Zwei ganz unterschiedliche Welten erwarten Besucher im Hotel Baumhove - Moderne und Tradition. Sowohl bei der Einrichtung als auch bei der Speisekarte. Doch geht das Prinzip auf?

Werne

, 14.09.2018, 05:30 Uhr / Lesedauer: 5 min

Das Straßenfestival tobt auf dem Marktplatz und die Künstler gehen im Hotel Baumhove ein und aus. Doch auch das Restaurant ist gut mit Gästen gefüllt, als wir dort am Samstag zu unserem Restaurantcheck eintreffen und sofort einen Platz im modernen Teil des Restaurants angeboten bekommen.

Das Essen im Hotel Baumhove:

Die Auswahl ist an diesem Tag auf die Umstände angepasst. Extra für das Straßenfestival hat das Hotel Baumhove die Karte besonders zusammengestellt und beschränkt, um der großen Nachfrage an diesem Wochenende gerecht werden zu können – und es zahlt sich aus, wie sich in unserem Test zeigt.

Zur Auswahl steht trotzdem für jeden etwas: Von Flammkuchen über Salat, Meeresfrüchte, Fisch und Fleisch bis zum Burger. Meine Begleitung ist begeistert von der Auswahl. Sie ist Vegetarierin und gewohnt, vor dem Restaurantbesuch erst einmal überprüfen zu müssen, ob denn etwas für sie dabei ist. In diesem Fall fällt es ihr sogar schwer, sich zwischen den vielen gut klingenden Gerichten zu entscheiden.

Hotel Baumhove: Moderne trifft auf urige Atmosphäre

Der Caprese als Vorspeise ging schon fast als Hauptspeise durch. © Mario Bartlewski

Wir fangen an mit dem Vorspeisensalat Caprese und einer Cremesuppe vom Muskatkürbis. Als die Teller vor uns stehen, spricht meine Begleitung aus, was wir beide denken: „Das könnte sogar als Hauptgericht durchgehen.“ Doch wie man weiß, kommt es letztlich nicht nur auf die Größe an – aber auch die Qualität überzeugt.

Der Caprese, bestehend aus Büffelmozzarella, bunten Tomaten, Olivenöl und vier Brotchips ist frisch zubereitet, gut mit Pfeffer gewürzt und macht Lust auf mehr. Ähnlich steht es mit der Suppe: sie ist sehr würzig, cremig und schmeckt. Ihren Teil tun auch die gerösteten Kürbiskerne hinzu. Dazu gibt es noch vier Scheiben Weißbrot.

Hotel Baumhove: Moderne trifft auf urige Atmosphäre

Würzig, cremig und schmeckt: die Cremesuppe vom Muskatkürbis. © Mario Bartlewski

Als Hauptspeise haben wir uns für das Flank Steak mit Chimichurri, Wachsbohnensalat und Süßkartoffelpüree entschieden sowie einen Flammkuchen mit Pfifferlingen, Kirschtomaten Rucola und Kräuterpesto. Auch hier macht schon der Blick auf das, was uns erwartet, Lust zuzugreifen.

Das Flank Steak ist schön angerichtet: Vier rosarote Streifen liegen sich überschneidend auf dem Teller, leicht bedeckt von der aus Tomaten, Zwiebel und Thymian bestehenden Chimichurri und dem Süßkartoffelpüree.

360-Grad-Panorama vom Restaurant-Bereich:

Das hochwertige Fleisch ist auf den Punkt gebraten, schön zart und schmeckt einfach toll. Da schaut selbst meine vegetarische Begleitung mit großen Augen auf meinen Teller. Das Steak ist fein marmoriert, fettarm, aber trotzdem sehr intensiv im Geschmack. Im Baumhove wird deutlich, warum das Flank Steak mehr und mehr aus dem Schatten von Rump- und T-Bone-Steaks springt.

