„Ich bin Hans und schaue gerne Autorennen“: Stadt Werne gründet ein ZWAR-Netzwerk

Übergang ins Rentenalter

Die Stadt Werne gründet in Kooperation mit der Caritas Lünen-Selm-Werne ein ZWAR-Netzwerk für Menschen ab 60 Jahren. Was dahintersteckt, ist so simpel wie originell.

Werne

, 16.01.2019, 14:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Ich bin Hans und schaue gerne Autorennen“: Stadt Werne gründet ein ZWAR-Netzwerk

© G. Beck

Hans aus Herne schaut gerne Autorennen. Bei der ZWAR-Gründungsveranstaltung in der Stadt im Ruhrgebiet hat Hans das auch genau so gesagt. Vor versammelter Runde. Oh, ob sich da jemand meldet? Heute schaut Hans immer noch gerne Autorennen – aber nicht mehr alleine, sondern mit Gleichgesinnten.

So banal, wie dieses Beispiel klingt, so einleuchtend ist die Idee dahinter. Menschen kommen zusammen. Tauschen sich aus. Und du so? Was machst du gerne? Mache ich das vielleicht auch gerne? Könnten wir das nicht zusammen machen? Es kann so einfach sein – auch im Alter. Wenn man in einem ersten Schritt die richtige Anlaufstelle findet.

Zwischen 60 und 65 Jahren

Und diese Anlaufstelle will die Stadt Werne in Kooperation mit der Caritas Lünen-Selm-Werne sein. ZWAR heißt das Projekt – „zwischen Arbeit und Ruhestand“. In Werne richtet es sich an Menschen zwischen 60 und 65 Jahren. Dieser Altersgruppe will die Stadt Werne gesellschaftliche Teilhabe, Mitgestaltung und bürgerschaftliches Engagement ermöglichen. Das klingt zunächst sehr offiziell, Menschen können sich aber – wie jetzt bei einem Pressetermin so schön erklärt – hier auch einfach finden. Und dann zusammen Rennen schauen.

Das ZWAR-Netzwerk NRW gibt es seit rund 40 Jahren. Heute besteht es aus 240 sozialen Netzwerken älterer Menschen mit mehr als 2000 Interessens- und Projektgruppen. ZWAR-Netzwerke sind auf Dauer angelegt, die ältesten sind nach eigenen Angaben mittlerweile mehr als 35 Jahre alt.
„Ich bin Hans und schaue gerne Autorennen“: Stadt Werne gründet ein ZWAR-Netzwerk

Wernes Sozialdezernent Frank Gründken, Henrik Nagel-Fellerhoff, Bereichsleiter bei der Caritas Lünen-Selm-Werne, und Jochen Höinghaus von der Koordinierungsstelle für bürgerschaftliches Engagement, Senioren- und Behindertenarbeit (BEN) haben das ZWAR-Projekt am Mittwoch (16. Januar) im Stadthaus Werne vorgestellt. Letzterer erzählte von Hans aus Herne – und zeigte sich begeistert von der großen Resonanz, die er während dieses Treffens erlebt habe.

Diese Resonanz erhofft sich Höinghaus auch für Werne. „Das ist ein ganz offenes, niederschwelliges Angebot“, sagte er am Mittwoch. „Wenn der Wunsch an uns herangetragen wird, dann sind wir als Verwaltung stets der Ansprechpartner. Ansonsten ist das Ganze primär selbstorganisiert“, so Höinghaus.

Gründungstreffen am 13. März

Praktisch sieht das dann so aus: Stadt Werne und Caritas haben Einladungen an die rund 3500 Werner verschickt, die in die Altersgruppe 60-65 passen. Sie sind eingeladen zur Gründungsveranstaltung am 13. März. Während des Gründungstreffens besteht die Möglichkeit, sogenannte ZWAR-Gruppen zu bilden.

Menschen mit denselben Interessen finden sich – und treffen sich in Eigenregie fortan an eigens festgelegten Terminen. „Wir versuchen, Personen zusammenzubringen, die heute noch gar nicht wissen, dass sie gemeinsame Interessen haben“, brachte es Dezernent Frank Gründken am Mittwoch auf den Punkt.

Wer also nach Erwerbs- oder Familienarbeit bereits im Ruhestand ist oder das auf absehbare Zeit sein wird und bisher nicht in Vereinen oder Gruppen aktiv war – sprich: bisher nicht vernetzt war – kann hier Menschen finden, denen es ähnlich geht. Der Ruhestand genießt sich besser zusammen.

Henrik Nagel-Fellerhoff (Caritas Lünen-Selm-Werne, v.l.), Sozialdezernent Frank Gründken und BEN-Koordinator Jochen Höinghaus planen die Gründung eines ZWAR-Netzwerkes in Werne.

Henrik Nagel-Fellerhoff (Caritas Lünen-Selm-Werne, v.l.), Sozialdezernent Frank Gründken und BEN-Koordinator Jochen Höinghaus planen die Gründung eines ZWAR-Netzwerkes in Werne. © Vanessa Trinkwald

Die Termine:

  • Um sicherzustellen, dass das geplante ZWAR-Netzwerk in Werne in bestehende Strukturen eingebunden wird, findet am Mittwoch, 30. Januar 2019, um 18 Uhr in der Caféteria des Stadthauses, Konrad-Adenauer-Platz 1, ein erstes, sogenanntes Multiplikatorentreffen statt. Dabei wollen Jochen Höinghaus, Frank Gründken, Henrik-Nagel Fellerhoff und Barbara Thierhoff von der ZWAR-Zentralstelle NRW, die beratend zur Seite steht, über das geplante Projekt informieren. Mit dabei sind an diesem Tag Vertreter aus Kirche, Politik, Vereinen, Schulen, Behindertenbeirat etc.
  • Wichtig für alle, die Interesse haben und Interessen mitbringen: Die Gründungsveranstaltung findet am 13. März um 18.30 Uhr in der Marga-Spiegel-Sekundarschule an der Bahnhofstraße in Werne statt. Auch wer nicht hundertprozentig in die Altersgruppe passt, kann gerne vorbeikommen.
Kontakt und Ansprechpartner:
  • ZWAR-Zentralstelle NRW: Barbara Thierhoff, Tel. (0231) 96 13 17-30, E-Mail an ba.thierhoff@zwar.org, Infos online auf der ZWAR-Homepage.
  • Stadt Werne: Jochen Höinghaus, Koordinierungsstelle für bürgerschaftliches Engagement, Senioren- und Behindertenarbeit, Konrad-Adenauer-Platz 1, Tel. (02389) 7 13 18, E-Mail an j.hoeinghaus@werne.de
  • Caritasverband Lünen-Selm-Werne: Henrik Nagel-Fellerhoff, Tel. (02592) 9 73 20 01, E-Mail an nagel-fellerhoff@caritas-luenen.de, Infos online auf der Homepage der Caritas.
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