Industrie- und Gewerbegebiet

Industriegebiet: BIN kritisiert Stadt Werne für „Spiel mit verdeckten Karten“

Kurz vor dem Bürgerentscheid zum Industrie- und Gewerbegebiet wirft die BIN der Stadt Werne ein „Spiel mit verdeckten Karten“ vor. Der Grund ist eine weitere Gewerbefläche. Die Stadt kontert.
Die BIN erhebt erneut Vorwürfe gegen die Stadt Werne - die kontert sofort. © Thomas Peek

Die Bürgerinitiative Industriegebiet Nordlippestraße (BIN) nimmt erneut kein Blatt vor den Mund. In einer Stellungnahme äußert die Initiative die Vermutung, die Stadt Werne spiele mit Blick auf den Kooperationsstandort „weiterhin mit verdeckten Karten“. Der Grund: Eine Nachfrage beim RVR seitens der BIN habe ergeben, dass eine weitere Fläche nördlich des Nordlippeparks – genau genommen südlich von Icopal bis zum Kreisverkehr westlich der B54 – schon im kommenden Jahr ins öffentliche Beteiligungsverfahren gehen soll.

„Diese Nachricht könnte alles verändern und dem umstrittenen Industriegebiet Nordlippestraße wortwörtlich den Boden entziehen“, schreibt die BIN. Der Stand in Sachen Regionalplan (dabei handelt es sich nicht um den „Teilplan Regionale Kooperationsstandorte“) habe der Stadt bekannt sein müssen, da die Verwaltung bereits Gelegenheit hatte, dem RVR zu dieser Planung eine Stellungnahme zu übermitteln. Einmal mehr wirft die BIN der Stadt daher eine schlechte Kommunikations-Kultur vor.

BIN: Kooperationsstandort ist nicht „letzte Chance für Werne“

„Leider hat es die Verwaltung aber erneut versäumt oder aus taktischen Gründen verschwiegen, die Öffentlichkeit über diesen Umstand zu informieren – und zwar, um den geplanten Regionalen Kooperationsstandort an der Nordlippestraße den Bürgern weiterhin als sozusagen ‚letzte Chance‘ für Werne vermitteln zu können“, heißt es weiter.

Bei der Stadt sieht man das anders. „Es ist grundsätzlich nichts Neues, dass diese Fläche [zwischen Icopal und KV, Anmerkung d. Red.] als gewerbliche Fläche im Regionalplan enthalten ist. Wir haben die Politik auch immer über den aktuellen Stand informiert“, sagt Planungsdezernent Ralf Bülte am Mittwoch (1. Dezember) auf Anfrage unserer Redaktion. Eine Stellungnahme habe man bereits vor drei Jahren abgegeben, als man mit dem RVR über die Neuaufstellung des Regionalplans in Verbindung mit dem Teilplan Regionale Kooperationsstandorte gesprochen habe.

„Wir haben damals schon mit dem RVR abgestimmt, dass wir kommunale Bedarfe für Gewerbeflächen haben und dass das in diesem Bereich von uns gewünscht ist“, so Bülte weiter. Auch der Start des Beteiligungsverfahrens im kommenden Jahr sei bekannt gewesen.

Die Gegner des Kooperationsstandorts hatten schon mehrfach kritisiert, dass sich auf der knapp 30 Hektar großen Fläche nordöstlich des Kreisverkehrs nur Betriebe mit einer Mindestgröße von 5 Hektar ansiedeln dürfen. Bei der Wirtschaftsförderung sind zwar in der jüngeren Vergangenheit vermehrt Anfragen von lokalen Firmen eingegangen, die expandieren wollen und neue Flächen benötigen, doch liegt ihr jeweiliger Bedarf zumeist bei unter 5 Hektar. Das hatten Bürgermeister Lothar Christ und Wirtschaftsförderer Matthias Stiller beim jüngsten Bürgerforum im Kolpingsaal erklärt.

Von daher mache es durchaus Sinn, die rund 11 Hektar große Fläche zwischen Icopal und dem Kreisverkehr künftig kleineren Firmen zur Verfügung stellen zu können, die bereits in Werne ansässig sind und Bedarfe haben, sagt Ralf Bülte. Eine Mindestgröße von 5 Hektar wäre dann – anders als beim Kooperationsstandort – voraussichtlich nicht vorgeschrieben.

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