Der Wachsbohnensalat schmeckt hingegen sehr sommerlich mit einem leichten Zitrusaroma und ein Süßkartoffelpüree wie dieses habe ich noch nirgendwo anders gegessen. Es schmeckt süß, ist dabei cremig und passt gut zum Fleisch.

Hotel Baumhove: Moderne trifft auf urige Atmosphäre

Das Flank Steak war auf den Punkt gebraten. © Mario Bartlewski

Der Flammkuchen wird stilecht auf einem hölzernen Brett serviert und ist so groß, dass wir erst einmal ein wenig Platz auf dem Tisch schaffen: Handys, Getränke und die Karte zur Seite gepackt und schon kann es losgehen.

Der Flammkuchen ist bereits in kleinere Stücke vorgeschnitten und auch hier spricht der Blick meiner Begleitung zum Thema Größe bände. „Das bekomme ich bestimmt nicht mehr aufgegessen“, sagt sie. „Ob die das wohl einpacken?“

360-Grad-Panorama vom vorderen Teil:

Doch vorher wird noch getestet. Der Flammkuchen ist knusprig, aber saftig und vor allem gut belegt. Die Kirschtomaten bringen eine angenehme Süße, die gut mit dem Rucola harmonieren. Die Steinpilze runden den Geschmack ab.

Ganz aufgegessen hat meine Begleitung den Flammkuchen trotzdem nicht. Das Einpacken stellte allerdings überhaupt kein Problem dar. Es scheint, als ob Kunden nicht zum ersten Mal danach gefragt hätten.

Hotel Baumhove: Moderne trifft auf urige Atmosphäre

Mit frischen Zutaten belegt und schön knusprig war der Flammkuchen. © Mario Bartlewski

Ein Dessert gönnen wir uns dann doch noch. Zumindest ich – und meine Begleitung probiert. Ob wir gleich zwei Löffel zur Nachspeise bekommen können, frage ich die Bedienung bei der Bestellung. Kein Problem – teilen ist erlaubt.

Wir entscheiden uns für „Da steppt die Beere“, einen Eisbecher mit einer Kugel Blaubeer Skyr (ein traditionell isländisches Milchprodukt, das mit Quark oder dickflüssigem Joghurt zu vergleichen ist), einer Kugel Eis, frischen Erdbeeren, Johannisbeeren und Blaubeeren. Oben drauf: eine große Portion Sahne, eine Physalis und ein Gebäckröllchen.

Wie immer gilt: Das Auge isst mit. Deshalb ist das Dessert – wie auch die anderen Speisen zuvor – schön angerichtet. Die Beeren sind knackig frisch und das Blaubeer Skyr, das wie ein Sorbet schmeckt, überzeugt und rundet den Geschmackstest ab.

Hotel Baumhove: Moderne trifft auf urige Atmosphäre

Beeren wohin das Auge reicht beim Dessert. © Mario Bartlewski

Die Getränke:

Die Getränkeauswahl ist riesig im Baumhove und lässt keine Wünsche übrig. Neben Softdrinks, Kaffee und Bier können Gäste aus einer Auswahl aus Weiß- und Rotweinen, Aperitifs, Likören, Wodka, Bitters, Cocktails und Longdrinks wählen.

Die Preise:

Die Preise im Baumhove liegen im oberen Bereich der Werner Restaurant-Szene – doch was man dafür auf den Teller bekommt ist dafür auch Champions League. Für den Caprese als Vorspeise haben wir 8,50 Euro bezahlt und haben dafür eine Portion bekommen, die man auch als Hauptspeise bezeichnen könnte. Die Cremesuppe vom Muskatkürbis hat hingegen nur 5,50 Euro gekostet – gespart wurde dort an der Menge allerdings trotzdem nicht. Der Flammkuchen kostete 8,90 Euro, während das Flank Steak mit 18 Euro daherkam. Das Dessert war mit 4,80 Euro preiswert.

