Juwelier Bleckmann: Außen-Uhr kostet so viel wie ein Mittelklasse-Auto

rnJuwelier in Werne

Sei eineinhalb Jahren ist die markante Uhr am Juweliergeschäft Bleckmann demontiert. Regelmäßig fragen Kunden, wann ein neuer Zeitmesser kommt. Doch das ist eine Frage des Preises.

Werne

, 14.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die markante Uhr an der Fassade des Juweliergeschäfts Bleckmann in der Fußgängerzone von Werne war viele Jahre eine Institution für die Passanten. Eher unbewusst schauten sie hoch, um die aktuelle Zeit abzulesen. Zudem konnten sie sich darunter per Digital-Anzeige über die Lufttemperatur informieren. Die Uhr gehörte einfach zum Werner Stadtbild.

Im September 2018 war der Chronometer in Form eines geschliffenen Diamanten auf einmal verschwunden. Peter Budde, Inhaber vom Juwelier-Geschäft Bleckmann, musste das gute Stück nach einem Vandalismus-Schaden demontieren. Unbekannte hatten das Zifferblatt nach innen gedrückt und die Uhr damit irreparabel beschädigt. Gefasst wurden die Täter bis heute nicht.

Umgehend machte sich Budde im Herbst 2018 auf die Suche nach einem Ersatz. Doch der ist gar nicht so einfach zu beschaffen. Jedenfalls nicht zu einem akzeptablen Preis. „Solche besonderen Uhren sind nur schwer zu bekommen und entsprechend teuer“, sagt der Inhaber.

Vor knapp einem Jahr hatte sich Budde zwei Angebote von Firmen in Bayern zuschicken lassen. Doch der aufgerufene Preis war einfach nicht zu stemmen, sagt der Chef: „Da hätten sie dann einen VW-Golf an der Fassade hängen“, macht er die Preis-Dimensionen deutlich.

Passende Analog-Uhr ist extrem teuer

Hintergrund dieser hochpreisigen Ausführungen sind zwei Faktoren: „Wir möchten eine Uhr mit Analog-Anzeige und zweitens muss sie zu unserem Geschäft passen“, sagt er. Digitale Anzeigen, wie sie an Banken oder Apotheken zu sehen sind mit wechselnder Anzeige von Zeit und Temperatur, seien „günstig zu bekommen“. Doch ein passender Chronometer mit altmodischer analoger Anzeige per Zeiger sei eben unverhältnismäßig teuer.

Und so ist Peter Budde weiterhin auf der Suche nach einer passenden, aber bezahlbaren Lösung. Aufgeben will er nicht. „Wir werden ja auch heute, anderthalb Jahre danach, immer noch auf die Uhr angesprochen.“ Die Werner vermissten den auffälligen Zeitanzeiger und Budde verspricht: „Wir werden weiter nach einer Lösung suchen.“

Jetzt lesen

  • Im Jahre 1894 gründete der 24-jährige Uhrmachermeister Ignatz Bleckmann ein Uhrenfachgeschäft mit Werkstatt am Kirchplatz in Werne. 1904 konnte er ein vergrößertes Geschäft am heutigen Standort, in der Steinstraße 16, eröffnen.
  • Mit eiserner Energie und Umsicht sicherte seine Frau Gertrud das Geschäft in den schweren Zeiten zwischen zwei Weltkriegen. Als sie 1954 verstarb, führte Sohn Constanz den Betrieb fort.
  • Zusammen mit seiner Ehefrau Josefine passten sie das Geschäft den Erfordernissen der neuen Zeit an. 1984 übernahm Tochter Monika Bleckmann den Familienbetrieb in 3. Generation.
  • 1996 übergab Monika Bleckmann das Geschäft in die Hände von Paul Budde, der bereits 1954 seine Uhrmacherlehre unter Constanz Bleckmann absolvierte. Er führt das Geschäft gemeinsam mit Sohn Peter Budde.
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