Heiraten in Corona-Zeiten: „Viele Paare waren verunsichert“

rnHeiraten in Werne

Verschieben, absagen oder mit weniger Gästen feiern? Diese Frage müssen sich während der Corona-Pandemie viele Brautpaare stellen. Eine Werner Standesbeamtin zieht ein Zwischenfazit für 2020.

Werne

, 03.09.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Hochzeit ist immer ein besonderes Erlebnis – für das Brautpaar und auch die Gäste. Dazu gehört auch immer eine große Feier. Die war während der Corona-Pandemie aber lange nicht möglich. Das stellte viele Paare vor die Frage, ob sie trotzdem feiern sollten.

„Das war ein großes Chaos. Viele Paare waren verunsichert“, sagt Stefanie Becker, Standesbeamtin der Stadt Werne. „Manche haben trotzdem gefeiert. Andere wollten das ohne die Familie nicht. Das waren individuelle Entscheidungen. Aber natürlich waren die Paare glücklich, wenn sie sich trauen konnten.“

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Es sei aber auch nichts Ungewöhnliches gewesen, wenn Paare nur zu zweit gefeiert hätten. Das habe es auch schon vor Corona gegeben. Fast drei Monate lang waren Hochzeitsfeiern verboten. Seit Ende Mai sind sie – zu Anfang noch unter strengeren Regeln als mittlerweile – wieder möglich.

Nach der Lockerung der Corona-Schutzverordnung konnten die Feiern allerdings nur im Trauzimmer Karl-Pollender-Museum stattfinden. Mittlerweile sind auch die anderen Trauorte in Werne wieder geöffnet. Die Gästeanzahlen sind aber weiterhin beschränkt.

Es gibt keine Maskenpflicht bei den Feiern

So kann im Museum mit 21 Gästen gefeiert werden. Im Trauzimmer im Stadthaus sind 16 Mitfeiernde erlaubt, im Kaminzimmer Panhoff-Stiftung sind es mit 5 am wenigsten. Die meisten Personen können im Alten Rathaus dabei sein. Dort liegt die Obergrenze bei 70 Menschen.

Bis zu den Trauorten gilt eine Maskenpflicht. Bei den Feiern an sich müssen keine Masken getragen werden, aber es wird um den nötigen Abstand gebeten. Zur Nachverfolgung bei einer Corona-Infektion müssen sich alle Gäste in eine Liste eintragen. Bis jetzt sei laut Standesbeamtin Becker aber im Zuge einer Hochzeitsfeier noch keine Infizierung bekannt geworden.

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„Es sind natürlich alle Beteiligten froh, dass überhaupt Gäste zu den Hochzeiten kommen dürfen“, sagt Becker. Über mangelnde Arbeit könne sie sich auch nicht beklagen. „Wir haben alle Hände voll zu tun. Unser Kalender ist voll.“

Zehn Brautpaare haben ihre Feiern wegen der Corona-Pandemie aber abgesagt. Acht Verschiebungen gab es. Insgesamt faden im Jahr 2020 47 Eheschließungen bis Ende August statt. Im selben Zeitraum waren es im vergangenen Jahr 75 Eheschließungen.

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Eine Aussage für den Rest des Jahres zu treffen, sei für Becker nicht möglich. Viele Ehepaare würden laut Becker aber auch spontan heiraten. „Das kommt immer mal wieder vor“, sagt sie.

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