Die Atmosphäre:

Es ist fast so, als teile sich das Baumhove in zwei Welten auf. Der vordere Bereich besticht durch große Fenster, die viel Licht hinein lassen und einen schönen Blick auf den Marktplatz ermöglichen. Modern wirkt der Bereich durch die Ledersessel und Hocker, Loungemusik und kleine Details. Im Essbereich hängen Uhren an der Wand, die die Uhrzeit in unterschiedlichen Städten und Zeitzonen anzeigen. An der Bar hängen kleine Holzregale, auf denen ausgewählte Spirituosen stehen.

Im hinteren Bereich, dem Restaurant, ist die Atmosphäre eine ganz andere: es wirkt rustikal und urig. Viele hölzerne Elemente wie Stühle, Tische und die schweren Holzpfeiler treffen auf sichtbares Mauerwerk. Der traditionelle Bauernhaus-Stil wird dabei unterstrichen durch die angenehme, eher dunkle Beleuchtung durch viele kleine Lampen und Kerzen.

Der Service:

Dem Service war etwas anzumerken, dass hoher Betrieb durch das Straßenfestival herrscht. Zu Beginn war nur eine Bedienung aktiv, die leicht gestresst wirkte: Als die Getränke leer waren, wurde nicht nach einem weiteren Getränk nachgefragt, auch wurden die Getränke nicht von der Flasche ins Glas eingeschüttet, sondern bloß daneben gestellt. Trotzdem war die Bedienung sehr freundlich und schnell – genau wie das Essen schnell und heiß auf dem Tisch stand.

Hervorzuheben beim Service ist die Hilfsbereitschaft, die bei unserem Besuch gleich mehrfach ins Auge fiel. Älteren Menschen wurde die Tür aufgehalten, es wurde gescherzt, gelacht und eine Frau, die ein Gläschen für ihr Baby aufwärmen wollte, durfte die Mikrowelle nutzen.

Kinderfreundlichkeit:

Eine spezielle Kinderkarte gibt es bei Baumhove nicht, doch auf Nachfrage wird klar: Viele Gerichte können auf Wunsch für Kinder extra gekocht werden, auch wenn sie nicht auf der Karte stehen.

Barrierefreiheit:

Die Barrierefreiheit ist im Baumhove gegeben. Über den hinteren Eingang, der direkt ins Restaurant führt, ist alles ebenerdig. Die Toilette befindet sich zwar im Keller, doch müssen Besucher für den Weg dorthin nicht zwangsläufig die Treppe nehmen, sondern können auch den Aufzug wählen.

Mein Fazit:

Leckeres Essen, das sein Geld Wert ist, nettes Personal und eine ganz besondere Einrichtung: Auch mir als Neu-Werner ist bei meinem Besuch klar geworden, warum Baumhove einen solch guten Ruf in Werne hat. Mein Höhepunkt war das Flank Steak, das sowohl von der Qualität des Fleisches als auch von der Zubereitung überzeugte. Durch die große Auswahl war es auch kein Problem vegetarische Gerichte zu finden und vor allem bei der Größe der Gerichte machten wir große Augen. Kritikpunkte findet man hingegen kaum. Einzig im Service gibt es leichte Abzüge bei unserem Test. Trotzdem: Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist top.

Anfahrt/Parken:

Der nächste Parkplatz ist die Tiefgarage am Roggenmarkt. Da Baumhove direkt am Marktplatz liegt, kann man nicht direkt mit dem Auto vorfahren und vor Ort parken.

Was sagt das Netz?

Bei Google hat Baumhove 73 Rezensionen erhalten mit einer Durchschnittsbewertung von 3,6 von 5 Punkten und der Gesamtbewertung „Gut“. Die Meinungen sind bunt gemischt. Zwischen Ein- und Fünf-Sterne-Bewertungen gibt es hier alles. Beklagt werden hier lange Wartezeiten bei der Bestellung von Essen und Getränken. Ähnlich sind die Bewertungen bei Tripadvisor: Hier erhält Baumhove 3 von 5 Punkten. Hier loben zahlreiche Gäste das leckere Essen, die gute Lage und die Bedienungen. Andere Gäste bemängeln hingegen – wie schon bei Google – lange Wartezeiten und kritisieren unaufmerksames Personal.

