Illegale Camper besetzen "Prinzipalviertel"

WERNE Die Planungen für das Prinzipalviertel zwischen B 54 und Fürstenhof sollen zwar angesichts schleppender Nachfrage modifiziert werden; ein illegaler Campingplatz dürfte damit aber kaum gemeint gewesen und auch nicht im Interesse der Stadt, der Grundstückseigentümer und der Anwohner sein. Aber genau das scheint sich auf dem Gelände zu entwickeln.

von Von Rudolf Zicke

, 08.11.2007 / Lesedauer: 2 min
Illegale Camper besetzen "Prinzipalviertel"

Seit einer Woche stehen die Wohnwagen auf der Freifläche zwischen B54 und Fürstenhof.

Seit einer Woche stehen dort die Wohnwagen von Sinti und Roma, die sich ursprünglich auf dem Weg nach Frankreich für zwei Tage auf dem Hagen niederlassen wollten.

Dauercamping verboten

"Das mussten wir untersagen", erklärte Ordnungsamtschefin Kordula Mertens; Dauercamping auf einem öffentlichen Parkplatz sei nun einmal verboten. Da sich die "Durchreisenden" nun auf einem Privatgelände befänden, so Mertens, seien dem Ordnungsamt die Hände gebunden. "Jetzt sind der Eigentümer und das Bauordnungsamt am Zug", so Mertens, dann auch auf Privatgrund ist Dauercamping nicht erlaubt.

Die Bauordnung indes, sagte deren Chefin Monika Geißler, könne laut aktueller Rechtsprechung erst aktiv werden, wenn die Wohnwagen dort über "mehrere Wochen" ohne Genehmigung "campieren" würden, so lange sei die Stadt machtlos.

Alternative abgelehnt

Über Anwohner-Beschwerden habe er erfahren, dass das Grundstück "besetzt" worden sei, berichtete der Geschäftsführer des Lüner Bauträgers und Grundstückseigners RKM, Christoph Kuhnen. Er habe die Sinti und Roma darauf hingewiesen, dass es sich hier um ein Privatgelände handele, sie nicht bleiben könnten. Er haben ihnen sogar alternativ einen Platz in einem Lüner Gewerbegebiet angeboten. Das hätten sie abgelehnt. Nun hofft Kuhnen, dass das "fahrende Volk" seine Zusage einhält und am Samstag weiterreist. "Wenn nicht, müssen wir uns etwas - eventuell juristische Schritten - einfallen lassen"; schließlich lege er keinen Wert auf weitere Klagen der Nachbarn.

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