Werner Partei spricht sich für Industrie- und Gewerbegebiet an Nordlippestraße aus

Politik in Werne

Die Kritik am möglichen Industrie- und Gewerbegebiet an der Nordlippestraße klingt nicht ab. Nachdem die Grünen in Werne sich auf die Seite der Bürgerinitiative gestellt hatten, gibt es nun Gegenwind.

Werne

, 10.05.2021, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein neues Industrie- und Gewerbegebiet soll an der Nordlippestraße in Werne entstehen.

Ein neues Industrie- und Gewerbegebiet soll an der Nordlippestraße in Werne entstehen. © Die Klimainitiative "Natürlich! Werne"

Die Planungen für ein Industrie- und Gewerbegebiet nördlich der Nordlippestraße in Werne erhitzen weiter die Gemüter. Proteste von Bürgern gab es bereits. Ein Bürgerbegehren wird ebenfalls angestrebt. Und nachdem sich die Grünen in Werne kürzlich auf die Seite der Bürgerinitiative geschlagen hatten, meldet sich nun die SPD zu Wort - und spricht sich klar für die Planungen aus.

In einer Pressemitteilung der Sozialdemokraten heißt es, man unterstütze die Planungen „zu einem Gewerbe-/Industriegebiet nördlich der Nordlippestraße ausdrücklich“. Der Grund sind vor allem wirtschaftliche Aspekte. „Wir betreiben mit diesem Projekt aktive Arbeitsplatz- und Wohlstandssicherung in Werne“, wird Jan Oestermann, Mitglied des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung, in dem Schreiben zitiert.

SPD sieht Mangel an potentiellen Gewerbeflächen in Werne

Und weiter: „Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Gewerbeflächen in Werne bereits verkauft oder reserviert – ohne dieses Gewerbe-/Industriegebiet haben wir keine Entwicklungschancen mehr. Es ist jetzt die Zeit gekommen, Abwanderung zu verhindern und neue Arbeitsplätze zu schaffen – für die heutige Generation und für die, die noch kommen.“

Zumal es potentielle Flächen für Gewerbegebiete in Werne nicht wie Sand am Meer gibt. Im Osten der Stadt gebe es aus regionalplanerischer Sicht Einschränkungen, im Westen hingegen bereits die Gewerbe-/Industriegebiete Wahrbrink und Wahrbrink-West - und im Süden ein Naturschutzgebiet, das für eine Entwicklung tabu sei.

Die Grünen hatten auch mit Blick auf die Planungen im Bereich Nordlippestraße von einem Tabubruch gesprochen und ihren politischen Gegnern Wortbrüchigkeit vorgeworfen. Dem widerspricht die SPD mit dem Hinweis, dass es zuvor keine Absprachen oder gar Beschlüsse gegeben habe.

Klar sei, dass man ein neues Industrie-und Gewerbegebiet nicht ohne Eingriffe in die Natur errichten könne. Man wolle sich aber dafür einsetzen, dass „die Maßnahmen in diesem Industriegebiet deutlich über die gesetzlichen Mindestanforderungen, was Klima- und Umweltmaßstäbe betrifft, hinaus gehen“.

Die Kritik an dem Projekt sieht die SPD in einigen Punkten als ungerechtfertigt an. So könne beispielsweise nicht von einem „überbordenden Flächenfraß in Werne“ die Rede sein. Schließlich seien über 77 Prozent des Stadtgebiets unversiegelt. Zudem sei die letzte größere Flächeninanspruchnahme für Gewerbe nun schon fast zehn Jahre her (Wahrbrink-West).

Aus Sicht der SPD kursieren darüber hinaus viele Gerüchte zum Projekt, die schlichtweg nicht der Wahrheit entsprechen - etwa, dass die Stadt bei einem Kooperationsstandort nicht Herr des Planverfahrens sei und die Gewerbesteuereinnahmen an andere Kommunen flößen.

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