Ansturm auf Hunde: 1000 Bewerber für 11 süße Dalmatiner

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Die Einschränkungen durch Corona lassen offenbar in vielen Menschen den Wunsch aufkommen, sich einen Hund zuzulegen. Die Werner Züchterin Gabriele Salmeron kann ein Lied davon singen.

Werne

, 21.11.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Restaurants, Vereine, Kino, Kneipen sind dicht. Überhaupt soll man wenig Kontakt zu anderen Menschen haben. Die Werner sind viel zu Hause, fahren Rad oder gehen spazieren. Das wäre doch alles schöner mit einem Hund, denken sich viele. Die Werner Dalmatiner-Züchterin Gabriele Salmeron (60) kann das bestätigen.

Für den jüngsten Wurf der Werner Züchterin interessierten sich mehr als 1000 Menschen.

Für den jüngsten Wurf der Werner Züchterin interessierten sich mehr als 1000 Menschen. © Gabriele Salmeron

„Für meinen letzten Wurf im Oktober hatte ich so viel Anfragen wie noch nie“, sagt die erfahrene Züchterin, die mit ihrem Mann zudem die Tanzschule Bleckmann in Werne betreibt: „Ich bin gar nicht mehr ans Telefon gegangen“, sagt sie. Obwohl sie im Internet geschrieben hätte, dass die elf Dalmatiner-Welpen fest vergeben seien, „hörten die Anfragen einfach nicht auf.“ Schlussendlich wollten mehr als 1000 Menschen die süßen Hundebabys haben.

1000 Interessenten für 11 süße Dalmatiner-Welpen

„Ja“, sagt Salmeron, „das führe ich eindeutig auf die Corona-Krise zurück. Die Leute haben wenig Abwechslung, ein Hund kommt da für viele gerade richtig.“ Sie macht aber auch eine Kehrseite dieser Tierliebe aus. „Was ist, wenn der Impfstoff kommt und die Beschränkungen aufgehoben sind? Haben die Leute dann immer noch Lust, regelmäßig mit dem Hund spazieren zu gehen?“ Sind sie dann der Tiere, die dann vielleicht nicht mehr so süß sondern lästig sind, überdrüssig?

Diese Befürchtung hegt man auch im Kreistierheim in Unna, das derzeit wie leergefegt ist. „In der Corona-Krise sind die Vermittlungen von Hunden stark gestiegen“, bestätigt Volker Meier, Sprecher des Kreises Unna, auf Anfrage der Redaktion. Ende der 47. Kalenderwoche seien noch fünf Hunde im Tierheim gewesen. Und zwar die, die etwa wegen Krankheit oder ihres Alters schwer vermittelbar sind.

Das Tierheim in Unna, hier ein Archivfoto, hat in der Corona-Krise deutlich mehr Tiere als sonst vermittelt.

Das Tierheim in Unna, hier ein Archivfoto, hat in der Corona-Krise deutlich mehr Tiere als sonst vermittelt. © Marcel Drawe (A)

Die Beschränkungen der Pandemie hätten sicherlich ihren Teil dazu beigetragen, die Vermittlungsquote zu steigern und die Menschen hin zum Hund geführt. Volker Meier: „Wir hoffen jetzt nur, dass die Leute nach Ende der Pandemie nicht alle wieder zurückkommen und die Hunde wieder abgeben wollen.“

Gabriele Salmeron versucht, diesen Befürchtungen mit einer noch strikteren Auswahl der neuen Herrchen und Frauchen für die Welpen entgegenzuwirken. Jedem verantwortungsvollen Züchter sei daran gelegen, seine Tiere in gute Hände zu geben. „Bislang habe ich die Interessenten schon auf Herz und Nieren geprüft. Jetzt bin ich sozusagen alle Organe durchgegangen“, sagt sie scherzhaft, aber mit ernstem Hintergrund.

1400 Euro kostet ein Dalmatiner-Welpe

Möglicherweise hält ein weiterer Faktor die Besitzer davon ab, sich von ihrem Tier zu trennen: So ein Dalmatiner-Welpe kostet immerhin 1400 Euro.

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