Restaurant-Infos

Hotel Baumhove, Markt 2, 59368 Werne

Montags bis samstags 11.30 - 14 Uhr sowie 17:45 bis 21.45 Uhr (Küchenschluss), Sonntag: ab 11 Uhr.

Tel.: (02389) 9 89 59 0, E-Mail: hotelammarkt@baumhove.de

www.baumhove.de

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Der Restaurantcheck im Baumhove

Wir haben das Baumhove getestet - und hatten unsere Kamera dabei.
14.09.2018
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Rustikal eingerichtet versprüht der Restaurant-Bereich eine besondere Atmosphäre.© Mario Bartlewski
Viele kleine Lampen erhellen den Restaurant-Bereich.© Mario Bartlewski
Sichtbare Mauerwerk trifft dunkle Holzmöbel.© Mario Bartlewski
Die Holzpfeiler verleihen dem Restaurant-Bereich einen rustikalen und gut bürgerlichen Stil.© Mario Bartlewski
Eine Treppe führt zu einer weiteren Etage zum Essen.© Mario Bartlewski
Der Kronleuchter passt gut zum Stil - es wirkt urig.© Mario Bartlewski
Mit viel Holz kann das Baumhove punkten.© Mario Bartlewski
Schlicht aber stolvoll sind die Tische eingerichtet.© Mario Bartlewski
Die Deko sorgt für das besondere Etwas.© Mario Bartlewski
Eine Bar gibt es auch im Restaurant-Bereich.© Mario Bartlewski
Der vordere Bereich ist hell und modern gestaltet.© Mario Bartlewski
Holz und Stein finden sich hier trotzdem wieder.© Mario Bartlewski
Im vorderen Bereich können sich Gäste direkt ans Fenster setzen.© Mario Bartlewski
Viele Details sorgen für Aufsehen: wie Uhren mit den Uhrzeiten ferner Städte.© Mario Bartlewski
Vom vorderen Essbereich aus können Gäste direkt auf den Markt blicken.© Mario Bartlewski
Hier setzen die Inhaber auf bequeme Ledersessel.© Mario Bartlewski
Die Getränkeauswahl ist groß.© Mario Bartlewski
Auch Grappa und Co. findet man bei Baumhove. Stilecht auf kleinen hölzernen Regalen.© Mario Bartlewski
Die Bar erblickt man sofort, wenn man vom Markt aus das Restaurant betritt.© Mario Bartlewski
Moderne Lederhocker treffen auf rustikale Holzpfeiler.© Mario Bartlewski
Cocktails und Longdrinks? Kein Problem.© Mario Bartlewski
Die Holzregale neben der Theke sind ein Hingucker.© Mario Bartlewski
Küchenchef Siggi Baumhove© Mario Bartlewski
Baumhove befindet sich direkt am Markt.© Mario Bartlewski
Baumhove befindet sich direkt am Markt.© Mario Bartlewski

Alle Werner Restaurantchecks finden Sie hier.

Wie funktioniert der Restaurant-Check? Wir gehen ohne Vorankündigung in die jeweiligen Restaurants – als ganz normale Gäste. Wir sind keine Gastro-Experten, sondern einfach Menschen, die gerne an schönen Orten essen. Wir beschreiben die Läden so, wie wir über sie auch mit Freunden und Bekannten sprechen würden. Mit ihren Schwächen, mit ihren Stärken. Ehrlich. Nachdem wir die Rechnung beglichen haben, offenbaren wir uns und vereinbaren für die nächsten Tage einen Fototermin für die Gaststätten-Aufnahmen.
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