Junge Frau kämpfte minutenlang um ihr Leben

Mordfall Yasemin

Die Anfang 2011 ermordete Lünerin Yasemin Tomak muss minutenlang verzweifelt um ihr Leben gekämpft haben. Das wurde am Mittwoch im Prozess vor dem Dortmunder Schwurgericht deutlich, als der Rechtmediziner Dr. Ralf Zweiholff als Sachverständiger vernommen wurde.

LÜNEN/ DORTMUND

von Von Martin von Braunschweig

, 26.09.2012, 15:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Junge Frau kämpfte minutenlang um ihr Leben

Nachdem die Leiche der 32-Jährigen auf einem Autobahnparkplatz in den Niederlanden gefunden worden war, hatte ein Team holländischer Mediziner die Obduktion vorgenommen. Die dabei festgehaltenen Erkenntnisse wurden nun von Dr. Zweihoff analysiert. Die Ergebnisse: Am Körper von Yasemin Tomak fanden sich unzählige Spuren von Gewalteinwirkungen – vor allem am Kopf, im Gesicht und am Hals. Blutergüsse am Kehlkopf, am Zungenbein und an der Oberlippe ließen darauf schließen, dass der jungen Frau über einen längeren Zeitraum der Hals zugedrückt worden sein muss. Es dauere gewöhnlich mehrere Minuten, bis der Tod eintrete, sagte Zweihoff.

Erschütternde Details lieferten auch die Ergebnisse der Blutuntersuchungen von Yasemin Tomak. Im Körper der 32-Jährigen wurde eine hohe Kokain-Konzentration festgestellt. Nun stellen sich natürlich alle Beteiligten die Frage: Wurde Yasemin von ihrem Mörder mit Drogen vollgepumpt, um den Widerstand zu brechen, oder könnte es sein, dass die junge Türkin schon früher von sich aus zu Drogen gegriffen hat? Um das herauszufinden, wollen die Dortmunder Richter nun in den Niederlanden nachfragen, ob die Mediziner bei der Obduktion möglicherweise eine Haarprobe aufbewahrt haben. Mithilfe dieser ließen sich auch frühere Kokain-Einnahmen nachweisen. 

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