Der (fast) unerfüllbare Traum vom eigenen Häuschen in Werne

rnImmobilien in Werne

Geschäftslokale kann man in Werne ohne Probleme mieten. Ganz anders sieht die Lage bei Mietwohnungen aus. Und bei Eigentums-Immobilien ist es noch drastischer. Mit einer kleinen Ausnahme.

Werne

, 18.08.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Leere Geschäftslokale in der Werner Innenstadt zeigen: Hier wäre es nicht schwierig, etwas zu mieten oder zu pachten. Bei bezahlbarem Mietraum in Werne sieht die Lage ganz anders. Dann kaufe ich eben etwas, mag der eine oder andere gefrustete Miet-Interessent denken. Doch der Frust dürfte bei der Suche nach dem eigenen Häuschen noch größer werden.

„Es ist eng auf dem Markt in Werne“, sagt Sandra Pippel, Immobilien-Expertin der Volksbank in Werne. Und das ist schon seit Jahren zu beobachten. „Wenn wir ein neues Objekt online stellen, haben wir sofort eine große Nachfrage von Kunden“, sagt die 48-Jährige. Immobilien-Makler - im Moment kein unangenehmer Job.

„Uns fehlen in Werne die Neubaugebiete“

Obwohl: Richtig Spaß wird es den Makler nicht machen, reihenweise Interessenten absagen zu müssen. Es gibt einfach zu wenig Angebote. „Uns fehlen in Werne die Neubaugebiete“, sagt auch Philipp Gärtner (31), Pressesprecher der Volksbank Kamen-Werne.

Die meisten Kunden möchten ein freistehendes Eigenheim. Doch die angespannte Angebotslage, die zudem für steigende Preise sorgt, „lässt die Kunden auch kompromissbereit sein“, weiß Sandra Pippel. Da verwandelt sich das allein stehende große Eigenheim dann auch mal in eine Doppehaushälfte.

Pressesprecher Philipp Gärtner und Immobilien-Expertin Sandra Pippel an den Angeboten. Etliches ist bereits verkauft.

Pressesprecher Philipp Gärtner und Immobilien-Expertin Sandra Pippel an den Angeboten. Etliches ist bereits verkauft. © Jörg Heckenkamp

Wichtig sei für die Kunden vor allem „Lage, Lage, Lage“, weiß Philipp Gärtner. Stadtnah am schönen Werner Zentrum soll es sein, möglichst verkehrsgünstig gelegen. „Horst und Stockum sind nicht so gefragt“, sagt Gärtner. Denn die Kernstadt Werne biete viele Trümpfe gerade für Familien, die sich niederlassen wollen: die schöne Altstadt, alle wichtigen Geschäfte des täglichen Bedarfs, gute Schulen, Sportvereine und „natürlich das Solebad“, ergänzt Pippel.

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Gerade junge Familien fragten immer wieder nach Baugrundstücken, die einfach nicht genügend in Werne vorhanden seien, sagt der Volksbank-Sprecher: „Mehr Neubauflächen wären daher toll, Werne ist bei diesem Klientel sehr gefragt.“

Ähnlich groß sei die Nachfrage nach Eigentumswohnungen. Sandra Pippel beschreibt „den Klassiker: Die Kinder sind ausgeflogen, das Eigenheim plus Garten wird zu groß für das Ehepaar, das allmählich auf die Rente zugeht. Das Paar will sich verkleinern und sucht eine moderne Eigentumswohnung in Stadtnähe.“

Etwas entspannter stelle sich aus ihrer Sicht die Lage bei gebrauchten Eigentumswohnungen dar. „Hier ist die Nachfrage nicht so enorm. Und wenn, dann mit kleinem Gartenanteil.

Nur kurze Corona-Delle
  • Bei Ausbruch der Corona-Pandemie, beziehungsweise, als die Folgen auch für die Menschen in Werne deutlich spürbar wurden, „da sind die Leute vorsichtiger geworden“, erinnert sich Sandra Pippel an die Wochen im März und April.
  • Doch diese Zurückhaltung habe nur drei oder vier Wochen angehalten, „dann zog das Immobilien-Geschäft wieder an. Es hieß wieder von den Kunden ‚Ich möchte besichtigen‘,“ sagt die Expertin.
  • Besichtigungen seien unter Corona-Bedingungen kaum anders verlaufen. als sonst. Die Volksbank würde sowieso nur einen Interessenten nach dem anderen terminieren und nicht zeitgleich. „Statt im Wohnzimmer haben wir dann eben mit Abstand draußen auf der Terrasse gesprochen“, sagt Pippel mit einem Schmunzeln.
  • Auch die Baufinanzierung habe, nach kurzer Corona-Delle, wieder Fahrt aufgenommen.
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