"Jung kauft Alt"-Fördergelder spalten Rat in Werne

Kompromiss gesucht

Soll die Stadt Werne jährlich 50.000 Euro bereitstellen, um junge Familien beim Kauf alter Immobilien zu unterstützen? Ja, sagen SPD, Grüne und UWW. Die CDU und die FDP sind dagegen - kein Einigung im Rat also. Eine Kompromisslösung, die allen gefällt, ist ebenfalls nicht in Sicht. Was wird nun aus dem Projekt "Jung kauft Alt"?

WERNE

, 08.12.2016, 17:36 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nachdem die Abstimmung im Planungsausschuss unentschieden endete, hat der Rat das Thema vertagt – damit die Verwaltung einen Kompromissvorschlag ausarbeiten kann.

Einen solchen Versuch hatte Michael Zurhorst (CDU) im Planungsausschuss bereits unternommen: Anstatt verbindlich Fördergelder von bis zu 5000 Euro pro Familie zuzusagen, sollten die Familien Unterstützung bei der Erstellung von Gutachten zur Sanierung einer Bestandsimmobilie erhalten: „Wenn man baut, weiß man in der Regel, was die Sache kostet. Beim Hauskauf ist der Sanierungsaufwand jedoch nicht sofort zu beziffern, und das schreckt viele letztlich vom Kauf ab“, so der Ausschussvorsitzende.

Führt "Jung kauft Alt" zu mehr Kaufentscheidungen?

Zuvor hatten CDU und FDP argumentiert, dass die Förderung durch „Jung kauft Alt“ für keine der teilnehmenden Familien kaufentscheidend gewesen sei. „Es gibt unsere Stadt seit 700 Jahren, und schon immer haben Häuser ihren Besitzer gewechselt. Jetzt soll das plötzlich nur noch durch Fördergelder funktionieren können?“, fragte Artur Reichert (FDP).

Lars Hübchen (SPD) führte an, dass „Jung kauft Alt“ durchaus auch als Steuerung dienen könne: „Das Programm schafft eine Sensibilität für alte Häuser. Junge Familien hätten sich sonst überhaupt nicht damit beschäftigt.“ Würden mehr Häuser in Bestandsgebieten an Familien verkauft, bestünde keine Gefahr, dass Investoren an deren Stelle große Neubauten für mehrere Parteien errichteten.

Den Blick auch auf die Altbürger werfen

Adelheid Hauschopp-Francke, die den Stein für die SPD mit einer Rede ins Rollen gebracht hatte, verwies auf die bestehenden Nachbarschaften, die durch solche Bauten gefährdet würden: „Wir tun alles für Neubürger in Werne. Aber der Altbürger ist uns nichts mehr wert?"

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