganze Sache dann doch nicht zu sein. Die Stadt Münster etwa übertrage keinen Stream, sondern lediglich alle 12 Sekunden ein Standbild. Einen Ton gebe es nicht. Zudem sei der Stream allen Menschen mit Internetanschluss zugänglich - egal ob geladener Gast oder nicht. Der Zugriff könne nicht begrenzt werden, so die Werner Stadtverwaltung. Letzteres sei auch im Falle des Angebots der Stadt Düsseldorf so.

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Abgesehen von der technischen Ausstattung sei es unter anderem eine Grundvoraussetzung, dass alle Anwesenden ihre Einwilligung für den Livestream erteilen. Heißt: ohne Unterschrift keine Teilnahme an der Trauung – oder keine Aufnahme. Die Werner Verwaltung sieht allein schon in dem bürokratischen Akt einen „nicht ganz geringen Vorbereitungsaufwand“, der außerdem ein gewisses Kontrollrisiko berge.

Allerdings macht die Verwaltung einen Gegenvorschlag. Der lautet: Die Brautleute sollen die Möglichkeit haben, einen Dienstleister - in diesem Fall nennt die Verwaltung das Stadtmarketing - mit der Erstellung von Bild- und Tonmaterial zu beauftragen. Damit könne man zumindest dem Servicegedanken Rechnung tragen. Die Dreherlaubnis würde die Stadt erteilen. Wie genau dieses Angebot dann aussehen soll, müsste allerdings noch erarbeitet werden - sofern die Ausschussmitglieder in ihrer nächsten Sitzung am 19. Mai das auch so sehen.

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